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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lilli33:

Relativ unspektakulär

EAST. Welt ohne Seele von Jens Henrik Jensen

Relativ unspektakulär

Inhalt:
Der CIA-Agent Jan Jordi Kazanski ist seit dem Tod seiner kleinen Familie neben der Spur. Ein unerwarteter Auftrag in Krakau bietet ihm die Chance, wieder in den Beruf zurückzukehren. Er soll eine verschollene Kontaktperson mit dem Decknamen „die Witwe“ aufspüren.

Doch er ist nicht der Einzige, der das versucht …

Meine Meinung:
Jens Henrik Jensen ist in Deutschland der Durchbruch mit seiner Reihe um den Elitesoldaten Niels Oxen geglückt. Die East-Trilogie wurde dagegen bereits vor etwa zwanzig Jahren im Original veröffentlicht und nun wohl aufgrund des Erfolgs von „Oxen“ auch ins Deutsche übersetzt. Wie so oft scheint es aber einen Grund zu haben, warum man das nicht gleich damals gemacht hat. Zumindest der 1. Band der Trilogie, „Welt ohne Seele“ reicht bei Weitem nicht an „Oxen“ heran, sondern erscheint relativ unspektakulär. Für einen Thriller weist das Werk recht wenig Spannung auf, es plätschert eher an verschiedenen Schauplätzen vor sich hin. Dabei werden die einzelnen Handlungsstränge erst spät miteinander verknüpft. Zu diesem Zeitpunkt hat es mich schon gar nicht mehr so brennend interessiert, wie alles zusammenhängt, da meine Geduld ein wenig erschöpft war.

Hinzu kommt, dass die Handlung ziemlich veraltet wirkt. Sie beschreibt die Zustände am Ende des letzten Jahrhunderts. Vieles davon ist heute nicht mehr aktuell. Auch mit den Protagonist*innen konnte ich nicht wirklich warm werden. Keiner von ihnen war mir sympathisch, und ich bekam auch trotz sich wiederholender Beschreibungen kein detailliertes Bild von ihnen.

Das Buch ist sicher nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Man kann es lesen, verpasst aber auch nichts, wenn man es nicht tut.

Die Reihe:
East. Welt ohne Seele
East. Auf tiefem Grund (ET voraussichtlich August 2023)
East. Jagd im Zwielicht (ET voraussichtlich November 2023)

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Schuld und Verantwortung

Als die Welt zerbrach von John Boyne

Schuld und Verantwortung

ACHTUNG: MEINE REZENSION ENTHÄLT SPOILER ZU „Der Junge im gestreiften Pyjama“

Inhalt:
Gretel ist die Tochter des berüchtigten Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz. Nach dem Krieg floh sie zusammen mit ihrer Mutter; der Vater wurde gehängt. Heute ist Gretel über 90 Jahre alt und lebt als wohlhabende Frau in London.

Immer noch verheimlicht sie ihre unrühmliche Abstammung, muss sich aber stets mit Schuld und Verantwortung auseinandersetzen.

Meine Meinung:
Vor vielen Jahren erschien von John Boyne „Der Junge im gestreiften Pyjama“.Es geht darin um Bruno, den neunjährigen Sohn des Lagerkommandanten von Auschwitz, der sich mit einem Juden anfreundet und letztlich zu Tode kommt.

In der aktuell erschienen Fortsetzung „Als die Welt zerbrach“ erzählt nun die mittlerweile hochbetagte Gretel, wie ihr Leben seit damals verlaufen ist und wie es heute ist. Abwechselnd werden die Erzählstränge in der Vergangenheit und in der Gegenwart weitergeführt, wobei sie sich einander immer mehr annähern.

Gretel muss sich immer wieder damit befassen, welche Mitschuld sie als damals zwölfjähriges Mädchen an den Taten ihres Vaters trägt, welche Schuld sie am Tod ihres Bruders hat und welche Verantwortung sie heute übernehmen muss, um nicht schon wieder und immer noch tatenlos zuzusehen, wenn anderen Menschen Schaden zugefügt wird.

