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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lilli33:

Gewaltige Südstaaten-Geschichte

Verratenes Land von Greg Iles


Inhalt:
In der Kleinstadt Bienville, Mississippi, haben die Reichen das Sagen. Der sogenannte Poker Club, ein Zusammenschluss von zwölf mehr oder weniger alten Herren, mischt überall mit, und seine Mitglieder werden von Tag zu Tag reicher.

Als der Archäologe Buck Ferris ermordet wird, sucht der Journalist Marshall McEwan die Schuldigen bei eben diesem Poker Club.

Sich mit diesen mächtigen Männern anzulegen, kann sehr gefährlich werden. Diese Erfahrung muss Marshall bald machen …

Meine Meinung:
Nach einer sehr spannenden Szene gleich zu Beginn musste ich meine Erwartungen erst mal wieder etwas herunterschrauben. Über etwa hundert Seiten ziehen sich recht zäh dahin. Aus der Sicht des Protagonisten Mashall McEwan wird über die Vergangenheit erzählt, was ihn mit der Stadt Bienville verbindet, die Geschichte seiner Familie und seines Freundes Paul und vieles mehr. Das fand ich etwas trocken zu lesen.

Doch dann nimmt die Handlung langsam Fahrt auf. Es werden überraschende Informationen bekannt. Immer wieder wendet sich das Blatt für Marshall, nicht nur in Bezug auf seine intriganten Widersacher, sondern auch im Liebesleben. Es fällt schwer zu entscheiden, wem man trauen kann und wem besser nicht.

Der Aufbau dieser recht komplexen Geschichte hat mir gut gefallen. Nachdem die Anfangsschwierigkeiten überwunden waren, konnte Greg Iles mich fesseln, auch wenn er für meinen Geschmack etwas zu ausschweifend und detailliert erzählt - mit 832 Seiten wird gerade mal ein Zeitraum von wenigen Tagen abgedeckt.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und konnte auch den bildhaften Schreibstil genießen, der dem Roman noch zusätzlichen Pfiff verleiht.

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Herzerwärmend und zuckersüß, aber nicht klebrig

An Nachteule von Sternhai von Holly Goldberg Sloan; Meg Wolitzer

Inhalt:
Die 12-jährigen Mädchen Bett und Avery haben eigentlich nichts gemeinsam. Sie wohnen Tausende Kilometer voneinander entfernt und kennen sich nicht einmal. Das soll sich nach Meinung ihrer Väter aber ändern, denn diese sind seit geraumer Zeit ein Paar und wollen eine Familie werden. Deshalb schicken sie die beiden Mädchen in dasselbe Sommercamp.

Doch Bett und Avery sind wild entschlossen, ihren Vätern einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Meine Meinung:
Dieser E-Mail-Roman ist einfach herzallerliebst. Ich musste so oft über die beiden Mädchen lachen, die mir ganz schnell ans Herz gewachsen sind. Die eine lebt in Kalifornien, die andere in New York. Die eine ist eine Draufgängerin, die keine Regel einhält, die andere ist übervorsichtig und ängstlich. Eigentlich kaum vorstellbar, dass diese beiden sich anfreunden könnten. Doch durch ihre E-Mails, in denen sie Pläne schmieden, um sich dem Willen ihrer Väter zu widersetzen, kommen sie sich nach und nach näher. Dabei hat jede ihren ganz eigenen Schreibstil, sodass man immer gleich weiß, wer gerade schreibt, auch wenn man nicht auf den Kopf der E-Mail achtet.

Dass Bett und Avery sich anfreunden würden, ist relativ schnell vorhersehbar, und das ist auch gut so. Aber das Autoren-Duo hat auch einige Überraschungen eingebaut, mit denen wirklich nicht zu rechnen war. Das macht die Geschichte herrlich bunt und erfrischend.

Besonders gut gefiel mir der lockere Umgang mit Homosexualität. Auch die Bedeutung von Familie und Freundschaft wird stark herausgestellt.

