Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
So spannend wie die Vorgänger
Die Hornisse von Raabe Marc
So spannend wie die Vorgänger
Inhalt:
In Berlin wird der berühmte Rockstar Brad Galloway ermordet. Seine ausgeblutete Leiche wird ausgerechnet im Gästehaus der Polizei gefunden. Tom Babylon und die Polizeipsychologin Sita Johanns machen sich auf die Suche nach dem Mörder. Doch bald wird klar, dass Tom von dem Fall weitaus mehr betroffen ist, als ihm und seiner Familie lieb sein kann.
Meine Meinung:
Dies ist bereits der 3. Fall für Tom Babylon, und auch wenn es eine Art Rahmenhandlung gibt, braucht man nicht unbedingt Vorkenntnisse. Der aktuelle Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, und zur Rahmenhandlung gibt es hier genügend Informationen, um folgen zu können. Aber natürlich ist dies schöner und einfacher, wenn man die vorherigen Bände auch gelesen hat und die auftauchenden Personen bzw. Hinweise auf zuvor Geschehenes dadurch besser einordnen kann.
Erzählt wird in zwei Handlungssträngen. Verwirrung kann dabei eigentlich nicht entstehen, denn es wird vor jedem Kapitel angegeben, wann es spielt, sogar mit Wochentag, Datum und Uhrzeit. Die Handlung in der Gegenwart (2019) wird dabei im Präsens erzählt, die in der Vergangenheit (1989) im Imperfekt. Zudem sind die Kapitel der Vergangenheit kursiv gedruckt.
Es ist insgesamt ein sehr bedrückender Thriller, gibt er doch Einblick in düstere Machenschaften in der Ex-DDR, erzählt aber auch, wie schnell man unter falschen Verdacht geraten kann, von dem man sich kaum mehr befreien kann.
Die Handlung verläuft in hohem Tempo. Sie ist klasse konstruiert, sodass man nicht gleich errät, wie alles zusammenhängt und es von Anfang bis Ende super spannend bleibt.
Die Hauptfigur Tom Babylon erhält eine ungeahnte Tiefe mit vielen verschiedenen Schichten. Hier kommt nicht nur der Polizist Tom zum Vorschein, sondern auch der Ehemann Tom, der Vater Tom und der Sohn Tom. Dabei kommt er größtenteils sehr sympathisch rüber, erweist sich, wenn notwendig, aber auch als knallhart - ein Mann mit Rückgrat, aber auch mit Gefühlen. Das hat mir sehr gut gefallen.
„Die Hornisse“ endet mit einem Cliffhanger bezüglich der Rahmenhandlung, der mich neugierig auf die Fortsetzung macht, aber nicht so schlimm ist, dass er mir schlaflose Nächte bereiten wird. ;-)
Die Reihe:
1. Schlüssel 17
2. Zimmer 19
3. Die Hornisse
Interessantes Ermittler-Duo
Amissa. Die Verlorenen von Frank Kodiak
Interessantes Ermittler-Duo
Inhalt:
Die siebzehnjährige Leila Eidinger verlässt nach einem Streit mit ihren Eltern ihr Zuhause und verschwindet spurlos. Rica und Jan Kantzius sind Privatermittler. Er war früher Polizist, sie Opfer eines Verbrechens. Gegen den Willen der Polizei nehmen sie die Ermittlungen auf und stoßen auf weitere Fälle vermisster Mädchen.
Meine Meinung:
Hinter dem Pseudonym Frank Kodiak verbirgt sich der erfolgreiche Autor Andreas Winkelmann - warum auch immer. Verstecken muss er sich mit diesem spannenden und interessanten Thriller nicht. Dieser unterscheidet sich meiner Meinung nach auch nicht gravierend von den unter seinem Realnamen geschriebenen Büchern.