Wie schon mit dem Vorgängerroman konnte John Boyne mich auch mit Gretels Geschichte fesseln. Sein eindrücklicher Schreibstil setzt bei mir unweigerlich das Kopfkino in Gang und ich kann ganz tief in die Handlung eintauchen. Hinzu kommt, dass die Geschichte aus Gretels Perspektive in der 1. Person erzählt wird, sodass man sich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen kann. Aber auch wenn man denkt, man wüsste alles über sie, werden nach und nach noch Geheimnisse aufgedeckt, was ich sehr spannend fand.

Zuweilen habe ich mich an Wiederholungen bzw. zu ausschweifenden Ausführungen gestört, aber im Großen und Ganzen ist der Roman genauso empfehlenswert wie der Vorgänger.

Fazit:
Ein fesselnder Roman über Schuld und Verantwortung, der zum Nachdenken anregt und auch betroffen macht.

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Krasser Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Kalt und still von Viveca Sten

Krasser Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Inhalt:
Die Ermittlerin Hanna Ahlander ist bei ihrem Vorgesetzten in Stockholm in Ungnade gefallen. Auch sonst hält sie nichts mehr in der Stadt. Sie kommt im Ferienhaus ihrer Schwester in Åre unter, wo sie ihre Wunden lecken will. Doch natürlich kommt es ganz anders und Hanna findet sich bald mitten in den Ermittlungen zum Verschwinden der achtzehnjährigen Amanda …

Meine Meinung:
Viveca Sten hat mich schon mit ihren Schären-Krimis begeistern können, die ich zwar fesselnd, aber auch eher ein bisschen weichgespült fand, mehr wie Werbung für die Ferienregion Schärengarten.

;-) „Kalt und still“ empfinde ich dagegen als knallharten, düsteren Schwedenkrimi. Dabei ist er gar nicht mal brutal und blutig, aber durch die Atmosphäre recht dunkel und beklemmend.

Man spürt die immer wieder beschriebene eisige Kälte tatsächlich bis in die Knochen. Das Bangen um die junge Frau bzw. die Suche nach einem Täter lassen einen angespannt Seite um Seite umblättern. Die kurzen Kapitel animieren dabei perfekt zum Weiterlesen, denn ein paar Seiten gehen immer noch, auch wenn man eigentlich gar keine Zeit mehr hat oder müde ist. Das Buch aus der Hand zu legen, fällt schwer, weil die Kapitelenden häufig mit kleinen Cliffhangern gespickt sind und man natürlich unbedingt wissen muss, was es damit auf sich hat.

Trotz einer recht hohen Anzahl an Personen lassen diese sich sehr gut auseinanderhalten, da sie alle irgendwie charakteristisch sind. Die ermittelnden Polizisten haben mir dabei super gefallen. Sie sind gut ausgearbeitet, wirken sehr engagiert, haben aber auch menschliche Schwächen.

Der Kriminalfall entwickelt sich zunächst langsam, aber trotzdem intensiv. Geschickt werden falsche Fährten gelegt und die ein oder andere Überraschung eingebaut. Am Ende löst sich alles plausibel auf.

Fazit:
Toller Auftakt der neuen Reihe von Viveca Sten. Spannend von Anfang bis Ende und sehr atmosphärisch. Ich bin gespannt auf die Folgebände.

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Typischer Maurer-Humor, ganz ohne Krimi

Shorty von Jörg Maurer

Typischer Maurer-Humor, ganz ohne Krimi

Inhalt:
Shorty ist 42 und kann alles - nur nichts richtig. Auf halbem Weg verlässt ihn immer der Elan. Als er in einem Architekturbüro gerade dabei ist, Stromkabel ordentlich zu verknüpfen, hat er eine wundersame Erscheinung: In seinem Kopf taucht eine Stimme auf, die ihn um einen Gefallen bittet.