Ich fühlte mich von Anfang bis Ende super gut unterhalten und habe mich selten so amüsiert. Dabei ist das Buch nicht nur witzig, sondern auch sehr tiefgründig, aber eben auf eine ganz leichte Art. Das Buch hat nur einen Fehler: Es ist zu kurz. Ich hätte Bett und Avery gerne noch länger begleitet. Aber durch die Kürze und die kurzen E-Mail-Kapitel eignet es sich auch super für etwas lesefaule Kinder.

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Die inneren Dämonen

Geblendet - Thriller (Jenny Aaron 3) von Andreas Pflüger


Inhalt:
Die blinde Elite-Polizistin Jenny Aaron steht am Scheideweg. Soll sie sich einer Therapie unterziehen, um wieder sehen zu können, oder soll sie Seite an Seite mit ihren Kollegen von der Abteilung arbeiten, um korrupte Machenschaften aufzudecken und eine gnadenlose Killerin zur Strecke zu bringen?

Meine Meinung:
Dies ist der 3.

Band der Trilogie um Jenny Aaron und die Abteilung. Man sollte die ersten beiden Bände besser gelesen haben, um der Handlung problemlos folgen zu können. Ansonsten wäre Mut zur Lücke gefragt, aber auch das ist natürlich möglich.

Ich habe die Vorgängerände mit Begeisterung von der ersten bis zur letzten Seite gelesen und hatte deshalb auch hohe Erwartungen an diesen 3. Band, die leider nicht ganz erfüllt wurden. Hier geht es sehr viel um die inneren Dämonen von Aaron, aber auch von Ulf Pavlik und Inan Demirci sowie einer anderen Frau. Es gibt teilweise Rückblicke in die Kindheit und Jugend, die erklären sollen, warum diese Personen heute so ticken, wie sie ticken. Das geschieht ein wenig auf Kosten der Spannung.

Der Schreibstil ist aber wieder ganz super. Ich liebe die Metaphern und die bildgewaltigen Sätze. Die Frotzeleien unter den Kollegen der Abteilung bringen mich immer wieder zum Schmunzeln. Und die sekündliche Beschreibung der Abläufe, die in Actionszenen eingebaut ist, lässt mich ganz tief in die Handlung eintauchen und sie quasi hautnah in Zeitlupe miterleben.

Auch Aarons extreme Fähigkeiten, ihre Blindheit zu kompensieren, werden wieder genau erklärt und dargestellt. Das fasziniert mich immer wieder und bringt mich der Protagonistin sehr nahe.

Auch wenn die Spannung nicht durchgängig auf höchstem Niveau ist, lassen die rasanten Actionszenen diesbezüglich nichts zu wünschen übrig. Auch die ganzen politischen Ränke und Intrigen fand ich sehr fesselnd und weitgehend realistisch dargestellt.

Fazit:
Nicht ganz so rasant wie Band 1 und 2, aber durchaus spannend und fesselnd. Ein runder Abschluss der Trilogie um Jenny Aaron und die Abteilung.

Die Reihe:
1. Endgültig
2. Niemals
3. Geblendet

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Wortgewaltig und poetisch

Auf Erden sind wir kurz grandios von Ocean Vuong


Inhalt:
Er wird Little Dog genannt, geschlagen und verzärtelt, wie es gerade passt. Seine Mutter bekommt immer noch bei jedem Knall Angstzustände - der Vietnamkrieg steckt ihr in den Knochen. Die Großmutter Lan erzählt dem Kind Geschichten aus dem Krieg, Geschichten, die kein Erwachsener hören sollte, geschweige denn ein Kind.

Die Einwanderung in die USA ist nicht die erhoffte Lösung. Zerrissen zwischen zwei Welten, versucht der Ich-Erzähler, seinen Weg im Leben zu finden.

Meine Meinung:
„Auf Erden sind wir kurz grandios“ ist der Debütroman des jungen, für seine Gedichte preisgekrönten amerikanisch-vietnamesischen Autors Ocean Vuong. In einem Brief, der vielleicht nie gelesen werden soll - er ist an die Mutter gerichtet, die Analphabetin ist - erzählt Ocean Vuong fragmentarisch von seinem Leben, dem seiner Mutter und seiner Großmutter. Dabei sind die einzelnen Erinnerungen leider nicht chronologisch angeordnet, sondern die Reihenfolge scheint ganz willkürlich zu sein, was mir das Lesen etwas erschwert hat.