Das Ehepaar Kantzius empfand ich als sehr interessante Personen. Beide haben schon zu viel mit Verbrechen zu tun gehabt, als dass sie seelisch unbeschadet wären. Während Rica ihre Kräfte darauf verwendet, anderen Opfern zu helfen, indem sie im Auftrag der Organisation Amissa verschwundene Menschen sucht, brodeln in Jan oft Rachegefühle und er schreckt gegenüber Verbrechern nicht vor schlimmster Gewalt zurück. Beide scheuen sich dabei nicht, das Gesetz zu übertreten, Rica allerdings nur als Hackerin. Rica war mir durchgehend sehr sympathisch, mit Jan bekam ich immer mehr Schwierigkeiten, weil ich seine brutalen Methoden einfach nicht akzeptieren kann.
Die Erzählung ist sehr fesselnd aufgebaut. Durch häufige Perspektivwechsel, öfter mal mit Cliffhanger, wirkt die Handlung sehr spannend und lebendig - leider auch viel zu realistisch. Die Gefahren des Internets, besonders der Social Media, für Kinder und Jugendliche sind ein großes Thema. Gerade Eltern wird dieser Thriller sicher an die Nieren gehen.
Amissa. Die Verlorenen ist der 1. Band der Amissa-Trilogie. Zwar endet er mit einem kleinen Cliffhanger, kann aber auch durchaus zufriedenstellend als Einzelband gelesen werden, falls einen wider Erwarten die Geschichte nicht packen sollte.
Eine Frau erfindet sich neu
Das Wörterbuch des Windes von Nina Blazon
Eine Frau erfindet sich neu
Inhalt:
Swea Schwarzenberg, 42, wollte sich eigentlich auf ihrer zweiten Hochzeitsreise nach Island mit ihrem Mann Henrik wieder zusammenraufen. Doch die Reise endet in einem Desaster, als Swea erkennen muss, dass Henrik sie betrügt. Swea verkriecht sich bei dem Deutsch-Isländer Einar, einem über siebzigjährigen Mann, der gegen seine eigenen Dämonen ankämpft.
Auch dessen Untermieter Jon hat eine bewegte Vergangenheit. Alle drei versuchen, ihr Leben wieder auf die Reihe zu kriegen - jeder auf seine Weise.
Meine Meinung:
Mir fiel es ein bisschen schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Den Anfang fand ich etwas schleppend und nicht besonders spektakulär. Doch das Durchhalten hat sich auf jeden Fall gelohnt! Bald schon konnte mich Nina Blazon mit Sweas „Verwandlung“ packen. Die Protagonistin schafft es, immer mehr Ballast aus ihrem früheren Leben abzuwerfen und herauszufinden, was ihr wirklich wichtig ist. Die besondere Mentalität der Isländer, unter denen sie bald viele Freunde hat, hilft ihr dabei ungemein.
Die Autorin hat in mir eine Neugier auf diese windumtoste Insel im Atlantik geweckt. In ihren Beschreibungen von Land und Leuten zeigt sie eine große Leidenschaft dafür. Vor allem der Wind spielt eine große Rolle, ist fast schon eine zusätzliche Person, die sich einmischt und den Weg weist. Auch Geister, Elfen und nordische Mythen fehlen nicht, bleiben aber eher im Hintergrund, was mir sehr gut gefallen hat.
Erzählt wird hauptsächlich aus Sweas Perspektive in der Ich-Form, aber auch immer wieder aus Einars Sicht. Die Entwicklung der Protagonist*innen konnte ich gut nachvollziehen. Hier geschieht ein Schritt folgerichtig nach dem anderen. Teils sprüht das pure Leben aus den Zeilen, teils hängen die Protas ihren düsteren oder hoffnungsvollen Gedanken nach. Die Mischung fand ich sehr gelungen.
Von mir gibt es natürlich eine Leseempfehlung für diesen wunderbar warmherzigen und Mut machenden Roman.