Um die Welt zu retten, ist es notwendig, in einem Umspannwerk einen kurzzeitigen Kurzschluss auszulösen. Natürlich geht die Sache gründlich schief …

Meine Meinung:
Ich liebe die Jennerwein-Reihe des Autors - na ja, bis auf den letzten Band. Nun ein Buch ganz abseits dieser Reihe zu lesen, war für mich recht verlockend. Und ich wurde auch nicht enttäuscht.

Shorty ist eine tolle Figur. Er ist ein netter Typ, der niemandem etwas zu Leide tun will, aber in keiner Hinsicht so wirklich auf einen grünen Zweig kommt, halt ein Loser vor dem Herrn. Da kann er sich die Chance, die Welt zu retten, natürlich nicht entgehen lassen. Und dass dann alles schiefgeht, ist eigentlich noch nicht mal seine Schuld. Aber ausbaden muss er es trotzdem. Für ihn beginnt eine Odyssee durch verschiedene Universen. Er lernt etliche mehr oder weniger intelligente Spezies kennen und erhält ganz neue Einblicke in das Leben auf der Erde.

Die Handlung ist einerseits recht witzig, spielt aber auch auf die gegenwärtige ernste Situation unserer Gesellschaft an. Der Schreibstil ist gespickt mit dem von Jörg Maurer gewohnten Wortwitz, der einem immer wieder ein Grinsen ins Gesicht zaubert.

Wenngleich ich den Roman streckenweise als etwas albern empfand, konnte er mich doch gut unterhalten.

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Spannende Peter-Pan-Adaption

Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald von Aiden Thomas

Spannende Peter-Pan-Adaption

Inhalt:
Vor mehr als fünf Jahren verschwanden Wendy und ihre jüngeren Brüder im Wald hinter dem Haus. Erst sechs Monate später kam Wendy zurück, aber sie konnte sich an nichts erinnern. Bis heute blieben ihre Brüder verschwunden. Das Unglück in der Stadt scheint weiterzugehen, denn auch jetzt verschwinden wieder Kinder spurlos.

Da trifft Wendy auf einen seltsamen Jungen, der genauso aussieht wie der Junge aus den erfundenen Geschichten ihrer Mutter: Peter Pan. Zusammen machen sich Wendy und Peter auf die Suche nach den verschwundenen Kindern …

Meine Meinung:
Erst kürzlich habe ich Aiden Thomas’ Erstlingswerk „Yadriel & Julian. Cemetery Boys“ mit Begeisterung gelesen. Daher freute ich mich, dass es schon so bald ein neues Buch von diesem talentierten Jungautor gibt. Auch „Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald“ hat mich vollkommen überzeugt. Ich habe jede Seite genossen und konnte mich in einer spannenden, aber auch gefühlvollen und emotionalen Geschichte verlieren.

Mit seinem lebendigen Schreibstil lässt Aiden Thomas die verschiedensten Figuren zum Leben erwachen und mein Kopfkino in Gang kommen. Besonders die Hauptfiguren Wendy und Peter wirken sehr authentisch. Wendy leidet sehr unter Schuldgefühlen, da sie damals als Einzige der Geschwister zurückkam und sich nicht einmal daran erinnern kann, was geschehen ist. Die ganze Familie droht an dem Unglück zu zerbrechen, das Verhältnis von Wendy zu ihren Eltern leidet. Zum Glück ist ihre beste Freundin Jordan immer für sie da. Peter ist wie Wendy sehr sympathisch, wirkt manchmal aber auch recht kindisch und ist oft zu Scherzen aufgelegt - wie man sich Peter Pan eben vorstellt.

Die Handlung beginnt eher ruhig, was ich aber gut fand. So konnte ich mich gemütlich mit dem Setting und den Charakteren befassen. Bald schon wird es aber spannend und auch magisch. Wendy und Peter befinden sich in einem fast aussichtslosen Kampf gegen das Böse. Es machte richtig Spaß, mit ihnen mitzufiebern. Der Showdown ließ mich mehrfach nach Luft schnappen. Der Schluss ist sehr gut gelungen und war für mich absolut zufriedenstellend, nachdem ich wenige Seiten zuvor noch nicht wusste, wie sich der Autor aus der verzwickten Situation herausmanövrieren könnte.

