Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Natalie:
Hochspannung in Island
Blutrot von Lilja Sigurðardóttir
Worum gehts?
Flosi, ein erfolgreicher Unternehmer findet eines Abends statt seiner Frau eine Nachricht zu Hause vor - Guðrún wurde entführt und es wird eine hohe Summe für ihre Freiheit verlangt, keine Polizei. Über einen gemeinsamen Bekannten wird er an Áróra verwiesen, welche Daniel und sein Team hinzuzieht - alle getarnt als Zivilisten, Freunde, die Flosi unterstützen und der Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Mein Fazit:
Wie auch schon im ersten Band ködert uns die Autorin mit kurzen Kapiteln, vielen Perspektivenwechseln und einem Kriminalfall, der sich zunehmend anders entwickelt als gedacht. All das führt dazu, dass viel Spannung aufgebaut wird und man das Buch eigentlich gar nicht aus den Händen legen will. Was mir dabei auch total anspricht, ist das logische Herangehen an den Fall - alles ist nachvollziehbar und realistisch. Darüber hinaus glänzt Áróra wieder als sehr stimmiger Charakter, willensstark und gleichzeitig aber nahbar. Auch die Entwicklung mit Daniel ist interessant zu verfolgen. Nebensächlicher ist diesmal die Suche nach Áróras verschwundener Schwester, aber es ist toll, dass dieser Erzählstrang noch nicht zu Ende ist und weiterhin seinen Platz im Krimi findet. Dass mit Island ein absolut tolles Setting gegeben ist, muss ja - glaub ich - nicht extra erwähnt werden.
Ein toller Krimi, welchen ich nur empfehlen kann und ich freue mich schon auf den dritten Band.
Die letzten zwölf Stunden und das Leben davor
Notizen zu einer Hinrichtung von Danya Kukafka
Worum gehts?
Zwölf Stunden sind noch übrig, bis Ansel Packer hingerichtet werden soll. Er weiß genau, weshalb er jetzt genau dort ist, wo er ist. Trotzdem will er nicht sterben. Doch wie kam es überhaupt dazu? Ansels Geschichte wird dem Leser durch die Perspektive von drei Frauen aus seinem Leben erzählt…
Mein Fazit:
Der Aufbau dieses Buchs ist extrem spannend und gleichzeitig total anders, als man es zu Beginn erwarten würde.
Einerseits begleiten wir Ansel in seinen letzten Stunden vor der geplanten Hinrichtung, welche in der zweiten Person geschrieben sind. Unterbrochen werden diesen letzten Stunden durch Blicke in seine Vergangenheit - und zwar aus der Sicht von drei Frauen, die in ganz unterschiedlichen Beziehungen zu ihm standen. Durch diese Perspektiven erhält man ein unglaublich eindringliches Bild. Nicht nur von Ansel und wie es dazu kam, dass er ein Serienmörder wurde, sondern der Fokus liegt vor allem bei den Frauen und wie ihr Leben durch ihn beeinflusst wurde. Man durchläuft beim Lesen so ziemlich alle Gefühlslagen und die Autorin hat mit diesem Buch eine besondere Herangehensweise an dieses Thema geschaffen. Schön war auch, dass die Opfer nicht vergessen wurden und man zum Schluss nochmal einen ganz speziellen Einblick zu ihnen bekommt. Ein Buch, dass fesselt, unglaublich gut geschrieben ist und definitiv auch zum Nachdenken anregt. Leseempfehlung von mir.
Eine Welt aus Macht, Geld und Gewalt
Gewittermann von Tina N. Martin
Worum gehts?
Eine gefrorene Leiche, grausam verstümmelt stellt Kriminalkommissarin Idun Lind und ihre Kollegen vor ein Rätsel. Die extremen Verletzungen deuten auf einen Racheakt hin, welcher schlussendlich ins Rotlichtmilieu Nordschwedens führt. Was sie dort nach und nach vorfinden, ist aber mehr als auch die abgeklärten Ermittler ertragen können…
Mein Fazit:
Eine Welt, in der Macht, Geld und Gewalt alles ist, was zählt.
