Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Natalie:
Toller Krimi
Auf finsteren Wegen von Rieke Jost
Auf einem Hochsitz wird die Leiche von Helmut Fänger gefunden. Mehrmals wurde auf den Jäger brutal eingestochen. Kommissarin Lodi Lenke übernimmt mit ihrer neuen Kollegin die Ermittlungen dazu. Erste Spuren führen sie zu einer Gruppe extremer Tierschützer. Doch schon bald zeigt sich, dass viel mehr dahintersteckt.
Nachdem mir schon der Reihenauftakt sehr gut gefallen hat, konnte mich nun auch der zweite Band überzeugen. Sowohl der Fall an sich, als auch die Protagonisten wissen zu überzeugen. Die Ermittlungsarbeit ist für mich logisch und gut nachvollziehbar. Viele Spuren führen (scheinbar) ins Nichts, was den Spannungsbogen permanent aufrecht erhält. Lodi war mir schon im ersten Band sympathisch, sie hat wie jeder ihre Ecken und Kanten und auch ihre Schwächen, was sie sehr menschlich macht. Diese Kombination aus dem Setting, den Charakteren und den Ermittlungen macht den Krimi sehr lesenswert und dafür eine Leseempfehlung von mir. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall.
Korruption und ihr Nachhall
All das Böse, das wir tun von Sandrone Dazieri
Vor 30 Jahren ging „der Perser“ um - er entführte und tötete mehrere Mädchen. Die Polizistin Itala Caruso gelang es damals den vermeintlichen Täter aufgrund schlagender Beweise zu verhaften. Als der unschuldige Contini im Gefängnis stirbt, merkt Itala, dass sie ihr Gewissen nicht einfach ausschalten kann…
Sprung ins Heute: Amala, eine Schülerin aus Cremona in der Lombardei, wird entführt.
Doch es folgt keine Lösegeldforderung. Ihrer Tante Francesca, mittlerweile erfolgreiche Anwältin, fällt bei ihren Recherchen der alte Fall des Persers wieder ein. Sie war damals die Verteidigerin von Contini.. und nun glaubt Francesca, dass jetzt der wahre Perser wieder am Werk ist. Doch nicht nur sie und die Polizei suchen nach Amala, sondern auch Gerry, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt…
Ein komplexer Thriller, der mich absolut packen konnte. Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt - einmal aus der Sicht von Itala von vor 30 Jahren und in der Gegenwart, wobei hier mehrere Sichten eingenommen werden. Vor allem die Vergangenheit erzählt eine derbe Sprache, welche von unglaublicher Korruption durchzogen wird. Doch auch die Gegenwart ist nicht minder spannend, vor allem die Szenen von Amala lassen einen definitiv nicht kalt. Der Autor versteht es unglaublich gut, die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr verschwimmen zu lassen und gleichzeitig das Geschehen aus beiden Zeitebenen immer mehr miteinander zu verstricken. Dabei geht nie die Authentizität verloren. Auch wenn sich ein früher Verdacht von mir schlussendlich bestätigt hat, konnte mich das Buch bis zur letzten Seite fesseln und das Ende war gelungen und auch nochmal eine Überraschung. Leseempfehlung von mir.
Lesehighlight
Verirrt von Michaela Kastel
Felizitas flieht mit ihrer Tochter Vicki in einer Nach und Nebel Aktion aus ihrem Zuhause. Sie muss endlich von ihrem gewalttätigen Mann weg. Doch wohin? Es bleibt Felizitas nichts anderes übrig, als bei ihrer Mutter Zuflucht zu suchen - in ihrem Haus, einsam und verlassen im tiefen Wald an einem See gelegen.
Wo sie eigentlich sicher sein sollten, stattdessen aber die Schrecken der Vergangenheit warten…wo ihre Mutter früher immer von Kinderleichen im See und einem Monster im Wald erzählt hat. Doch was sind die wahren Schrecken, die Felizitas und ihrer Tochter auflauern?
Was soll ich sagen? Lest diesen Thriller. Ich warte immer schon sehnlichst darauf, dass Michaela Kastel wieder ein neues Buch herausbringt und auch dieses ist einfach nur wieder wow. Selten schafft es wer, eine solche Atmosphäre und einen Sog zu schaffen, wodurch man das Buch fast nicht aus der Hand legen kann. Sowohl die beschriebenen Orte, als auch die Charaktere sind toll gezeichnet und tragen zu der absolut spannenden Handlung bei und die Grenzen zwischen dem was Realität ist und was doch vielleicht nur gruselige Märchen verschwimmen dabei immer mehr. Das Ende war dann gekonnt und überraschend und zeigt gleichzeitig ganz genau, wer die wahren Monster sind. Lesehighlight und absolute Leseempfehlung von mir.