Fazit:
Gelungene Mischung aus Märchen, Krimi und Coming-of-Age-Roman.

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Zwei Welten prallen aufeinander

The Other Side of the Sky - Die Göttin und der Prinz von Amie Kaufman; Meagan Spooner

Zwei Welten prallen aufeinander

Inhalt:
Die fünfzehnjährige Nimh ist die aktuelle Göttliche. Seit zehn Jahren wartet sie bislang vergeblich darauf, dass ihre Gabe sich manifestiert. In Teilen ihres Volkes breitet sich langsam Unmut aus, denn Nimhs Magie reicht nicht aus, um die Menschen vor den allgegenwärtigen Gefahren zu beschützen.

Prinz North ist der Zweite in der Thronfolge von Alciel, den Himmelsstädten, die über den Wolken liegen. Er will die Welt unten erkunden in der Meinung, dass dort kein Leben mehr ist. Als er mit seinem Fluggleiter abstürzt, fällt er praktisch Nimh vor die Füße, die North als Teil einer Prophezeiung ansieht.

Während Nimh mit Norths Hilfe ihre Welt retten will, will North nur irgendwie wieder nach Hause kommen. Die beiden müssen sich zusammentun, um ihre Ziele irgendwann erreichen zu können.

Meine Meinung:
Die beiden Welten, die hier aufeinandertreffen, könnten unterschiedlicher kaum sein. Unten gibt es altertümliche Strukturen, Magie und Religion, Hunger und gefährliche Nebelstürme. Oben in Alciel hat man großartige Technologie und ein relativ unbeschwertes Leben. Hieraus ergeben sich viele amüsante Situationen und Dialoge zwischen Nimh und North, da keiner von beiden die andere Welt kennt.

Beide Welten sind detailliert ausgearbeitet, wobei sich die Handlung dieses ersten Bandes hauptsächlich im Unten abspielt. Durch kapitelweise Perspektivwechsel zwischen den beiden Protas erhält man einen guten Einblick in beide Reiche und lernt auch die Hauptfiguren sehr gut kennen. Nimh und North fand ich dabei beide wirklich toll. Sie sind friedliebend und loyal, übernehmen Verantwortung und - wie könnte es anders sein? - entwickeln schließlich Gefühle füreinander. Die Liebesgeschichte verläuft dabei eher zögerlich, gleichzeitig aber sehr intensiv, was sicherlich daran liegt, dass niemand die Göttliche berühren darf und beide sich genau danach sehnen. Dies und noch einige andere Fallstricke werden Nimh und North in den Weg gelegt. Intrigen und Verschwörung sorgen für Überraschungen und Spannung.

Die Handlung braucht zwar ein bisschen Zeit, um in Gang zu kommen, aber dann konnte sie mich gut fesseln. Am Ende dieses ersten Bandes ist die Geschichte noch sehr offen. Ein starker Cliffhanger macht neugierig darauf, wie es im zweiten Band weitergeht, der für Herbst 2023 geplant ist.

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Herrlicher schwarzer Humor

This Charming Man von C. K. McDonnell

Herrlicher schwarzer Humor

Inhalt:
Vampire gibt es nicht? - Vielleicht ja doch! Zumindest treiben seltsame Wesen in Manchester ihr Unwesen. Und wer ist der Auftraggeber für die Falltür in der Dusche in der Redaktion der „The Stranger Times“? Das Team der Wochenzeitung für Übersinnliches ermittelt an verschiedenen Schauplätzen …

Meine Meinung:
Wie schon der 1.

