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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lilli33:

Ein verzweifelter Vater auf der Suche nach seiner Tochter

Das dunkle Herz von Palma von Mons Kallentoft


Ein verzweifelter Vater auf der Suche nach seiner Tochter

Inhalt:
Tim Blancks Tochter Emme ist seit über fünf Jahren verschwunden, und solange sucht der Stockholmer Ex-Polizist schon auf Mallorca nach ihr. Dabei wird er immer mehr in verschiedene Verbrechen involviert, immer mit Blick auf ein Vorwärtskommen, hin zu Emme.

Meine Meinung:
Meines Erachtens sollte man den 1. Band „Verschollen in Palma“ zuvor gelesen haben, da die Handlung direkt fortlaufend ist. Zwar wird das Wichtigste hier noch einmal erwähnt, aber die Feinheiten im Beziehungsgeflecht der verschiedenen Charakter würden einem fehlen.

Wie schon in Band 1 ist auch hier der Schreibstil wieder ungewöhnlich: Schnell abgefeuerte Sätze, Perspektivwechsel mitten im Abschnitt, von Satz zu Satz, sich gegenseitig umschlingende Gedanken. Hier ist aufmerksames Lesen gefragt.

Die Verzweiflung der zurückgebliebenen Eltern, Tim und Rebecka, kommt gut zum Ausdruck und ist absolut nachvollziehbar. Mir gefiel allerdings Tims Entwicklung nicht wirklich gut. Zur ein oder anderen Handlung seinerseits hätte ich mir noch ein paar mehr Worte gewünscht, um sie verständlich zu machen bzw. seine innere Zerrissenheit zu zeigen.

Spannung ist vom Anfang bis zum Schluss vorhanden, die Handlung wird rasant vorangetrieben. Damit ist das Buch genau so, wie ein guter Krimi oder Thriller sein muss.

Die Reihe:
1. Verschollen in Palma
2. Das dunkle Herz von Palma

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Jörg Maurer wagt viel, kann bei mir aber nicht punkten

Bei Föhn brummt selbst dem Tod der Schädel,2 Audio-CD, 2 MP3 von Jörg Maurer


Jörg Maurer wagt viel, kann bei mir aber nicht punkten

Inhalt:
Kommissar Hubertus Jennerwein wacht auf und traut seinen Augen nicht. Er befindet sich irgendwo im Nirgendwo, mit unbekannter Kleidung am Leib, und überhaupt der Leib: Das ist auch nicht sein eigener! Jennerwein hat keinen blassen Schimmer, wie er in diese Situation gekommen ist, setzt aber alles daran, aus ihr zu entkommen, zumal er plötzlich auch noch unter Mordverdacht steht.

Meine Meinung:
Bei vielen Büchern denke ich: Geniale Idee - schlecht umgesetzt. Bei dem neuesten Buch von Jörg Maurer ist es umgekehrt: grauenhafte Idee, gut umgesetzt - zumindest so gut, wie unter den Umständen möglich.

Ich kenne alle Vorgänger und habe die meisten wirklich geliebt, aber hier frage ich mich, was sich der Autor dabei gedacht hat. Dieser Band fällt dermaßen aus der Reihe und hat recht wenig von einem Alpenkrimi. Die Story lässt sich eher dem Genre Science-Fiction zuordnen. Aber eigentlich wollte ich doch einen Krimi lesen bzw. hören. Enttäuschung vorprogrammiert!

Jennerweins Bemühungen, aus seiner misslichen Lage herauszukommen, sind zwar nachvollziehbar, aber leider nicht besonders spannend. Und der Rest des Teams werkelt ein bisschen im Hintergrund. Ich fand das alles ziemlich hanebüchen.

Lichtblicke sind der gewohnte Wortwitz, der einem doch immer wieder ein Grinsen ins Gesicht zaubert und Jörg Maurers geniale Lesung. Hätte ich das Buch selbst lesen müssen, gäbe es noch einen Stern weniger.

Die Reihe:
1. Föhnlage
2. Hochsaison
3. Niedertracht
4. Oberwasser
5. Unterholz
6. Felsenfest
7. Der Tod greift nicht daneben
8. Schwindelfrei ist nur der Tod
9. Im Grab schaust du nacht oben
10. Am Abgrund lässt man gern den Vortritt
11. Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt
12. Am Tatort bleibt man ungern liegen
13. Den letzten Gang serviert der Tod
14. Bei Föhn brummt selbst dem Tod der Schädel

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Eine Familientragödie

Girl A von Abigail Dean


Eine Familientragödie

Inhalt:
Lex ist fünfzehn Jahre alt, als sie ihrem Martyrium entkommen kann. Ihre Eltern hatten sie und ihre sechs Geschwister jahrelang eingesperrt und misshandelt. Von den Medien wird sie „Girl A“ genannt, da sie das älteste Mädchen der Familie ist. Nach dem Tod der Mutter im Gefängnis wird Lex dazu ernannt, sich um das Erbe zu kümmern.