Teils interessant und spannend, teils langatmig und wirr
INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne von Christopher Paolini
Teils interessant und spannend, teils langatmig und wirr
Inhalt:
Man schreibt das Jahr 2257. Kira Navárez ist Xenobiologin. Bei einem Aufenthalt auf dem Planeten Andrasteia stößt sie auf eine fremde Lebensform, die sich mit ihr verbindet und ihr Leben gründlich auf den Kopf stellt. Sie wird zum Ziel der unterschiedlichsten Mächte: Militär, „gute“ und „böse“ Aliens.
Aber natürlich muss sie vor allem die Welt retten …
Meine Meinung:
Wie groß war meine Freude, nach vielen Jahren endlich wieder ein Werk von Christopher Paolini in den Händen halten zu können. Eragon fand ich damals faszinierend und fesselnd, und da ich auch dem Genre Science-Fiction zugeneigt bin, musste ich „Infinitum“ unbedingt haben. Doch leider war die Enttäuschung beim Lesen recht groß.
Der Anfang ist gut. Interessant und flott wird das Nötigste beschrieben und erklärt, was passiert. Doch leider driftet die Story dann irgendwie vom Weg ab, taumelt zum Teil unmotiviert durchs Weltall ohne klaren Hintergrund. Hauptsache, es gibt immer wieder Kämpfe zwischen Menschen und Aliens oder zwischen Aliens und anderen Aliens, die zum Teil spannend beschrieben werden, zum Teil aber auch langweilig sind.
Zwar rufen die detaillierten Beschreibungen sofort das Kopfkino auf den Plan, ziehen die Erzählung aber auch unsäglich in die Länge. Um es klarzustellen: Ich mag dicke Wälzer, aber sie müssen mich fesseln. „Infinitum“ hat dies leider überhaupt nicht geschafft. Ich musste mich regelrecht durchkämpfen, in der Hoffnung darauf, dass sich die Wirrnis irgendwann lichtet und der Knoten sich löst. Tja, wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt - aber sie stirbt.
Der einzige Lichtblick war für mich das Schiffsgehirn Gregorovitch, das die „Wallfisch“ führt, das Raumschiff, auf dem Kira sich die meiste Zeit befindet, oft allein, während die restliche Crew eingefroren ist. Folglich passiert in dieser Zeit auch nicht allzu viel. Lediglich das Geplänkel zwischen Kira und Gregorovitch, der definitiv einen Dachschaden hat, war schon sehr amüsant.
Die Aufmachung des Buches ist recht schön, angefangen bei einem tollen Cover und einigen Abbildungen und Sternkarten. Im etwa 40 Seiten starken Anhang werden die wissenschaftlich-technischen Details erklärt, im Glossar etliche Begriffe erläutert. Zudem erzählt der Autor über die Entstehungsgeschichte des Romans und warum es so lange gedauert hat, bis das Buch veröffentlicht werden konnte. Er musste nämlich etliche Versionen schreiben und immer wieder überarbeiten, bis die Geschichte funktionierte. In meinen Augen tut sie das leider immer noch nicht.
Fazit:
Einige gute Elemente, aber auch viel Langeweile. Als Unterhaltungsfilm, den man nach dem Schauen gleich wieder vergisst, würde die Geschichte für mich wohl funktionieren, nicht aber als Roman, mit dem man sich einige Tage oder gar Wochen beschäftigen muss.
Ich schwanke zwischen 2 und 3 Sternen, runde daher wohlwollend auf.
Ich habe mich herrlich amüsiert
Funkenmord Kluftingers neuer Fall. Gebunden. von Klüpfel Volker; Kobr Michael
Ich habe mich herrlich amüsiert
Inhalt:
Der Fall „Funkenmord“ war vor etwa 30 Jahren Kluftingers erster Fall. Schnell hat ein Verdächtiger gestanden und jahrelang im Gefängnis gesessen. Nun ist er tot und Klufti längst nicht mehr von seiner Schuld überzeugt. Er rollt den Fall neu auf, um seinen damaligen Fehler wieder gut zu machen.