„Ich erzähle dir weniger eine Geschichte als ein Schiffswrack - die Teile dahintreibend, endlich lesbar.“ (S. 182)

Es schmerzt, diesen wortgewaltigen Roman zu lesen, der in einer poetischen Sprache verfasst wurde. Gleichzeitig ist es aber auch schön, all das zu lesen. Der Autor erzählt mit einer brutalen Ehrlichkeit, der man sich als Leser*in nicht entziehen kann. Dabei lässt er kaum ein Thema aus, das das Leben asiatischer Einwanderer in den USA ausmacht. Neben dem Vietnamkrieg geht es auch um Homosexualität, Drogen und immer wieder um Liebe und Hoffnung.

Das Buch bedrückt einen und lässt doch nicht los. Die verwundeten Seelen kann man nicht einfach ignorieren. Es ist keine Lektüre, die man locker nebenbei liest. Man muss Geduld aufbringen und den Willen, sich mit ihr zu befassen.

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Ein echter Pageturner, trivial, aber hoch spannend

Jagd auf die Bestie von Chris Carter


Inhalt:
Lucien Folter, die Inkarnation des Bösen schlechthin und Robert Hunters ehemaliger Freund, konnte aus dem Hochsicherheitsgefängnis fliehen. Er will Rache dafür, dass Hunter ihn vor dreieinhalb Jahren ins Gefängnis gebracht hat. Dafür hat er sich ein perfides Spiel ausgedacht. Wer wird gewinnen, die Bestie oder der Jäger?

Meine Meinung:
„Jagd auf die Bestie“ ist die Fortsetzung von „Die stille Bestie“ (Band 6 der Reihe).

Sicher ist es schöner, wenn man entsprechende Vorkenntnisse hat, das Wichtigste wird aber auch hier noch einmal gesagt, sodass man die Handlung und die Beweggründe der beiden Gegner auch so verstehen kann.

Chris Carter ist bekannt für seine brutalen, grausamen Thriller, bei denen man sich immer wieder fragt, wie er auf solch abartige Ideen für Tötungsarten kommt. Auch im 10. Band der Reihe um den hoch intelligenten Detective Robert Hunter und seinen Kollegen Carlos Garcia lässt der Autor sich einiges einfallen. Dabei wird das „Unappetitliche“ in allen Details beschrieben. Wer einen empfindlichen Magen hat oder sich leicht gruselt, sollte besser zu harmloseren Krimis greifen.

Alle anderen werden mit einem hoch spannenden Pageturner belohnt, den man kaum aus der Hand legen kann. Immer wieder müssen die Polizisten gegen die Zeit anrennen, und mehr als einmal erscheint alles aussichtslos. Die rasante Handlung treibt auf jeden Fall den Adrenalinspiegel der Lesenden in die Höhe.

Auch die genauen Erläuterungen, wie etwas funktioniert, sei es auf Seiten des Verbrechers oder auf Seiten der Ermittler, fand ich sehr interessant und nachvollziehbar.

Fazit:
Auch der 10. Band der Reihe ist sehr zu empfehlen, hoch spannend von Anfang bis Ende und meines Erachtens ohne Vorkenntnisse lesbar. Für Fans der Reihe unbedingt ein Muss.

Die Reihe:
1. Der Kruzifix-Killer
2. Der Vollstrecker
3. Der Knochenbrecher
4. Totenkünstler
5. Der Totschläger
6. Die stille Bestie
7. I am Death. Der Totmacher
8. Death Call. Er bringt den Tod
9. Blutrausch. Er muss töten
10. Jagd auf die Bestie

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It Never Rains in Southern California

Dry von Neal Shusterman; Jarrod Shusterman

Inhalt:
In Neal Shustermans neuestem Jugendbuch, das er zusammen mit seinem Sohn Jarrod geschrieben hat, erwacht der alte Song von Albert Hammond zum Leben. Es ist ein heißer, trockener Sommer, als die umliegenden Staaten Kalifornien das Wasser abdrehen, weil sie es für die eigene Bevölkerung brauchen.

