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Rezensionen von Lilli33:

Was für eine wunderschöne Liebesgeschichte und noch viel mehr

Jeder von uns ist ein Rätsel von A.J. Steiger

Inhalt:
Die siebzehnjährige Alvie lebt allein, allerdings unter der Obhut des Staates. So schnell wie möglich will sie die vorzeitige Mündigkeit erreichen, um endlich tun und lassen zu können, was sie mag. Doch dazu muss sie beweisen, dass sie normal ist, dass sie sich im Griff hat. Und das fällt einem Menschen mit Asperger-Syndrom manchmal sehr schwer.

Schon immer hatte das Mädchen Probleme mit sozialen Interaktionen; Gefühle und Verhaltensweisen von Menschen sind für sie meist schwer zu durchschauen. Da verhalten sich Tiere doch wesentlich klarer, und so ist es kein Wunder, dass sie ihren Job im Zoo sehr gerne ausübt. Bei ihren Mitmenschen eckt sie immer wieder an - nicht so bei Stanley, den sie eines Tages im Park kennenlernt, natürlich ganz auf Alvie-Art. Ihn hat Alvie dazu auserkoren, mit ihr zu schlafen. Denn auch wenn sie es mit Gefühlen nicht so hat, der Akt des Beischlafs sollte wohl kein Problem darstellen. Schließlich hat Alvie sich Anschauungsmaterial besorgt …

Meine Meinung:
Ich mag Protagonisten, die aus der Masse herausstechen, die etwas ganz Besonderes sind, die Probleme haben, die der größte Teil der Menschheit nicht hat. Mit Alvie und Stanley haben wir hier genau zwei solche Charaktere. Beide sind vielschichtig angelegt und sehr tiefgründig ausgearbeitet. Ich konnte ihre Handlungsweisen immer gut nachvollziehen, auch wenn es einem im ersten Moment etwas verquer vorkommen mag. Äußerst einfühlsam beschreibt A.J. Steiger die beiden jungen Menschen, ihre Probleme und Ängste, ihre Hoffnungen und Wünsche. Dabei gefiel mir vor allem die trockene Art, wie Alvie über verschiedene Verhaltensweisen spricht. Hier wird alles auf eine rein naturwissenschaftliche Ebene herabgebrochen, was einen schon zum Schmunzeln bringen kann, obwohl die Geschichte eigentlich sehr ernst ist. Aber gerade diese Mischung macht den Reiz des Romans aus. Ich habe viel über Asperger und Stanleys Gebrechen gelernt, mich aber auch immer wieder amüsiert.

Beide Protagonisten habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie hatten und haben es nicht leicht im Leben, sind aber Kämpfer, die sich alle Sympathien des Lesers verdienen. Und schnell wird auch klar, dass in der Vergangenheit etwas passiert sein muss, das Alvie heute noch zu schaffen macht. So ist die Geschichte auch sehr spannend. Super gefühlvoll ist sie auch, denn auch wenn Alvie Gefühle nicht deuten kann, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht selbst welche hat. Es ist einfach wunderschön, diese beiden auf ihrem komplizierten Weg zueinander zu begleiten.

Fazit:
Ein warmherziger, gefühlvoller und lehrreicher Jugendroman, der genauso gut Erwachsene begeistern kann. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!

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Ein perfides Verbrechen

Das Blut der Hirsche von Mons Kallentoft; Markus Lutteman

Inhalt:
Eigentlich wollten die Jugendlichen fröhlich Mittsommer feiern, doch dann sind sie plötzlich alle tot. Die Polizei findet auf einer kleinen Schäreninsel das Ergebnis eines regelrechten Massakers vor und kann sich keinen Reim darauf machen. Kurze Zeit später erwischt es drei weitere Jugendliche.

Alle haben einen neuartigen Stoff im Blut. Die Polizei muss unbedingt herausfinden, woher die Drogen stammen, bevor es weitere Tote gibt - ein Wettlauf mit der Zeit …

Meine Meinung:
Mons Kallentoft und Markus Lutteman haben wieder einen äußerst fesselnden Thriller verfasst, der einen von der ersten bis zur letzten Seite in Spannung versetzt und einfach nicht loslässt. Es ist zwar schon der 3. Band der Reihe um Zack Herry, man kann ihn aber gut ohne Vorkenntnisse lesen. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Lediglich die Rahmenhandlung wird immer weiter fortgeführt - das Wichtigste wird hier aber noch einmal am Rande erwähnt.