Handfeste Unterstützung erhält er dabei vor allem von der neuen Kollegin Lucy Beer.
Auch zu Hause ist der Kommissar schwer gefordert. Erika ist krank und Kluftinger muss einige der häuslichen Arbeiten übernehmen. Das kann ja nicht so schwer sein, oder doch?
Meine Meinung:
Dies ist der 11. Fall für Kriminalhauptkommissar Kluftinger aus Altusried. Am schönsten ist es sicher, wenn man die Reihe ab dem 1. Band verfolgt hat, zumindest aber den 10. sollte man gelesen haben. Denn der Fall „Funkenmord“ nimmt quasi im Vorgängerband seinen Anfang. Im größten Notfall kann man dieses Buch aber auch ohne Vorkenntnisse lesen.
Kluftinger entwickelt sich weiter, was technische Dinge und soziale Gepflogenheiten angeht. Trotzdem findet er immer wieder ein Fettnäpfchen, in das er treten kann. Die Situationskomik ist einfach klasse. Ich habe mich selten bei einem Krimi so herrlich amüsiert. Viel trägt auch die neue Mitarbeiterin Lucy Beer dazu bei. Die hübsche junge Frau nimmt kein Blatt vor den Mund und setzt sich in der Männerwelt von Kluftingers Abteilung ganz schnell durch. Mit Herz und Verstand bringt sie frisches Blut in die Krimi-Reihe. Das hat mir gut gefallen.
Der Kriminalfall, der Kluftinger einfach keine Ruhe lässt, weil durch seine Schuld ein Unschuldiger im Gefängnis saß, ist anfangs kaum zu durchschauen. Auch wenn die Verdachtsmomente in eine bestimmte Richtung weisen, fehlt es einfach an handfesten Beweisen, und die Auswahl der möglichen Verdächtigen ist zu groß. Durch hartnäckige Ermittlungen und Spurensuche sowie sehr geschickte Vernehmungen kann der Fall schließlich gelöst werden, wobei das Autorenduo am Ende noch zu überraschen weiß.
Fazit:
Mit diesem humorvollen und unterhaltsamen Krimi konnten Volker Klüpfel und Michael Kobr mich absolut begeistern. Für mich ist es einer der besten, wenn nicht sogar der beste Band dieser Reihe.
Die Reihe:
1. Milchgeld
2. Erntedank
3. Seegrund
4. Laienspiel
5. Rauhnacht
6. Schutzpatron
7. Herzblut
8. Grimmbart
9. Himmelhorn
10. Kluftinger
11. Funkenmord
Teilweise langatmig und unlogisch
Vortex - Das Mädchen, das die Zeit durchbrach von Anna Benning
Teilweise langatmig und unlogisch
Inhalt:
Elaine und Balian haben sich von Varus Hawthorne losgesagt. Trotzdem lässt dieser nicht von seinem Plan ab, zum Urvortex zu gelangen. Er schickt andere Läufer, die ihr Glück versuchen sollen. Auf der anderen Seite will Nathaniel, der Führer von Sanktum, in einen Krieg gegen Hawthorne und die Menschen eintreten.
Ellie und Bale versuchen alles, um sowohl das eine als auch das andere zu verhindern.
Meine Meinung:
Mir fiel es äußerst schwer, in dieses Buch hineinzufinden. Anfangs schleppt sich die Handlung so müde dahin, dass mich die Lust zum Weiterlesen einfach nicht packen wollte. Es wird über vieles gesprochen und nachgedacht, vieles wird einfach erzählt, aber man darf es als Leser*in nicht hautnah miterleben. Das war mir einfach zu trocken. Doch später ist es, als ob die Autorin aufgewacht wäre. Nun sprudelt die Handlung übermütig voran, an jeder Ecke wartet eine neue Überraschung und das Lesen machte mir richtig Spaß. Hier ist die Story dann sehr spannend und fesselnd erzählt, man kann mit den Protagonisten mitfiebern und neugierig die Seiten umblättern in der Erwartung neuer fantastischer Ereignisse und Entwicklungen.