Band, „The Stranger Times“, sprüht auch „This Charming Man“ vor herrlich schwarzem Humor. Man kann wirklich auf jeder Seite schmunzeln, grinsen oder laut lachen - wenn man denn diese Art von Humor mag. Ich persönlich fand’s einfach klasse. Die Dialoge sind so witzig und herrlich skurril, die Ereignisse so absurd.

In Teilen baut die Handlung auf dem Vorgängerband auf, insofern ist dessen Kenntnis vorteilhaft, aber nicht unbedingt vonnöten.

Was mir nicht ganz so gut gefällt, sind die vielen verschiedenen Teams von Protagonisten, die unterschiedliche Themen bearbeiten. So wirkt die Geschichte etwas verzettelt und ohne deutlichen roten Faden. Nicht alle ausgefransten Enden werden hier auch komplett zu Ende geführt, sondern leiten zum nächsten Band über. Stand im 1. Band noch Hannah sehr im Mittelpunkt, ist sie jetzt nur noch eine von vielen. Die anderen Redaktionsmitglieder spielen eine fast gleichwertige Rolle. Zu meiner Lieblingsfigur hat sich in diesem Band Vincent Banecroft, der Chefredakteur, gemausert. Der alte Stinkstiefel hat auch eine tolle weiche Seite!

Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man

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Ein ereignisreiches Leben

Violeta von Isabel Allende

Ein ereignisreiches Leben

Inhalt:
Violeta del Valle wird 1920 geboren. Die Spanische Grippe überlebt sie. Doch die Weltwirtschaftskrise nimmt der Familie ihr Vermögen und den Vater. Sie müssen das angenehme Stadtleben aufgeben und finden eine Zuflucht auf dem fernen Land. Violetas Leben verläuft ereignisreich und nicht immer oder besser gesagt, selten nach den Normen der Zeit, bis sie 2020 hundertjährig stirbt.

Meine Meinung:
„Violeta“ ist die fiktive Biografie einer starken Protagonistin. Die letzten Jahre ihres Lebens nutzt sie, um ihrem geliebten Enkel Camilo zu schreiben, indem sie ihm ihr ganzes Leben erzählt. Meist geschieht dies chronologisch, von Zeit zu Zeit, wenn es gerade passt, springt sie aber auch mal hin und her. Der Lesefluss ist angenehm, wenngleich die Ereignisse auch mal sehr ausufernd beschrieben werden und anderes dafür erstaunlich schnell abgehakt wird.

Violeta spricht ihrem Enkel gegenüber sehr viel von den Menschen, die ihr nahestanden, von ihren Gefühlen, von ihren Liebschaften, von ihren Hoffnungen und Ängsten. Trotzdem wirkt das Geschriebene manchmal etwas emotionslos. Ich hatte aber immer ein klares Bild vor Augen, das Kopfkino war in vollem Gang.

Besonders gut gefiel mir, wie die Geschichte von Violeta in die der chilenischen Gesellschaft und des Landes eingepasst und damit verwoben ist. So bekommt man einen groben geschichtlichen Überblick, verliert den einzelnen Menschen aber nicht aus den Augen.

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Mysteriös und spannend

Als die Nacht am tiefsten war von Wolfgang Burger

Mysteriös und spannend

Inhalt:
Nach der schmerzhaften Trennung von Theresa ist der Heidelberger Kripo-Chef Alexander Gerlach wieder total verliebt - in die Rechtsanwältin Nora Vestergaard. Nach einem gemeinsamen Wochenende wacht Gerlach allein auf. Nora ist spurlos verschwunden, und Gerlach hat deftige Erinnerungslücken.

Schließlich versucht jemand, Gerlach zu ermorden. Hängt das mit Noras Verschwinden zusammen?

Meine Meinung:
Dies ist der 19. Band der Reihe. Er kann aber problemlos einzeln gelesen werden. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, und relevante Details des Privatlebens werden hier noch einmal wiederholt.