Die meisten trifft der Wassermangel völlig überraschend, man hat trotz aller Warnungen und Mahnungen einfach nicht wahrhaben wollen, dass es so weit kommen könnte. Schnell sind die Wasservorräte in den Läden ausverkauft. Für einen Schluck Wasser tun die Menschen bald Dinge, die sie sich nie hätten träumen lassen. Jeder ist sich selbst der Nächste …

Meine Meinung:
Wie gewohnt, konnte mich Neal Shusterman von der ersten Seite an fesseln. Die Zusammenarbeit mit seinem Sohn hat anscheinend auch wunderbar geklappt, denn man merkt dem Buch nicht an, dass hier zwei Autoren beteiligt waren. Es wirkt wie aus einem Guss.

Der Schreibstil ist sehr flott und jugendlich. Man wird geradezu durch die Seiten getrieben, weil die Geschichte so spannend ist. Mir erschien sie auch sehr realistisch. Ich fürchte, etwas Ähnliches könnte durchaus in nicht allzu ferner Zukunft passieren. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von verschiedenen Jugendlichen. Das hat mir gut gefallen, da man dadurch verschiedene Sichtweisen kennenlernt.

Eine große Rolle spielt die sechzehnjährige Alyssa, die sich um ihren zehnjährigen Bruder Garrett kümmern muss, als die Eltern plötzlich nicht mehr da sind. Ihnen zur Seite steht Kelton, dessen Familie als Einzige im ganzen Viertel Lebensmittel und Wasser gebunkert und ihr Haus mit Fallen gesichert hat. Während Keltons Vater stur an seine eigene Familie denkt und nicht bereit ist, auch nur einen Tropfen Wasser zu verschenken, zeigt Kelton etwas mehr Menschlichkeit, nicht zuletzt, weil er schon seit Jahren in Alyssa verliebt ist. Die drei machen sich schließlich auf zu einem Zufluchtsort in den Bergen. Es gesellen sich noch die Aussteigerin Jacqui und das Schlitzohr Henry dazu. Auch wenn die Charaktere zuweilen etwas stereotyp anmuten, fand ich diese Zusammensetzung der Gruppe doch sehr gelungen, da sie alle so unterschiedlich sind und auf die Herausforderung jeweils anders reagieren. Während die einen durchaus der Gewalt zugeneigt sind, um an Wasser zu kommen, teilen die anderen auch noch den letzten Tropfen mit Fremden. Allerdings ist dies nicht starr; die Protagonisten entwickeln sich weiter und ändern ihre Einstellung durchaus auch mal im Verlauf der Handlung.

Mein einziger Kritikpunkt aus der Sicht einer Erwachsenen ist das Ende, das mir zu weichgespült erscheint, als dass es realistisch sein könnte. Für ein Jugendbuch finde ich es aber durchaus angemessen. Daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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Ein spannendes Verwirrspiel

Cat & Cole 2: Ein grausames Spiel von Emily Suvada

ACHTUNG: Dies ist der 2. Band einer Reihe. Meine Rezension kann SPOILER zum 1. Band enthalten.

Inhalt:
Nachdem die Hydra-Seuche eigentlich besiegt sein sollte, da ein Impfstoff-Code an alle Panels geschickt wurde, müssen Cat und Co. schon bald erkennen, dass das Virus mutiert ist und der Impfstoff damit unwirksam.

Nur Lachlan hat einen Vorteil davon, da er mit Hilfe des Codes die Menschheit beherrschen will. Cat und ihre Freunde wollen dies mit aller Kraft verhindern.

Meine Meinung:
Um diesen 2. Band der Reihe zu verstehen, sollte man unbedingt den 1. gelesen haben. Die Handlung setzt fast genau dort ein, wo der 1. Band endete. Wieder erleben wir die Handlung aus Cats Ich-Perspektive in der Gegenwart. Dadurch wird man tief in das Geschehen hineingezogen und fiebert und leidet mit den Protagonisten mit. Mir gefiel das sehr gut. Weniger gut gefiel mir, dass vieles immer und immer wieder wiederholt wird. Das nervt auf Dauer.