Besonders spannend ist es, weil man nicht weiß, wer nun wirklich gut und wer böse ist. So mancher hat ein Geheimnis, das ihn ziemlich undurchsichtig erscheinen lässt und wodurch er sich Vertrauen verspielt.
Mit Zeitreisen ist das ja nie so ganz einfach - so auch hier. Es ist leider nicht durchgehend gelungen, die Handlung mit konsequenter Logik zu erzählen. So vermieste mir ein Fehler gegen Ende die Lektüre leider wieder ein bisschen. Und dabei meine ich nicht ein Paradox, das sich praktisch nicht vermeiden lässt, sondern dass sich dieselbe Reise auf zwei verschiedene Personen, die miteinander reisen, nicht gleich auswirkt.
Trotzdem warte ich jetzt ungeduldig auf den Abschlussband, der für Frühjahr 2021 geplant ist.
Die Trilogie:
1. Der Tag, an dem die Welt zerriss
2. Das Mädchen, das die Zeit durchbrach
3. NN (erscheint voraussichtlich Frühjahr 2021)
Sehr spannend und hochaktuell
Die App - Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst. Psychothriller. Kartoniert. von Strobel Arno
Sehr spannend und hochaktuell
Inhalt:
Der Chirurg Hendrik Zemmer wird nachts zu einem Notfall gerufen. Als er gegen Morgen wieder nach Hause kommt, ist sein Haus leer - keine Spur von seiner Verlobten. Die Polizei tut deren Verschwinden als harmlos ab, zumal es keinerlei Spuren von Gewalt gibt, doch Hendrik will nicht glauben, dass Linda ihn einfach so verlassen hat.
Da meldet sich eine Frau bei ihm, deren Mann auf ähnliche Weise verschwunden ist. Beide Häuser sind mit dem Smart-Home-System Adam ausgerüstet, das durch Zahlencode und Irisscan eigentlich ultrasicher sein sollte. Doch ergibt sich schnell der Verdacht, dass trotzdem jemand eingedrungen ist.
Meine Meinung:
Arno Strobels Psychothriller empfinde ich als einfache, aber gute und unterhaltsame Literatur. Wer Hochgeistiges lesen will, ist hier verkehrt. Wer lockere und trotzdem spannende und interessante Lektüre sucht, kann hier auf seine Kosten kommen.
Mich konnte der Autor von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Die Vorstellung, dass jemand in dein Haus eindringen kann, dich beobachten, dich entführen, ist gruselig, aber leider gar nicht so abwegig. Wir alle wissen ja, dass praktisch jedes Computersystem auch gehackt werden kann. Strobel versteht es, Zweifel an der Technik zu schüren und dabei Gänsehaut zu erzeugen.
Ich fand die Handlung durchgehend sehr spannend, da man nie wissen kann, wem man trauen kann. Es werden jede Menge falsche Spuren gelegt. Zudem geht es um einen Wettlauf mit der Zeit, denn Linda ist in tödlicher Gefahr, könnte aber bei schnellem Eingreifen noch gerettet werden. Besonders die Einschübe aus Opfersicht gingen mir dabei an die Nieren.
Zwar kann man die Auflösung bei aufmerksamem Lesen teilweise schon früh erahnen. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch, denn wie gesagt, dies ist nur teilweise möglich, und es geht ja auch immer noch darum, das Opfer zu retten.
Arno Strobel hat mich mit seinem neuen Thriller auf der ersten Seite abgeholt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen, ja sogar über das Ende hinaus, denn diese Story wird mich gedanklich sicher noch eine Zeit lang beschäftigen.