Für den Stockholmer Polizisten Zack Herry ist dieser Fall besonders brisant. Er, der gerade den Kampf gegen seine Drogensucht gewonnen hat, wird nun wieder mit Drogen konfrontiert. Schnell wird deutlich, dass man eine solche Sucht nicht einfach ad acta legen kann. Die Dämonen quälen einen weiter. Aber Zack setzt sich voll ein in den Ermittlungen und kann sogar seine Kontakte zur Szene nutzen.

Privat ist Zack auf dem aufsteigenden Ast. Mit Mera an seiner Seite geht es ihm gut. Sie gibt ihm Halt und Sicherheit. Aber warum fühlt er sich trotzdem zu der schönen Hebe hingezogen?

Sämtliche Charaktere sind hier sehr gut ausgearbeitet. Ich hatte von allen ein klares Bild. Es gefiel mir auch wirklich gut, dass alle Unikate sind. Jeder hat seine speziellen Macken und Probleme - das lässt sie sehr menschlich und authentisch wirken.

Fazit:
Ein sehr spannender und fesselnder Thriller, der uns in die Abgründe der menschlichen Seele schauen lässt.

Die Reihe:
1. Die Fährte des Wolfes
2. In den Fängen des Löwen
3. Das Blut der Hirsche
4. Der Schrei des Engels (voraussichtlicher Erscheinungstermin: April 2019)

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Nicht so überladen wie Band 1, aber genauso spannend

Bluthaus von Fölck Romy

Inhalt:
Nach den schrecklichen Ereignissen auf dem Apfelhof ihrer Eltern (siehe „Totenweg“) bleibt die Polizistin Frida Paulsen erst mal auf dem Land, um sich zu erholen. Sie weiß noch nicht, ob sie überhaupt wieder in den Polizeidienst zurückgehen will und soll. Doch als ihre Freundin Johanna Arndt in Schwierigkeiten steckt, wirft sich Frida sofort in die Ermittlungen.

Auch Bjarne Haverkorn ist mit dem Fall befasst, und auch wenn Frida gar nicht im Dienst ist, arbeiten die beiden doch wieder Hand in Hand.

Meine Meinung:
Wieder hat Romy Fölck einen sehr spannenden und fesselnden Kriminalroman geschrieben, bei dem es, ähnlich wie im 1. Band der Reihe, um einen alten, bisher ungeklärten Fall geht. Wie Johanna in diesen alten Fall verstrickt ist, war mir leider schon gleich am Anfang klar. Trotzdem bietet der Roman noch einige überraschende Momente.

Fölck hält die Spannung von Anfang bis Ende auf einem hohen Niveau. Mich ärgert es nur, dass dies oft dadurch geschieht, dass die Ermittler sich absolut unprofessionell benehmen und dadurch sich oder andere in große Gefahr bringen.

Trotzdem habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten gefühlt - nicht zuletzt aufgrund der stimmungsvollen und anschaulichen Landschafts- und Personenbeschreibungen.

Die Reihe:
1. Totenweg
2. Bluthaus

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Prima Abschluss der Götterleuchten-Reihe

Bluthaus von Fölck Romy

ACHTUNG: Dies ist der 4. Band der Götterleuchten-Reihe. Meine Rezension kann SPOILER zu den ersten drei Bänden enthalten.

Inhalt:
Die Titanen müssen endlich wieder begraben werden, doch die Voraussetzungen dafür sind denkbar schlecht. Zudem ist Josie auch noch schwanger und kann ihre Kräfte dadurch nicht voll auf den Kampf konzentrieren.

Schließlich lässt sich das Schicksal der Welt nur durch ein großes Opfer wenden.

Meine Meinung:
Nach dem Ende des 3. Bandes war ich sehr gespannt, wie Jennifer L. Armentrout die ganzen noch offenen Fragen und Probleme lösen würde. Und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung dieser Geschichte. Es gibt einige wirklich spannende Szenen und überraschende Wendungen, mit denen ich nie im Leben gerechnet hätte. So bleibt die Handlung durchweg sehr interessant.