Die Geschichte entwickelt sich recht rasant - man kommt kaum zum Verschnaufen. Die ganzen technischen Begriffe waren mir zuweilen fast etwas zu viel. Ich konnte das nicht immer nachvollziehen, weil ich davon gar nichts verstehe. Da es ja aber sowieso keine reale Geschichte ist, habe ich das einfach akzeptiert, ohne alles penibel zu hinterfragen. Dem Lesevergnügen tat dies keinen Abbruch.

Mir gefiel vor allem Cats Entwicklung bzw. die Entdeckung ihrer wahren Identität, nachdem sie gerade feststellen musste, dass sie nicht - wie lange Zeit angenommen - Lachlans Tochter ist. Es ist ein steiniger Weg für die junge Frau, auf dem sie oft nicht einmal ihren Freunden trauen mag geschweige denn den Leuten von Cartaxus, die ihren ganz eigenen Plan verfolgen und dabei über Leichen gehen.

Cat muss viele schwierige Entscheidungen treffen, von denen das Leben ihrer Freunde oder gar das Überleben der Menschheit abhängen. Emily Suvada spricht hier auch ethische Fragen an, zum Beispiel, wie viel Gewalt sein darf, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Eine kleine Liebesgeschichte rundet das Buch ab, bleibt im Umfang aber weit hinter dem Action-Teil zurück, was ich als ganz angenehm empfand.

Fazit:
Ein spannender und rasanter 2. Band der Reihe, dessen Schluss nach einer baldigen Fortsetzung schreit.

Die Reihe:
1. Die letzte Generation
2. Ein grausames Spiel
E-short: Vergessene Wunden

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Was für ein Gemetzel!

Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis von Sabaa Tahir

Inhalt:
Imperator Marcus herrscht mit Gewalt wie immer. Blutgreif Helena versucht, ihm entgegenzuwirken. Kommandantin Keris kocht ihr eigenes Süppchen. Laia versucht den Nachtbringer aufzuhalten. Und Elias ist in der Zwischenstatt gefangen.

Meine Meinung:
Band 1 und 2 haben mich wirklich begeistert, sodass ich sehr gespannt auf den 3.

war. Doch durch den habe ich mich stellenweise ein bisschen gequält. Es ging schon damit los, dass es nur spärliche Rückblicke auf die vergangene Handlung gibt. Da es nach Band 2 über zwei Jahre gedauert hat, bis dieser Band auf Deutsch erschien, waren mir viele Details aus den Vorgängern nicht mehr präsent. Ich habe daher ziemlich lange gebraucht, um in die Handlung reinzukommen. Wer die Zeit hat, sollte unbedingt einen Reread der Vorgängerbände erwägen.

Es wird hauptsächlich aus den Ich-Perspektiven von Laia, Elias und Helena erzählt, wobei die einzelnen Handlungsstränge sich nur selten berühren. Sie wirken über weite Strecken eher wie losgelöst voneinander als wie eine gemeinsame Geschichte. Das hat mir nicht so gut gefallen.

Zwar ist die Handlung in allen Strängen spannend, aber es ist an allen Orten ein einziges Gemetzel. Ich kann mich nicht erinnern, in einem Buch schon einmal so viele Tote erlebt zu haben. Hier folgt eine Schlacht der anderen, abgelöst von Folter und anderen Gräueltaten. So schwindet die Hoffnung auf ein gutes Ende immer wieder, um dann erneut aufzuflammen.

Die Protagonisten machen eine große Entwicklung durch, sie alle leiden und bangen um ihre Liebsten. Insofern finden sich auch in diesem Band neben der ausufernden Gewalt auch einige Emotionen.

Das Erzähltempo ist sehr hoch, manchmal war es mir einfach zu viel. Da hätte ich mir gewünscht, dass sich alles ein wenig langsamer entwickelt und man als Leser*in auch mal zum Verschnaufen kommt.