Nachdem sie jahrelang versucht hat, den Horror ihrer Kindheit zu verdrängen, muss sie sich nun damit auseinandersetzen …

Meine Meinung:
Vom Verlag korrekt als „Roman“ bezeichnet, läuft dieses Buch auf etlichen Online-Seiten unter „Thriller“. Dies schürt falsche Erwartungen, denn mit einem Thriller hat das überhaupt nichts zu tun. Es liegt zwar ein Verbrechen vor, doch man kennt praktisch von Anfang an sowohl die Taten als auch die Täter. Somit fehlt auch jede Spannung. Die Handlung wirkt etwas verworren, da viel in der Zeit hin und her gesprungen wird. Oft werden einzelne Episoden ohne chronologischen Zusammenhang herausgepickt. Im Großen und Ganzen ist es aber so, dass es eine Erzählung in der Gegenwart und eine in der Vergangenheit gibt.

Es wird aus Lex’ Ich-Perspektive erzählt, was ich recht gelungen fand. Man kann sich gut in das Mädchen hineinversetzen. Vieles wird eher emotionslos dargestellt, was sicher dem psychischen Selbstschutz zuzuschreiben ist. Manche Dinge darf man einfach nicht zu nah an sich herankommen lassen. Lex muss sich nun mit ihren Geschwistern wegen des Erbes auseinandersetzen. Leider bleiben ihre Brüder und Schwestern zu blass. Ich hätte mir noch viel mehr Informationen zu ihnen und den Interaktionen zwischen ihnen gewünscht.

Der Roman beruht u.a. auf einem wahren Fall, der sich in den USA abgespielt hat. Dies kann einen noch mehr erschüttern als es das Buch sowieso schon tut,

„Girl A“ ist sicher eine Geschichte, die es verdient, erzählt zu werden. Doch die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Sie ist viel zu spannungsarm bzw. teilweise sogar regelrecht langweilig.

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Mystisch und größtenteils spannend

Dark Blue Rising (Bd. 1) von Teri Terry


Mystisch und größtenteils spannend

Inhalt:
Solange Tabby sich erinnern kann, ist sie mit ihrer Mutter Cate kreuz und quer durch England gezogen, nirgendwo lange geblieben, immer auf der Flucht. Doch wovor sie flohen, wusste sie nicht. Dann geschieht das Undenkbare: Cate wird verhaftet, weil sie Tabby als Kleinkind entführt haben soll.

Doch warum sollte sie das getan haben? Das Letzte, was Tabby von Cate hört, ist: „Hüte dich vor dem Kreis!“ Doch sie hat keine Ahnung, was das bedeuten soll. Tabby fühlt sich verloren und verlassen. Die einzige Konstante in ihrem Leben ist das Meer, zu dem sie sich stets extrem hingezogen fühlt.

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Teri Terry, und auch der Auftaktband ihrer neuen Klima-Trilogie hat mich nicht enttäuscht, wenngleich ich einige kleine Kritikpunkte habe.

Die Geschichte beginnt interessant und mitreißend, geht dann aber in Längen über, wo kaum etwas passiert und die Handlung nicht recht von der Stelle kommt. Erst in der zweiten Hälfte nimmt sie dann rasant Fahrt auf. Der Roman wird als „Klima-Thriller“ angekündigt, wovon man aber lange Zeit nur wenig merkt. Der Klimawandel wird zwar einige Mal am Rande erwähnt, aber der Thriller traut sich erst gegen Ende raus. Allerdings bleiben die Zusammenhänge unklar. Viele Fragen bleiben unbeantwortet, auch was Tabbys Person und ihre Herkunft angeht. Hier muss man wohl auf die nächsten Bände hoffen.

Tabby ist eine sehr sympathische Protagonistin, manchmal etwas naiv, was ihrem bisherigen Leben geschuldet ist, insgesamt aber eine eher reife Persönlichkeit, die die meisten Dinge hinterfragt und nicht alles einfach so hinnimmt. Außerdem zeichnet sie sich durch großen Mut aus. Sie ist einfach tough. Ich habe sie sehr gerne durch die Handlung begleitet und dabei mit ihr mit gefiebert.