Eine wahre Heldin
Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete von Sharon Cameron
Eine wahre Heldin
Inhalt:
Polen, 1939. Die sechzehnjährige Stefania Podgórska lebt seit einiger Zeit bei der jüdischen Familie Diamant, für die sie arbeitet. Ihre Beziehung ist von einer großen Zuneigung erfüllt. Doch dann marschieren die Deutschen in Polen ein und sperren die Juden ins Ghetto, wo sie nicht genügend zu essen bekommen.
Stefania unterstützt die Diamants von außen, so gut es geht, auch wenn sie sich selbst dadurch in Gefahr bringt. Gleichzeitig muss sie für ihre kleine Schwester Helena sorgen. Als den Juden im Ghetto immer mehr Gefahr droht, kann Max Diamant fliehen, und er bittet Stefania, ihn für eine Nacht zu verstecken. Doch er bleibt viel länger und es kommen noch mehr hilfsbedürftige Juden nach, die Stefania vor den Augen der Deutschen und auch polnischen Judenhasser versteckt.
Meine Meinung:
Sharon Cameron schrieb diesen Roman nach einer wahren Begebenheit. So ist es kein Wunder, dass er sehr authentisch wirkt. Nach Angaben der Autorin wurden Kleinigkeiten geändert bzw. ergänzt oder manche Szenen in eine andere Reihenfolge gebracht, aber im Großen und Ganzen hat es sich wohl wirklich so zugetragen.
Stefania Podgórska ist eine wahre Heldin. Es ist unglaublich, was dieses junge Mädchen alles auf die Beine stellt, um mehr oder weniger fremden Menschen das Leben zu retten und sich gegen die Übermacht der deutschen Soldaten und der polnischen Polizei aufzulehnen. Aber auch ihre kleine Schwester Helena hat mich stark beeindruckt. Sie ist dermaßen pfiffig und dabei nicht weniger mutig als Stefania.
Historische Romane sind eigentlich nicht so meins. Schon in der Schule fand ich Geschichte gähnend langweilig. Dass Sharon Cameron mich mit Stefanias Geschichte trotzdem absolut fesseln konnte, zeugt vom Können der Autorin. Sie erzählt wahnsinnig fesselnd und eindringlich und setzt damit das Kopfkino in Gang. Fast liest sich dieser Roman so spannend wie ein Krimi. Die Angst vor Entdeckung, vor willkürlichen Übergriffen, aber auch die enorme Wut über diese Ungerechtigkeit sind fast mit Händen zu greifen. Und immer wieder blitzt die Hoffnung auf, dass sich irgendwann alles zum Guten wenden wird.
Fotos von Stefania Podgórska und ihrer Familie runden das Buch schön ab und bringen uns die Protagonistin/Heldin noch näher.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen wunderbaren Roman nach einer wahren Geschichte. Er kann von Leser*innen ab ca. 12 - 14 Jahren gelesen werden.
Wenig überraschend, aber spannend
Beastmode 2: Gegen die Zeit von Rainer Wekwerth
Wenig überraschend, aber spannend
ACHTUNG: Meine Rezension kann SPOILER zu Band 1 enthalten.
Inhalt:
Fünf außergewöhnlich begabte Jugendliche sind unterwegs, um die Welt zu retten - nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit. Ein mysteriöses Energiefeld bedroht die Menschheit und muss gestoppt werden.
Meine Meinung:
Den ersten Band sollte man unbedingt zuvor gelesen haben, um zu verstehen, worum es hier geht, denn die Handlung schließt praktisch nahtlos daran an, ohne groß etwas davon zu wiederholen.