Das wird beim Lesen schnell sichtbar. Es gibt zwei Erzählstränge, welche die Spannung sehr hoch halten. Lange bleibt unklar, wie und ob diese zusammenhängen. Die Auflösung ist aber noch viel schlimmer, als man zuerst annimmt. Mit Idun und Tareq begleiten wir außerdem ein sehr interessantes Ermittler-Duo. Gemeinsam treffen sie teilweise drastische Entscheidungen, die brenzlig sind, schlussendlich aber auch die nötigen Impulse zur Lösung des Falls bringen. Der Thriller ist nicht nur spannend, sondern behandelt auch ein sehr ernstes Thema das bewegt. Eine Leseempfehlung von mir.
Der Schein trügt…
Die Insel des Zorns von Alex Michaelides
Worum gehts?
Lana Farrar, Ex-Filmstar lädt zu Ostern auf ihre Privatinsel in der Nähe von Mykonos ein. Geladen sind nur eine Handvoll Personen - ihre engsten Vertrauten. Als der berüchtigte griechische Sturm „Zorn“ ausbricht, schallen drei Schüsse über die Insel und kurz darauf wird eine leblose Person gefunden… sieben Personen, ein Mörder, alle gefangen auf der Insel…
Mein Fazit:
Eine klassische Szenerie für einen Thriller möchte man denken.
Doch dieses Buch überrascht und bietet mit Elliot Chase, der uns die Erlebnisse aus seiner Sicht erzählt, eine absolut originelle und interessante Herangehensweise, um die Frage zu klären, was denn tatsächlich passiert ist. Allein schon die Frage: erzählt vielleicht gerade der Mörder die Geschichte, lässt einen nicht los.
Die Aufklärung des Mords wird dabei so unerwartet und fast schon lapidar, wie nebenbei erwähnt, dass es mich beim Lesen überrumpelt hat. Doch auch das war noch nicht das Ende der Geschichte, welche in fünf Akte gegliedert ist. Wenn man denkt, nun alles zu wissen, der täuscht sich - mehr als eine Wendung stellt nochmal alles auf den Kopf. Die Charaktere waren dabei sehr interessant zu verfolgen - allen von ihnen könnte man ein Motiv anhängen. Die Insel des Zorns hat mich bestens unterhalten, definitiv eine Leseempfehlung.
Andreas‘ persönlichster Fall
Die Nacht des Blutadlers von Marc Voltenauer
Worum gehts?
Während Kommissar Andreas Auer und sein Freund Mikaël versuchen ihr Leben wieder in eine Normalität zu lenken, erfährt Andreas von einem gut gehüteten Familiengeheimnis. Dieses lässt ihn nach Gotland, Schweden reisen. Dort stößt er bei seinen Recherchen auf einen ungeklärten, grausigen Mordfall aus 1979, bei dem eine ganze Familie ausgelöscht wurde.
Alles deutet auf ein altes Wikinger-Ritual hin und das es doch einen Überlebenden gibt…Andreas taucht immer mehr in eine verworrene Vergangenheit ein…
Mein Fazit:
Band 3 rund um Andreas Auer ist diesmal ein sehr persönlicher Fall, der aber nicht weniger spannend ist als die Vorgänger. Um die Gegenwart zu verstehen, lässt uns Marc Voltenauer in die Mystik der Wikinger und ihre Rituale eintauchen. Man erfährt so nach und nach, was 1979 passiert ist. Vieles bleibt aber lange unklar und nebulös, was die Spannung beim Lesen enorm in die Höhe treibt. Was in einem Moment klar scheint, ist es im nächsten schon wieder nicht mehr. Zusätzlich gibt es kürzere Auszüge aus der Zeit des zweiten Weltkrieg Schwedens und Estlands, wodurch sich die Geschehnisse über drei Zeitebenen verbinden.
Ich habe das Buch innerhalb von einem Tag ausgelesen und kann daher nichts anderes als eine große Leseempfehlung aussprechen.
sehr ruhiger Thriller
Der Pfad von Megan Miranda
Worum gehts?
Cutter’s Pass - ein kleines Bergdorf in North Carolina, das Abby seit 10 Jahren ihr Zuhause nennt. Der Ort ist berühmt-berüchtigt dafür, dass dort immer wieder Wanderer spurlos in den Bergen verschwinden. Als Trey auftaucht, dessen Bruder vor kurzem ebenfalls hier verschwunden ist, lässt sich Abby immer mehr in die Recherchen reinziehen.