Mochte ich bisher Josie mehr als Seth, so hat sich dies in diesem Band geändert. Seth hat sich dermaßen zum Positiven entwickelt, dass er nun mein Herz voll und ganz erobert hat. :-)

Mir haben die Szenen mit den beiden besser gefallen als in den vorherigen Bänden, weil sie noch gefühlvoller waren und mich zum Teil sogar zu Tränen gerührt haben. Lediglich die Beschreibung der Sexszenen fand ich zuweilen etwas plump, aber man kann halt nicht alles haben. ;-)

Die Götterleuchten-Reihe:
1. Erwachen des Lichts
2. Im leuchtenden Sturm
3. Glanz der Dämmerung
4. Funkeln der Ewigkeit

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Humorig wie eh und je, aber …

Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt Alpenkrimi . 24.10.2018. Paperback / softback. von Maurer Jörg

Inhalt:
Jennerwein und sein Team wollen Weihnachten auf einer Berghütte feiern, ganz ohne Ermittlungen und urgemütlich. Doch schon bald befindet sich die ganze Truppe in höchster Lebensgefahr. Jennerwein muss sich auf jeden Einzelnen verlassen können, um die Situation zu meistern.

Meine Meinung:
Jörg Maurers Schreibstil hat mir wie immer super gefallen.

Lebendig, humorig, einfach äußerst unterhaltsam, was er sich immer wieder an Wortspielen und Hintergrundinformationen einfallen lässt.

Die Handlung kann da leider nicht ganz mithalten. Sie teilt sich auf in zwei Fälle, den aktuellen, in dem die Truppe in Gefahr gerät, sowie einen Schulstreich von 1980, den der Schüler Hubertus damals auflöste. Abwechselnd wird von beiden erzählt. Die Geschichte um den Schulstreich, die Jennerwein den Kollegen auf der Hütte erzählt, fand ich leider nicht so spannend wie den Fall in der Gegenwart. Mir schien es fast, als ob hier einfach noch ein paar Seiten gefüllt werden mussten.

Das Verbrechen in der Gegenwart, dem die Polizisten ausgesetzt sind, war dagegen sehr spannend und definitiv mal was anderes. Daneben schaut man als Leser auch immer wieder mal bei den Graseggers rein und einer Gruppe von Snowboardern zu, wobei man sich natürlich die ganze Zeit fragt, wie die in der Handlung mit drin hängen. Am Ende weiß man es :-)

Die Reihe:
1. Föhnlage
2. Hochsaison
3. Niedertracht
4. Oberwasser
5. Unterholz
6. Felsenfest
7. Der Tod greift nicht daneben
8. Schwindelfrei ist nur der Tod
9. Im Grab schaust du nacht oben
10. Am Abgrund lässt man gern den Vortritt
11. Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt

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Eine lesenswerte Familiengeschichte - leider mit Längen

Piccola Sicilia von Daniel Speck

Inhalt:
Ein alter Freund von Nina will ein Flugzeugwrack bergen, das den berühmten Rommelschatz enthalten soll. Da Ninas verschollener Großvater auf der Passagierliste stand, reist Nina zum Bergungsort vor Sizilien. Hier trifft sie auf die ältere Joëlle, die ihr eine faszinierende Familiengeschichte erzählt, nämlich die von Ninas Großvater Moritz, der nie aus dem Krieg heimgekehrt ist …

Meine Meinung:
Leider bildet die Geschichte um Nina und Joëlle nur die Rahmenhandlung für die vergangene Familiengeschichte.

Mich interessiert nämlich meistens die Gegenwart viel mehr als das Vergangene. Insofern hat mich die Leseprobe ziemlich in die Irre geführt, denn diese erzählt praktisch nur von Nina. Mit ihr konnte ich mich gleich anfreunden, ich hätte gerne noch viel mehr von ihr gelesen, aber leider blieb sie im Verlauf des Romans dann doch recht blass.