Der Schreibstil ist jugendlich-flott, was mir sehr gut gefallen hat. Er passt perfekt zu diesem Jugendbuch, das sicherlich auch viele Erwachsene begeistern wird. Erzählt wird von Tabby in der Ich-Form im Präsens, was ich persönlich gerne mag, da man sehr dicht an der Protagonistin dran ist und Gedanken und Gefühle hautnah mit erleben kann.

Es ist zwar etwas schade, dass der 1. Band der Trilogie so offen endet, aber dadurch steigt die Vorfreude auf den 2. Band nur umso mehr. ;-)

Die Trilogie:
1. Dark Blue Rising
2. Red Sky Burning (ET voraussichtlich Januar 2022)
3. Black Night Falling (ET voraussichtlich Juni 2022)

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Anschauliches Welpentraining

Typgerechtes Welpentraining von André Vogt


Anschauliches Welpentraining

André Vogt ist ein erfahrener Welpentrainer und leitet eine große Hundeschule. In diesem Buch vermittelt er Frauchen und Herrchen, wie sie ihrem vierbeinigen Liebling die Grundbegriffe der Erziehung beibringen können - in anschaulichen Schritt-für-Schritt-Erklärungen, mit Übungen und kleinen Varianten für die verschiedenen Hundetypen: Draufgänger, Sensible, Sturköpfe und Gemütliche.

Für mich als Neuhundebesitzerin klingt das alles recht plausibel. Einiges davon konnte ich schon erfolgreich umsetzen, anderes will allerdings nicht leicht gelingen. Hier würde ich mir wünschen, dass im Buch noch mehr auf eventuelle Probleme beim Training eingegangen wird.

Eine super Ergänzung zum Text und den Fotos, die verschiedene Trainingssituationen zeigen, sind Videos zu speziellen Übungen, die man mit Hilfe einer kostenlosen App auf dem Smartphone anschauen kann, indem man bestimmte, markierte Fotos scannt. Dies lässt sich beim gedruckten Buch sicher leichter bewerkstelligen. Ich habe das E-Book auf dem Reader gelesen, da ist es ein wildes Hin- und Herblättern. Wer das E-Book auf dem Smartphone liest, bräuchte noch ein zweites Gerät zum Scannen.

Insgesamt möchte ich dieses Trainingsbuch gerne empfehlen, da es meiner Meinung nach sinnvoll gestaltet ist und viele gute Tipps bietet.

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Leise und tiefgründig

Aus der Mitte des Sees von Moritz Heger

Leise und tiefgründig

Inhalt:
Bruder Lukas ist Ende dreißig und gehört seit sechzehn Jahren dem Benediktinerorden an. In seiner Abtei ist er bei Weitem der Jüngste, seit sein bester Freund das Kloster verlassen und geheiratet hat. Nun sinnt auch Lukas über sein Leben nach. Wie soll es weitergehen? Soll er seinem Glauben treu bleiben oder kann es für ihn eine Zukunft mit Sarah geben, die zu Gast im Kloster ist? Bei seinen täglichen Schwimmrunden im See versucht Lukas, zu einer Entscheidung zu gelangen.

Meine Meinung:
Ich habe einige Zeit gebraucht, um in den Genuss dieses stillen Büchleins zu kommen. Anfangs tat ich mir mit dem Schreibstil etwas schwer. Es ist praktisch ein Monolog von Bruder Lukas, der sich an ein Gegenüber richtet, das allerdings immer wieder wechselt. Mal spricht er zu seinem Freund Andreas, mal zu seinem älteren Mitbruder Alban, dann wieder zu Sarah, aber immer mit der Anrede „du“. Manchmal war mir bei den Wechseln nicht gleich klar, um wen es jetzt gerade geht. Mit der Zeit habe ich dann aber doch gut hineingefunden.

Wie nicht anders zu erwarten, spielen religiöse Themen eine gewichtige Rolle. Obwohl ich nicht gläubig bin, fand ich dies aber nicht schlimm, denn Moritz Heger schreibt sehr unaufdringlich darüber.

Lukas war mir sehr sympathisch und seine Überlegungen, seine Zweifel und Hoffnungen konnte ich sehr gut nachvollziehen.

Fazit:
Dieser kontemplative Roman ist tiefgründig und auf seine Art fesselnd.

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Lesenswert!

Die Geschichte von Kat und Easy von Susann Pásztor


Lesenswert!