Nun hoffe ich, dass Band 4 nicht wieder so lange auf sich warten lässt und die Reihe damit zu einem guten Abschluss kommt.

Die Reihe:
1. Die Herrschaft der Masken
2. Eine Fackel im Dunkel der Nacht
3. In den Fängen der Finsternis
4. ???

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Einfache, gute, amüsante Unterhaltung

Bleib doch, wo ich bin von Lisa Keil


Inhalt:
Kaya fühlt sich wohl in dem kleinen Ort Neuberg, wo sie ein Bücher-Café betreibt und ihre Freunde Amelie und Rob um sich hat, nicht zu vergessen, ihr Shetlandpony Achterbahn. Ab und zu gönnt sie sich einen One-Night-Stand; mehr kann sie sich nicht vorstellen und meint sie auch nicht zu brauchen.

Bis sie sich in Lasse verliebt …

Meine Meinung:
Mit Liebesromanen habe ich es eigentlich nicht so. Doch hier hat mich der Titel und das Cover angesprochen, sodass ich einfach mal zugegriffen habe. Ich habe es nicht bereut!

Lisa Keil schreibt ganz amüsant und locker. Ich fühlte mich durchweg gut unterhalten, auch wenn die Story etwas einfach und vorhersehbar ist. Das Lesen machte mir einfach Spaß, vor allem auch wegen der manchmal witzigen Dialoge und eingebauten Wortspiele.

Kaya ist eine patente und sehr sympathische junge Frau, die mir auf Anhieb gefiel. Wie unkompliziert und herzlich sie mit ihrer Nichte Milli umgeht, hat mir das Herz erwärmt. Auch die innige Freundschaft zu ihrem Sandkastenfreund Rob fand ich faszinierend. Mit Lasse bin ich nicht so warm geworden, er war mir etwas zu zickig, auch wenn man das nach seinen Erfahrungen durchaus nachvollziehen kann. Aber natürlich ist sein Verhalten für die Entwicklung der Handlung notwendig, sonst käme es ja nicht zu diesen Irrungen und Wirrungen, die die Geschichte erst interessant machen.

Fazit:
Wer sich einfach mit einer netten Liebesgeschichte locker unterhalten lassen möchte, macht mit diesem Roman nichts verkehrt.

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Unblutiger Psycho-Thriller

Einer wird sterben von Wiebke Lorenz

Inhalt:
Stella ist allein zu Hause. Ihr Mann ist als Pilot oft tagelang unterwegs. Als Stella ausgerechnet am Jahrestag eines schlimmen Vorfalls ein seltsames Pärchen in einem Mercedes vor ihrer Villa entdeckt, wird ihr mulmig zumute. Die beiden sitzen einfach in ihrem Auto, machen nichts, steigen nicht aus, und doch hat Stella das unbestimmte Gefühl, dass sie wegen ihr hier sind …

Meine Meinung:
Schon mit dem Prolog geht es spannend los und man landet mitten im Geschehen.

Direkt an Stellas Seite wird man als Leser*in durch die ganze Handlung geführt. Trotzdem bin ich der Protagonistin nicht ganz nahe gekommen. Zwar konnte ich ihre Gedanken meistens gut nachvollziehen, aber manche Handlungsweisen erschienen mir nicht unbedingt folgerichtig.

Die Spannung steigt sachte immer weiter an. Wiebke Lorenz streut falsche Hinweise aus und führt auf falsche Fährten, sodass man nicht wirklich erahnen kann, wohin die Geschichte führen wird. Es passieren immer mehr Ungereimtheiten, die Stella in Angst und Schrecken versetzen. Ich war gefesselt und wollte immer weiter lesen, um endlich dahinter zu kommen, worum es hier geht. Doch von der Auflösung war ich dann ehrlich gesagt, etwas enttäuscht. Sie schien mir fast wie aus dem Hut gezaubert. Es gab keine Hinweise, mit denen man selbst hätte draufkommen können. Zwar ist es durchaus möglich, dass etwas so passiert, aber mir kam es doch sehr konstruiert vor.

Fazit:
Trotzdem ein spannendes und unterhaltsames Buch, das ich durchaus empfehlen kann.

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