Den weitaus größten Teil der Erzählung nimmt die Geschichte von Moritz, Yasmina und Victor ab 1942 in Tunis ein. Yasmina und Victor leben in Piccola Sicilia, einem bunten Einwandererviertel in Tunis, wo Muslime, Juden und Christen in friedlicher Nachbarschaft wohnen. Man hilft sich gegenseitig während des Kriegs, versteckt die Verfolgten, wischt alle Unterschiede beiseite, sieht nur den Menschen. Eigentlich ein Paradies. Doch es wird auch gezeigt, wie der Krieg die Menschen verändert - nicht immer zum Guten. Es gibt hier vieles, worüber es sich nachzudenken lohnt. Einiges empfand ich allerdings auch als etwas kitschig.

Daniel Speck hat es leider nicht geschafft, mich durchgehend zu fesseln. Viele Passagen empfand ich als ermüdend ausführlich, teilweise auch mit Wiederholungen. Hier kommt die Handlung nicht recht vom Fleck. In meinen Augen hätte dem Buch eine ordentliche Straffung gutgetan.

Normalerweise mag ich offene Enden gar nicht. Hier hat es mich nicht gestört - im Gegenteil, ich fand es sehr gut, dass nicht alle losen Fäden aus erzählt wurden, sondern dass der Autor sich auf den Kern beschränkt hat.

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Spannend, aber nicht atemberaubend

Blutrausch - Er muss töten von Chris Carter

„Blutrausch“ ist der 9. Band dieser tollen Thriller-Reihe. Der Fall ist aber abgeschlossen, sodass man keine Vorkenntnisse braucht. Trotzdem würde ich auch die ersten acht Bände empfehlen.

Inhalt:
Die Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia vom Los Angeles Police Department sind für besonders brutale Mordfälle zuständig.

Als sie an einen frischen Tatort gerufen werden, bietet sich ihnen ein grauenhaftes Bild. Hunter erkennt ziemlich schnell, dass dieser Täter nicht zum ersten Mal gemordet hat. Da steht auch schon das FBI auf der Matte und reißt den Fall an sich. Hunter und Garcia dürfen aber mitarbeiten, was jedoch nicht ohne Querelen abgeht.

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan dieser Reihe und habe von Anfang an alle Bände gelesen. Chris Carter schreibt sehr locker und einfach zu lesen - literarisch Hochwertiges darf man hier nicht erwarten. Dafür bekommt man aber gute Unterhaltung. Kleine Spannungsmomente gibt es durch die Cliffhanger am Ende vieler Kapitel und anschließende Perspektivwechsel. Während manche Bände der Reihe von Anfang bis Ende hochspannend und alptraumhaft sind, war mir hier vieles zu vorhersehbar und fast ein wenig weichgespült für Cartersche Verhältnisse. Die Opfer lernt man nur ganz kurz kennen, bevor sie im nächsten Moment auch schon tot sind. Das nimmt vieles von der sonst gewohnten Brutalität und Grausamkeit. Erst am Schluss gibt es einen dramatischen Show down mit einer überraschenden Wendung, was mir richtig gut gefallen hat.

In einem abschließenden Cliffhanger verweist Carter auf einen Gegner aus einem früheren Fall, der wohl in Band 10 wieder eine Rolle spielen wird. Ich bin schon gespannt darauf.

Die Reihe:
1. Der Kruzifix-Killer
2. Der Vollstrecker
3. Der Knochenbrecher
4. Totenkünstler
5. Der Totschläger
6. Die stille Bestie
7. I am Death. Der Totmacher
8. Death Call. Er bringt den Tod
9. Blutrausch. Er muss töten

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Unterhaltsam und tiefgründig

Liebe ist so scheißkompliziert von Sabine Schoder

Inhalt:
Nele (17) und ihre vier Jahre jüngere Schwester Lea sind ganz normale Teenager. Sie kabbeln sich ständig und zeigen so manche Unsicherheit, die die Pubertät mit sich bringt. Kompliziert wird es, als sich beide in denselben Jungen verlieben, den Star der Basketballmannschaft ihrer Schule, den charismatischen Jerome.

Leider lässt Neles bester Freund Tom kein gutes Haar an Jerome.