Ganz ok
Three Swedish Mountain Men von Lily Gold
Daisy, eine junge Lehrerin aus England, fährt völlig überstürzt nach Schweden, um Abstand zu ihrer absolut schlimmsten Woche zu bekommen. Schlimmer kanns wohl nicht mehr kommen, bis sie fast einen Elch überfährt und mit ihrem Auto im Graben landet. Das I-Tüpfelchen ist dann noch der Ranger, der sie rettet und gleichzeitig aber als naive Touristin beschimpft.
Der aufkommende Sturm führt dazu, dass Eli und Cole Daisy mit zu ihrer Hütte nehmen. Dort trifft sie noch auf den dritten im Bunde - River… schon bald knistert es gewaltig zwischen den vieren und Daisy versucht alles, um ihr Geheimnis zu wahren.
Eine sehr spicy angehauchte Geschichte, die im tief verschneiten Schweden spielt. Das Setting ist dafür perfekt - einsame Berghütte, ein Schneesturm und drei sexy Männer. Das Buch ist nett für Zwischendurch zu lesen, mir fehlt aber der Tiefgang und der Fokus liegt für meinen Geschmack viel zu sehr auf den Sexszenen, wo ich mir bei manchen auch gedacht habe, wie Daisy das überhaupt anatomisch schafft. Wer sich von sehr viel Spice, relativ wenig Tiefgang, aber einem absolut schönen Setting angesprochen fühlt, wird das Buch lieben.
Gelungener Auftakt
Das Dickicht von Nikolas Kuhl; Stefan Sandrock
Juha Korhonen und sein Kollege Lucas «Lux» Adisa vom LKA Hamburg werden zu einem Entführungsfall hinzugezogen. Bald schon fallen Juha Parallelen zu einem 20 Jahre alten Fall auf. Damals wurde ein vierzehnjähriger Junge entführt, der nur noch tot in einer Kiste im Wald aufgefunden werden konnte. Der Täter beging kurz darauf Selbstmord.
Nach und nach fallen immer mehr Ungereimtheiten in dem alten Fall auf und das Ermittlerduo stellt sich die Frage, ob damals tatsächlich der richtige Täter geschnappt wurde. Bereits der damalige Kommissar arbeitete auch nach Abschluss des Falls weiter daran…bis er starb. Je tiefer Juha und Lux sich in den Fall einarbeiten und den Hinweisen nachgehen, desto öfter kommt der Gedanke hoch, dass Werner, der damalige Kommissar, zu recht weiterermittelt hatte…
Ein gelungener Reihenauftakt mit diesem sympathischen Ermittlerduo. Beide haben ihre Fähigkeiten und Eigenheiten, welche sie aber sehr erfolgreich zusammenarbeiten lässt. Auch das Setting wird gekonnt dargestellt und die Aufrollung bzw. die erneute Ermittlerarbeit zu diesem alten Fall habe ich als realitätsnah und sehr spannend empfunden. Die Auflösung war für mich schlüssig und doch auch überraschend, welche persönlichen Tragödien sich dahinter verstecken und schlussendlich zu dem Tod des Jugendlichen geführt haben. Ich freue mich auf weitere Fälle mit Juha und Lux - Leseempfehlung von mir.
Gnadenlose Rache
Yoko von Bernhard Aichner
Yoko führt ein glückliches Leben, sie hat die Metzgerei nach dem Tod ihres Vaters in eine erfolgreiche Glückskeks-Manufaktur umgewandelt. Doch ihr bisheriges Leben endet abrupt, als sie zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort ist und einfach nur einen Hund vor seinen Peinigern retten wollte… danach ist nichts mehr wie zuvor und Yoko beschließt nicht das hilflose Opfer sein, sondern Rache zu üben…gnadenlos.
Wie wird man von einer normalen, jungen Frau zur erbarmungslosen Mörderin? Genau das erzählt uns der Thriller und nimmt einen von der ersten Seite mit auf Yokos Reise, die gefährlich, knallhart und temporeich ist. Durch den typischen Schreibstil von Bernhard Aichner wird das Geschehen nochmal verstärkt und spiegelt Yokos Zerrissenheit richtig gut. Die sich überschlagenden Ereignisse und die damit verbundene ständige Bedrohung hat mich förmlich durch die Seiten fliegen lassen, immer in der Erwartung, was wohl als nächstes passiert. Yoko selbst ist ein sehr interessanter Charakter, welcher im
Laufe des Buchs nicht nur merkt, was Rache alles mit sich zieht, sondern sich auch mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen muss. Auch wenn Yokos „Erfolgsquote“ doch unrealistisch erscheint, hat mich der Thriller gefesselt und ich bin schon auf die Fortsetzung „John“ gespannt. Leseempfehlung von mir.
Wohlfühlbuch
Marathon ins Liebesglück von Heidi Troi
Leah hat einiges für ihr Leben geplant, nicht dazu gehört jedoch in naher Zukunft in Valentine sesshaft werden. Stattdessen will sie die Welt erkunden. Jayden will ebenfalls nichts von einer festen Beziehung wissen, jedoch aus anderen Gründen. Als sich die beiden besser kennenlernen können sie aber die gegenseitige Anziehung nicht leugnen…
Heidi Troi hat innerhalb kürzester Zeit nach Band 8 der Sweet Valentine Reihe mit diesem nun bereits den nächsten herausgebracht.