Wie schon die Vorgänger hat mir auch dieser Band gut gefallen. Ich halte ihn jedoch nicht für den besten der Reihe. Gerlachs Verhalten empfand ich zuweilen als ziemlich unprofessionell. Das kann ich bei Krimis gar nicht leiden. Aber keine Frage, die Story ist super spannend und vermag zu fesseln. Als Leser*in kann man gut miträtseln, was wohl mit Nora passiert ist und wer hinter dem Mordanschlag an Gerlach steckt. Immer wieder kommt es zu dramatischen Situationen, die den Adrenalspiegel ansteigen lassen. Danach kann man sich wieder bei alltäglicheren Vorkommnissen entspannen. Das Gleichgewicht ist hier gut gewahrt.

Mit der Wendung zum Schluss hätte ich nie gerechnet. Es wirkt aber alles plausibel.

Sprachlich fand ich das Buch an einigen wenigen Stellen etwas holperig. Hier gibt es unglückliche Formulierungen oder mit Gewalt humorvoll klingende Sätze.

Die Reihe:
1. Heidelberger Requiem
2. Heidelberger Lügen
3. Heidelberger Wut
4. Schwarzes Fieber
5. Echo einer Nacht
6. Eiskaltes Schweigen
7. Der fünfte Mörder
8. Die falsche Frau
9. Das vergessene Mädchen
10. Die dunkle Villa
11. Tödliche Geliebte
12. Drei Tage im Mai
13. Schlaf, Engelchen, schlaf
14. Die linke Hand des Bösen
15. Wen der Tod betrügt
16. Wenn Rache nicht genügt
17. Der sanfte Hauch des Todes
18. Am Ende des Zorns
19. Als die Nacht am tiefsten war

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Ein rasanter Science-Fiction-Thriller

Succession Game von Anika Beer

Ein rasanter Science-Fiction-Thriller

Inhalt:
Berlin, 2054: Es beginnt eine neue Staffel des gehypten Escape-Spiels „Succession Game“. Zehn Teilnehmende spielen mit- und gegeneinander um den Sieg und kämpfen dabei mit harten Bandagen. Théo, der das Game bereits vier Mal gewonnen hat, scheint nebenbei noch ein ganz anderes Ziel zu verfolgen, nämlich den skrupellosen Betreiber Eduard Engel zu Fall zu bringen …

Meine Meinung:
Mit „Succession Game“ stellt Anika Beer einmal mehr ihre Vielseitigkeit unter Beweis.

Nach diversen Jugendbüchern und Liebesromanen punktet sie nun mit Science-Fiction.

Ich muss gestehen, dass ich sicher nicht alles verstanden habe, worüber die Autorin schreibt, denn von Augmented Reality, Programmieren usw. habe ich null Ahnung. Immerhin hörte sich für mich alles plausibel an und ich habe einiges dabei gelernt. Das muss mir in dem Fall reichen.

Mich konnte das Buch von Anfang bis Ende begeistern. Es ist durchweg interessant und fesselnd geschrieben. Die Handlung geht rasant voran, da kommt keine Langeweile auf. Das Game ist fantasievoll angelegt und Perspektivwechsel sorgen für zusätzliche Abwechslung. nvorhersehbare Wendungen halten den Spannungsbogen hoch; mir fiel es schwer, das Buch zwischendurch mal wegzulegen.

Die Handlung ist recht komplex und anfangs etwas verwirrend mit den verschiedenen Personen an verschiedenen Orten. Doch schon bald beginnt die Autorin, diese Verwirrung aufzudröseln und der Leserschaft nach und nach immer mehr Puzzleteile an die Hand zu geben. So entsteht schnell ein klareres Bild von den Hintergründen und es fällt leichter, die einzelnen Handlungsstränge zu verfolgen und zu verknüpfen.

Im Vorwort wird übrigens eine Triggerwarnung ausgesprochen. Die Liste der entsprechenden Themen findet man im Anhang. Wer nicht sensibel reagiert, sollte sich diese Liste erst mal sparen, denn sie enthält unter Umständen Spoiler.

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