Auf einer Party erwischt Nele dummerweise zu viele Drogen. Am nächsten Tag zeigt ein Video im Internet sie halbnackt auf einem Bett. Sie kann sich nur noch daran erinnern, dass sie zuletzt mit Jerome in diesem Zimmer war …

Meine Meinung:
Ich liebe Sabine Schoders Schreibstil. Er ist so herrlich leicht und locker, immer wieder mit einer Prise Humor gespickt, sodass man beim Lesen ständig ein Grinsen im Gesicht hat.

Die Charaktere sind liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Auch wenn die Jungs und Mädels manchmal Dinge tun, über die man nur den Kopf schütteln kann, erweckt die Autorin doch immer das Verständnis des Lesers für so manche ungute Aktion, indem sie uns tief in das Innerste ihrer Protagonisten hineinblicken lässt.

Die Handlung kommt für meinen Geschmack etwas zu langsam in Fahrt. Die ersten hundert Seiten plätschert sie ein wenig vor sich hin. Wir lernen die verschiedenen Figuren kennen und wie sie zueinander stehen, was später natürlich noch wichtig wird. Trotzdem hätte ich mir auch schon am Anfang etwas mehr Handlung gewünscht. Zudem nervte mich auch Nele ziemlich. Sie ist ein Meter neunzig groß, was für ein Mädchen schon enorm ist, und leidet wahnsinnig darunter. Dies schmiert sie als Ich-Erzählerin dem Leser leider auf gefühlt jeder zweiten Seite gefühlt drei Mal aufs Butterbrot. Das war mir echt zu viel. Später wird es dann zum Glück weniger oft erwähnt.

Ansonsten gibt es aber überhaupt nichts an diesem tollen Roman auszusetzen. Er entwickelt sich erstaunlich tiefgründig und zum Glück auch in eine etwas andere Richtung, als ich anfangs befürchtet habe.

Die Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie wirkt richtig glaubhaft und ist, wie der Buchtitel schon sagt, alles andere als einfach. Sabine Schoder hat die Gefühle ihrer Figuren gut eingefangen, fast ohne jeglichen Kitsch.

Fazit:
Sabine Schoder hat mal wieder einen herrlich leichten, aber tiefgründigen Roman für junge Leser geschrieben, in dem sich sicher viele zumindest teilweise wiederfinden können. Ein Roman über Freundschaft, Familie, Mobbing, Vertrauen und die erste Liebe.

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Eine vielseitige Geschichte

Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern.Bd.1 von Vic James

Inhalt:
Wir befinden uns in England. Alle Menschen müssen im Lauf ihres Lebens zehn Jahre als Sklaven arbeiten. Alle Menschen außer den „Ebenbürtigen“. Diese Adligen besitzen Geschick, eine Art Magie, und regieren das Land.

Familie Hadley will ihre Sklavenjahre zusammen auf dem Anwesen der Jardines ableisten.

Das halten sie für angenehmer als die Arbeit in den Fabriken der großen Sklavenstädte. Aber erstens kann man sich täuschen und zweitens kommt sowieso immer alles anders, als man denkt …

Meine Meinung:
Aufgrund des lebendigen Schreibstils von Vic James und der detaillierten Erzählung kann man schnell in die Handlung eintauchen und sich gut zurechtfinden. Es ist leicht, mit den Hadleys zu sympathisieren - sie sind eine wirklich nette Familie. Umso mehr tat es mir leid, als ihr Plan nicht so gut aufging, wie sie sich das vorgestellt hatten. Vor allem den sechzehnjährigen Luke trifft es hart, während die zehnjährige Daisy scheinbar das große Los gezogen hat. Und Abi verliebt sich sogar in einen Jardine …

Die Autorin hat eine Menge Gesellschaftskritik in diesen dystopischen Roman gepackt und daraus eine spannende Handlung gestrickt. Von Rebellion über Intrigen bis zu Romantik ist alles enthalten. Die Geschichte ist also sehr vielseitig und alles andere als langweilig.

Besonders Luke hat mir gut gefallen. Er macht eine tolle Entwicklung durch und wächst im Lauf der Geschichte über sich selbst hinaus. Sehr spannend fand ich auch einige andere Figuren, bei denen man nicht gleich wusste, wer hinter ihnen steckt und welche Intention sie haben. Besonders der jüngste der Jardine-Brüder, Silyen, bleibt bis zum Schluss undurchsichtig.

Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, meist sind die Wechsel mit kleinen Cliffhangern versehen, was die Spannung hoch hält. Allerdings gibt es oft Zeitsprünge in der Erzählung einer Person, sodass man das in der Zwischenzeit Geschehene erst im Rückblick erfährt oder sich selbst zusammenreimen muss. Das hat meinen Lesefluss ein wenig unterbrochen.

Bei diesem Buch handelt es sich um Band 1 einer geplanten Trilogie. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es in Band 2 weitergeht, denn Band 1 endet mit einem fiesen Cliffhanger und vielen offenen Fragen.

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Viel Hype um ein durchschnittliches Buch

Children of Blood and Bone - Goldener Zorn von Tomi Adeyemi

Inhalt:
Vor elf Jahren musste die damals sechsjährige Zélie mit ansehen, wie die Soldaten des Königs ihre Mutter töteten, weil sie eine Maji war, eine Magierin. Denn die Magie sollte im ganzen Land ausgerottet werden. Doch in einigen Kindern schlummert sie noch, in den sogenannten Divînés wie Zélie.

Als Zélie zufällig ein magisches Artefakt berührt, erwacht die Magie in ihr. Zélie ist von den Göttern ausersehen, die Magie in die Welt von Orisha zurückzubringen. Kann ihr das gegen alle Widerstände gelingen?

Meine Meinung:
Tomi Adeyemi verarbeitet in ihrem Debütroman Mythen aus der nigerianischen Heimat ihrer Vorfahren. Sie will mit ihrer Geschichte gegen die Unterdrückung der Schwarzen durch die Weißen angehen, denn die Divînés und Maji sind dunkelhäutig, während die Königsfamilie und der Adel hellhäutig sind. Es steckt also eine gute Absicht dahinter - leider ist die Umsetzung nicht so gut geglückt.

Der Schreibstil ist größtenteils einfach, zuweilen auch leicht poetisch und eigentlich ganz angenehm zu lesen. Leider haben sich immer wieder ein paar für das Setting absolut unpassende Ausdrücke eingeschlichen, zumindest in der deutschen Übersetzung. Auch sonstige Ungereimtheiten, logische Lücken und Fehler sind vorhanden.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Zélie sowie dem Prinzen Inan und der Prinzessin Amari, die jeweils in der Ich-Form erzählen. Normalerweise führt die Ich-Erzählung dazu, dass man genau weiß, was im Protagonisten vorgeht. Nicht so bei diesem Buch. Viele Gedanken und Gefühle bleiben trotzdem unklar und unverständlich. Alle drei Erzähler entwickeln sich im Lauf des Romans weiter, zum Guten, aber auch zum Schlechten.

Die Welt, in die Adeyemi uns entführt, ist interessant und anders als unsere Welt. Doch konnte ich mir etliche Dinge nicht wirklich vorstellen, weil die Beschreibungen trotz der vielen Seiten eher dürftig sind. Vor allem zur Magie hätte ich mir noch viel mehr Erklärungen gewünscht, sie wirkt ab und an doch ziemlich nebulös und wenig nachvollziehbar.

Die Handlung geht einerseits rasant voran, andererseits ergeben sich aber auch immer wieder Längen. Es gibt sehr viele sehr blutige Kämpfe und grausame Handlungen. Im Film macht das sicher mehr Eindruck als im Buch, und ich kann gut verstehen, dass die Filmrechte bereits verkauft sind.

Der Handlungsverlauf ist relativ geradlinig, es gibt nur wenige Überraschungen. Und wenn sich den Helden schon mal Hindernisse in den Weg stellen, schaffen sie es in der Regel recht leicht, diese beiseite zu räumen.

Der Spannungs“bogen“ geht auf und ab und gipfelt in einem furiosen Showdown am Schluss, der mich ratlos und leicht frustriert mit einem bösen Cliffhanger zurückließ. Wann der 2. Band der geplanten Trilogie auf Deutsch erscheinen wird, wissen die Götter.

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