Inhalt:
1973 soll IHR Jahr werden. Das beschließen die beiden sechzehnjährigen Mädchen Kat und Easy. Und es wird auch tatsächlich ein besonderes Jahr, mit dem ersten Sex, viel Musik und Drogen. Und einem tragischen Ende ihrer Freundschaft. 46 Jahre später wagen die beiden eine Aufarbeitung der vergangenen Ereignisse.

Sie treffen sich für eine Woche in Easys altem Haus auf Kreta.

Meine Meinung:
Der Roman konnte mich von Anfang an fesseln, gab mir Denkanstöße und hat mich in meine eigene Jugendzeit in den 1970ern zurück geworfen. Der Geist dieser Zeit ist sehr gut getroffen. Die Unsicherheit der Teenager in Sachen Liebe und Sex, aber auch in der Freundschaft zwischen den beiden Mädchen, konnte ich gut nachempfinden, Probleme mit den Eltern und in der Schule - das alles haben wohl viele genau so erlebt.

Susann Pásztor erzählt in abwechselnden Kapiteln von der Vergangenheit in dem Provinzstädtchen Laustedt und von der Gegenwart auf Kreta. Dabei kamen mir Kat und Easy als Sechzehnjährige näher als ihre erwachsenen Versionen. Von Letzteren hatte ich wohl eine aktivere Aussprache erwartet, aber eigentlich reden sie nur um den heißen Brei herum. Erst ganz zum Schluss kommt die Wahrheit ans Licht. Hier hätte ich mir einfach noch mehr Klartext gewünscht - vieles muss man sich zwischen den Zeilen selbst erarbeiten. Trotzdem ein durch und durch lesenswertes Buch!

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Ein charmantes Rentnerteam

Der Donnerstagsmordclub von Richard Osman


Ein charmantes Rentnerteam

Inhalt:
Jeden Donnerstag treffen sich Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim im Puzzlezimmer ihrer Luxus-Seniorenresidenz Coopers Chase im englischen Kent, um über ungelöste alte Kriminalfälle zu reden und sie nach Möglichkeit auf eigene Faust zu aufzuklären. Was für ein Fest, als direkt vor ihrer Haustür ein Mord geschieht! Und die vier Oldies mittendrin! Mit viel Cleverness gelingt es den alten Herrschaften, von der Polizei in die Ermittlungen einbezogen zu werden.

Und genauso clever stellen sie sich dann auch beim Lösen des Falles an. Des Falles? - Nein, der Fälle! Denn es bleibt nicht bei dem einen Verbrechen.

Meine Meinung:
Richard Osmans Debütroman ist ein sehr amüsanter Cosy Crime. Die Möchtegern-Ermittler Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim sind mit allen Wassern gewaschen und verstehen es, ihren Willen durchzusetzen. Ich musste immer wieder schmunzeln und habe mich köstlich über die vier liebenswerten Charaktere amüsiert. Auch die ermittelnden Polizisten Donna und Chris tragen das Ihre zur Unterhaltung der Leserschaft bei.

Verschiedene Erzählperspektiven lockern den Roman auf und bringen Abwechslung in die Handlung. Wer die Verbrechen begangen hat, ist nicht leicht zu erraten. Hier führt der Autor die Leser*innen immer wieder auf eine falsche Fährte. Das ist sehr gut gemacht. Kaum denkt man, man hätte es jetzt raus, kommt garantiert eine neue Wendung, die sämtliche bisherigen Theorien über den Haufen wirft. So bleibt es interessant bis zum Schluss - trotz einiger kleiner Längen.

Die Erzählsprache ist recht einfach gehalten, vielleicht so, wie man sich eben ältere Leute vorstellt, ein bisschen naiv, ein bisschen langsam im Denken. Doch was die vier auf die Beine stellen, zeigt, dass auch die Alten durchaus noch ernst zu nehmen sind.

Fazit:
Ein warmherziger Cosy Crime mit viel Herz und Verstand.

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Die Motivation eines Richters

Die Wahrheit der Dinge von Markus Thiele


Die Motivation eines Richters

Inhalt:
Der erfahrene Strafrichter Frank Petersen steckt in der Krise. In den letzten Jahren wurden einige seiner Urteile vom Bundesgerichtshof einkassiert. Auch seine Frau und sein Sohn sind mit einem kürzlich ergangenen Urteil alles andere als einverstanden und ziehen erst mal aus dem gemeinsamen Haus aus.

Sie werfen Petersen Fremdenfeindlichkeit vor. Dieser beginnt, seine Beweggründe zu hinterfragen.