Dadurch war ich sofort wieder „daheim“ in Valentine, das Wiedersehen mit alten Bekannten war sehr schön. Mit Leah und Jayden gibt es wieder zwei Hauptcharaktere, mit denen man beim Lesen durchaus mitfiebern konnte, sie machen außerdem beide im Laufe des Buchs eine tolle Entwicklung durch. An der Reihe gefällt mir einfach, dass es einem gewissen roten Faden gibt, der sich durchzieht, gleichzeitig aber jedes „Pärchen“ total unterschiedlich ist und sie ihre eigenen Geschichten erzählen. So kommt nie Langeweile auf und sowohl der aktuelle Band, als auch die gesamte Reihe ist empfehlenswert.
Wohlfühlbuch
Irish Love - Vom Glück geküsst von Josie Donovan
Allie kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Irland, dem sie aber schon lange den Rücken gekehrt hat. Sie arbeitet mittlerweile in London und plant mit ihrem Freund den Umzug in die USA. Als ihr Vater jedoch einen Herzinfarkt erleidet, fliegt sie sofort nach Hause. Dort holt sie nicht nur sofort wieder ihre Vergangenheit ein, sondern sie muss auch ihren Vater, den letzten Matchmaker Irlands, auf dem jährlichen Matchmaker-Festival vertreten.
Als dann auch noch der Landarzt Jake in ihr Leben tritt, ist das (Gefühls-) Chaos vorprogrammiert.
Vom Beruf (oder eher Berufung?) eines Matchmakers in Irland habe ich vor Josie Donovans Roman tatsächlich noch nie gehört. Von daher war ich sehr neugierig, davon zu lesen. Allies Geschichte mit dieser irischen Tradition zu verbinden ist in meinen Augen definitiv ein Match ;-). Alle Emotionen und auch Vergangenes, was Allie damit und auch ihrem Heimatdorf verbindet, lässt einen beim Lesen tief in die Geschichte einsteigen. Besonders mochte ich auch den Flair des kleinen Ortes, ich musste bei so manchem Bewohner echt schmunzeln.
Eine lesenswerte Reise nach Irland - Leseempfehlung von mir.
Hinter welcher Lüge steckt ein Mörder?
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Will Trent und Sara Linton, beide beim GBI tätig, verbringen ihre Flitterwochen im idyllischen, aber abgelegenen McAlpine Resort in den Bergen Georgias. Die Urlaubsidylle ist aber schnell vorbei, als Mercy, die Tochter der Gastgeberfamilie, tot aufgefunden wird. Noch ein paar Stunden zuvor kam es vor allen Gästen zu einem heftigen Streit in der Familie, in dem Mercy drohte, alle Familiengeheimnisse aufzudecken.
Alle lügen, aber hinter welchen Lügen steckt ein Mörder?
Ich habe tatsächlich seit längerem kein Buch der Autorin mehr gelesen, aber sie kanns definitiv immer noch. Der Thriller in den Bergen Georgias ist von Beginn an spannend, vor allem die mehr als ungesunde Familiendynamik der McAlpines ist erschreckend und was hier so alles ans Tageslicht kommt, ungeheuerlich. Will und Sara sind mir auch im neuesten Band immer noch total sympathisch, sie ergänzen sich gegenseitig, haben aber auch ihre Eigenheiten. Somit wieder ein absolut gelungener Thriller der Autorin, für den ich jedenfalls eine Leseempfehlung ausspreche.
toller Roman
Ein Mann zum Vergraben von Alexia Casale
Sally hat ihren Mann erschlagen und plötzlich ist die heißgeliebte gusseiserne Pfanne ihrer Oma ein Mordwerkzeug. Doch statt sofort die Polizei zu rufen, genießt sie ihre unverhoffte Freiheit und gönnt sich ein mal ein Stück Kuchen. Während sie in den nächsten Tagen noch darüber sinniert, wie sie ihren toten Mann unbemerkt loswird, lernt sie drei andere Frauen kennen, die in einer ganz ähnlichen Zwickmühle stecken.
Und dann meldet sich auch noch ihre beste Freundin…
Mit viel schwarzen Humor und einer Leichtigkeit, die man mit einem solchen Thema nie verbinden würde, schafft es die Autorin häusliche Gewalt an Frauen zu thematisieren. Gerade diese Kontroverse hat den Roman für mich so lesenswert gemacht. Auch wenn die Handlung der Frauen oft absurd ist und so im richtigen Leben niemals funktionieren würde, kommt die Botschaft dahinter definitiv an. Es sind starke Gefühle, welche in dem Buch aufgegriffen werden, vor allem der Mut der vier Freundinnen dabei ist beeindruckend. Der Roman hat mich zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht - genau, was die Autorin damit bezwecken wollte. Eine große Leseempfehlung von mir für dieses großartige Buch.