War im ersten Teil die Geschichte noch absolut neu, bietet der zweite weit weniger Überraschungen. Damals führte die Reise zu Amandas und Damons Ursprüngen; so war zu vermuten, dass es diesmal zu den Anfängen von Malcolm, Wilbur und Jenny geht, wobei einiges davon aber schon von Band 1 bekannt ist. Die Figuren erhalten hier immer mehr Tiefe, man erfährt viel über ihren Hintergrund und ihre Vergangenheit, was ihnen einige Sympathiepunkte bringt - dem einen mehr, der anderen weniger ;-)
Besonders gelungen fand ich die Figur des Damon, der ja Ende des 1. Bandes im 18. Jahrhundert beschworen wurde und sich daher nicht mehr an die Ereignisse bzw. sein Wissen in der Gegenwart erinnern kann. So stolpert er etwas unbedarft durch die Gegend und macht immer wieder recht naive Bemerkungen, über die man einfach schmunzeln muss. Einige der Dialoge sind echt klasse!
Auch wenn vieles vorherzuahnen ist, versteht Rainer Wekwerth seine Geschichte sehr spannend zu erzählen, indem er immer wieder kleine Highlights einflicht, die dann doch überraschend wirken. Der Schreibstil ist einfach und flott zu lesen und Spannung durchweg vorhanden. Auch einige emotionale Momente werden beschrieben. In der Summe hat mir auch der zweite Band dieser Dilogie gut gefallen.
Die Dilogie:
1. Es beginnt
2. Gegen die Zeit
Very British
Mord in Highgate von Anthony Horowitz
Very British
Inhalt:
Der Anwalt Richard Pryce wurde mit einer super teuren Flasche Wein erschlagen. Hat die Schriftstellerin Akira Anno ihre Drohung, die sie ein paar Tage zuvor in der Öffentlichkeit ausgestoßen hatte, wahr gemacht? Scotland Yard zieht den Ex-Polizisten und jetzigen Privatdetektiv Daniel Hawthorne hinzu.
Der wiederum zitiert den Autor Anthony Horowitz an seine Seite, damit er ein Buch über Hawthorne und den Fall Pryce schreiben kann.
Meine Meinung:
Dies ist bereits der 2. gemeinsame Fall von Hawthorne und Horowitz. Man kann ihn jedoch gut ohne Vorkenntnisse lesen, auch wenn immer wieder andere Werke des Autors erwähnt werden. Inhaltlich spielen diese aber praktisch keine Rolle.
Ganz im Stil von Sherlock Holmes und Dr. Watson oder Hercule Poirot und Captain Hastings begeben sich hier Hawthorne und Horowitz auf Verbrecherjagd - der eine ein brillanter Kopf, der andere immer auf der falschen Fährte. Was schon bei Arthur Conan Doyle und Agatha Christie funktionierte, gelingt auch bei Anthony Horowitz sehr gut. Hier kommt hinzu, dass der Autor sich selbst in seine eigene Geschichte geschrieben hat, was dieser den besonderen Pfiff gibt.
Der Kriminalroman lebt von den gegensätzlichen Protagonisten, die sich nicht ganz entscheiden können, ob sie einander grün sind oder nicht. Immer wieder kommt es zu kleinen Reibereien, sehr zum Vergnügen der Leserschaft.
Scheint der Fall anfangs schon fast zu einfach, erweitert sich der Zahl der Verdächtigen bald schon stark, zumal noch ein weiterer Todesfall hinzukommt, der mit dem ersten in Verbindung stehen könnte - oder auch nicht. Die Verflechtungen zwischen der verschiedenen Verdächtigen sind nicht leicht zu durchschauen und so ist es auch nicht leicht, den Täter zu ermitteln. Am Ende löst sich jedoch alles logisch auf - bis auf die Geheimnisse, die hinter Hawthorne stecken. Hier muss man wohl auf den nächsten Band hoffen.
Mir hat dieser Krimi mit seinem feinen Humor sehr gut gefallen. Ein wenig mehr Spannung hätte zwar nicht geschadet, aber die Story war auch so ganz unterhaltsam.
Die Reihe:
1. Ein perfider Plan
2. Mord in Highgate