Abby merkt dabei immer mehr, dass scheinbar jeder was zu verbergen hat. Doch sie lässt sich von der Mauer des Schweigens nicht aufhalten. Fragt sich nur, wem sie noch vertrauen kann…
Mein Fazit:
Der Klappentext als auch das tolle Cover haben mich sofort angesprochen und meine Leseerwartung entsprechend hoch. Der Thriller zeichnet sich durch eine sehr ruhige Herangehensweise aus. Gerade im ersten Drittel des Buchs passiert nicht wirklich was, es wird sehr detailliert auf einzelne Tagesgeschehen eingegangen, hier braucht man Durchhaltevermögen. Der Spannungsbogen bleibt dadurch im Gesamten flach, ist aber permanent und unterschwellig vorhanden. Dadurch kam bei mir beim Lesen trotzdem keine wirkliche Langeweile auf, es war nie klar, in welche Richtung es sich entwickeln wird und auch die Auflösung habe ich nicht vorhergesehen. Die doch drückende und teilweise düstere Atmosphäre passt definitiv zu diesem Thriller. Wer jedoch Thriller mit Hochspannung, rasantes Tempo oder blutige Überraschungen liebt, wird mit diesem hier wahrscheinlich nicht glücklich.
????????????,5
Beeindruckend
Mit Bike und Boot zur Beringsee von Richard Löwenherz
Worum gehts?
Nachdem uns Richard Löwenherz mit seinem ersten Buch schon nach Nordjakutien im Winter mitgenommen hat, gehts diesmal auch wieder nach Sibirien, allerdings nach Tschukotka, den nördlichsten Zipfel Russlands. Die Reise fand bereits 2018 statt und mit seinem zweiten Buch nimmt er uns mit auf seine abenteuerliche Reise per Fatbike und Boot zur Beringsee.
Mein Fazit:
Die Sehnsucht nach unberührter Natur, nur mit sich selbst unterwegs sein - diese absolute Leidenschaft dafür spürt man beim Lesen in jeder Zeile. Es ist absolut faszinierend, Richard auf seinen abenteuerlichen Reisen begleiten zu dürfen, mit den vielen Fotos seiner Tour im Buch, auch bissl das Gefühl zu haben, selbst gerade dort zu sein. Nicht nur die imposante Natur, weitgehend unbesiedelt, wild und weglos, beeindruckt beim Lesen enorm, sondern auch die Begegnungen mit den Einheimischen, die immer hilfsbereit sind und Richard mit offen Armen empfangen. Zusätzlich erfährt man noch so einige Kleinigkeiten, wie man zB wie man Eisbären abwehrt. Es macht einfach Spaß, Richard auf seinen Reisen lesend zu begleiten, auch wenn mir allein schon beim Lesen die Begegnungen mit den Bären den Puls leicht in die Höhe trieb. ;-) Ich bewundere diesen Mut und die Leidenschaft, solche Abenteuer zu begehen und kann das Buch einfach nur empfehlen. Hoffentlich dürfen wir bald wieder auf eine seiner Reisen in die Wildnis mitlesen.
Weiche nie vom Pfad ab
Der flüsternde Abgrund von Veronica Lando
Worum gehts?
Nie wieder wollte Callum in seine Heimatstadt, Granite Creek, zurückkehren. Vor 30 Jahren hat er ihr den Rücken gekehrt - nachdem ein schlimmer Unfall passiert war. Doch jetzt wird ein Mann, sein vermeintlicher Sohn, im Regenwald vermisst. Als dessen Leiche bei den berüchtigten Felsen gefunden wird, beginnt Callum in Granite Creek zu recherchieren…denn er glaubt nicht an einen Unfall…
Mein Fazit:
Der australische Regenwald bietet die perfekte Kulisse für diesen Thriller.