Meine Meinung:
Ich kann mich noch gut an den Fall Bachmeier und die öffentlichen Diskussionen in diesem Zusammenhang erinnern. 1981 erschoss Marianne Bachmeier im Gerichtssaal den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter. Als ich nun erfuhr, dass Markus Thiele seinen zweiten Roman in Anlehnung an diesen alten Fall schrieb, war meine Neugier geweckt. Um es klar zu sagen: Es geht hier nicht um den Fall Bachmeier. Aber es geht um eine Mutter, die den Mord an ihrem Sohn im Gerichtssaal rächt und es geht um den Mord an einem farbigen Mitbürger durch Rechtsradikale, der ebenfalls an eine wahre Begebenheit angelehnt ist.

Dabei erzählt der Autor sehr fesselnd in zwei Haupthandlungssträngen. Der eine thematisiert die Ereignisse zwischen 1989 und 1992 aus der Perspektive der Corinna Maier. Der andere spielt im Jahr 2015, also quasi in der Gegenwart, und beleuchtet die Sicht von Frank Petersen und seine Versuche, Klarheit in sein Leben zu bekommen. Häppchenweise erfahren wir, was damals passiert ist. Eine unterschwellige Spannung ist dabei stets zu spüren, aber auch die bedrückende Atmosphäre, der sich die Protagonist*innen ausgesetzt sehen.

Als Jurist kennt Markus Thiele sich in diesem Metier natürlich aus. Ich finde, man merkt beim Lesen deutlich, dass er genau weiß, worüber er schreibt. So wirken Petersens Überlegungen sehr glaubwürdig. Die Zwickmühlen, mit denen er zu kämpfen hat, erscheinen realistisch.

Mich hat diese Story von Anfang bis Ende gefesselt, aber auch teilweise schockiert und traurig gemacht. Hoffen wir, dass der Fremdenhass in unserem Land eines Tag der Vergangenheit angehört und wir einfach Menschen sein können.

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Ein rastloses Leben

Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern von Nuala O'Connor

Ein rastloses Leben

Inhalt:
Im Alter von zwanzig Jahren lernt das Zimmermädchen Nora Barnacle in einem Dubliner Hotel den zwei Jahre älteren James Joyce kennen und lieben. Sie verlässt mit ihm Irland. Von nun an verläuft ihr Leben unstet - nirgendwo bleiben die beiden wirklich lange, auch nicht, als sie Kinder bekommen.

Nora steht ganz im Schatten von James, der sich lange weigert, sie zu heiraten.

Meine Meinung:
Die Autorin Nuala O’Connor beschreibt in diesem biografischen Roman das Leben der Nora Barnacle von der Geburt im Jahr 1884 bis zum Tod im Jahr 1951. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber nicht das, was ich zu lesen bekam. Das konnte mich leider nicht wirklich fesseln und schon gar nicht begeistern. Es war mir einfach zu eintönig, eine schier endlose Abfolge von Sex, Besäufnisse seitens James, Sorgen um Mietzahlungen und immer wieder Umzüge an neue Orte in der Hoffnung, dass es dort besser ist. Doch dort wiederholt sich einfach alles nur. Nun, wenn Noras Leben halt so war, kann man es wohl nicht anders beschreiben, aber wie gesagt, fesseln konnte mich das nicht. Ich wurde mit keiner der Figuren warm, was einerseits am Schreibstil lag, aber auch an ihrem Verhalten, das ich oft nicht nachvollziehen konnte. Gerade in der ersten Hälfte waren die Beschreibungen viel zu detailliert. Man liest immer wieder denselben minutiösen Ablauf der Tage. Auch die Darstellungen des Intimlebens hätte nicht dermaßen deutlich sein müssen.

Die Liebe zwischen Nora und James ist ungewöhnlich, fast schon mehr eine gegenseitige Abhängigkeit. Nora ist bemüht, James den Rücken zu stärken, damit er schreiben kann. Er dagegen schleudert das bisschen Geld, das er als Lehrer verdient, mit vollen Händen zum Fenster raus, ohne an das Wohl der Familie zu denken. Was Nora an diesem recht egoistischen Mann fand, ist mir unbegreiflich.

Und die ganze Zeit fragte ich mich beim Lesen, was eigentlich der Zusatz im deutschen Buchtitel „und die Liebe zu den Büchern“ soll. Nora ist keine große Leserin, nicht einmal die Werke ihres Mannes hat sie gelesen. Da passt der englische Titel „Nora. A Love Story of Nora and James Joyce“ doch besser.

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