Die Atmosphäre ist zum Greifen und das Flüstern, welches immer wieder mal vorkommt, mutet fast schon etwas mystisch an. Jeder in der kleinen Stadt scheint Geheimnisse zu haben, auch Callum. Wem vertraut man da noch? Was hat es mit den verschwundenen Menschen auf sich? Callum gibt aller Wiederstände zum Trotz nicht auf und kommt der Wahrheit immer näher. Gut und spannend aufgebaut wird dieser Fall gelöst, am Ende für mich mit einigen Überraschungen. Das entschädigt auch die ein oder andere kleine Länge im Buch. Leseempfehlung von mir.
Eiskalte Insel
Schneesturm von Tríona Walsh
Worum gehts?
Vor 10 Jahren geschah eine Tragödie, die Cara und ihre Freunde auseinandergerissen hat. Doch jetzt treffen sie sich endlich auf der irischen Insel Inishmore wieder, um gemeinsam den Jahrestag zu begehen. Kaum angekommen, wird die Insel von einem Schneesturm komplett vom Festland abgeschnitten, niemand kommt von der Insel mehr runter.
Kurz darauf wird eine Leiche bei den berüchtigten Steilklippen gefunden.. es ist jemand aus dem Freundeskreis und der Mörder ist noch unter ihnen.. und es gibt kein Entkommen…
Mein Fazit:
Was für ein toller Thriller. Die Atmosphäre der Insel, die komplette Abgeschiedenheit vom Festland durch den Schneesturm ist beim Lesen mit jeder Zeile greifbar, die Dramatik wird dadurch spürbar verschärft. Durch das tolle Setting jagt man beim Lesen gemeinsam mit Cara den Mörder, um immer wieder vor neuen Rätseln zu stehen. Jeder scheint verdächtig, gut gehütete Geheimnisse kommen ans Tageslicht und werfen alles bisher geglaubte über den Haufen. Bis zum Schluss bleibt der Spannungsbogen hoch, die Auflösung ist schlüssig. Große Leseempfehlung von mir.
Eine besondere Geschichte
Das Gemälde von Geraldine Brooks
Worum gehts?
Basierend auf der wahren Geschichte des berühmten Rennpferd Lexington, wird über drei Zeitebenen sein Leben und vieles darüber hinaus beleuchtet.
Kentucky, 1850: Jarret, ein versklavter Junge, nimmt sich einem Fohlen seines Herrn an und baut nicht nur ein unerschütterliches Vertrauen zwischen den beiden auf, sondern soll es auch zum besten Rennpferd Amerikas machen…
Ein junger Künstler freundet sich mit Jarret an und hält mit seinen Gemälden den Werdegang des Rennpferdes fest…
New York, 1954: Martha, eine Galeristin bekommt durch Zufall ein altes Ölgemälde eines Pferdes in die Hand und beginnt zu Recherchieren…
Washington D.
C., 2019: Theo, nigerianisch-amerikanischer Kunsthistoriker, fischt ein Pferdegemälde aus dem Müll und kommt so mit Jess, einer Wissenschaftlerin, welche gerade die Knochen eines berühmten Pferdes untersucht, in Kontakt. Durch ihr gemeinsames Interesse kommen sie sich auch privat näher…
Mein Fazit:
Wer denkt, es handelt sich hier rein um die Geschichte eines berühmten Rennpferdes aus dem 19. Jahrhundert, der liegt falsch. Die Autorin zeigt mit dem Werdegang von Lexington im Rennsport und der Pferdezucht und der Verbindung dessen von 1850 bis in die Gegenwart so einige gesellschaftsrelevante Themen auf. Sei es die Versklavung und der Bürgerkrieg oder der Rassismus in der heutigen Zeit - sie trifft es mit dem Roman auf den Punkt, ohne dabei anklagend zu werden. Die Protagonisten sind unglaublich toll ausgearbeitet und machen es einen leicht, sie über die drei Zeitebenen und fast 600 Seiten zu begleiten. Der Roman hat mich auf vielen Ebenen berührt, besonders aber der Erzählstrang von Jarret und Lexington. Diese Verbindung der beiden über alle Konventionen und Hürden hinweg ist einmalig. Die wahre Geschichte über Lexington, kombiniert mit den weiteren fiktiven Geschehnissen hat mich tief berührt und ich kann den Roman einfach nur empfehlen - für mich ein Lesehighlight in diesem Jahr.











