Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Natalie:
Toller Thriller - düster, spannend, eiskalt serviert
Düsteres Tal von Ruth Lillegraven
Clara Lofthus, frühere norwegische Ministerin, lebt mit ihrem Partner Alex und ihren beiden Söhnen in Nairobi, wo sie ein Hilfsprojekt leitet. Als genau in dieser Schule ein Terroranschlag geschieht, bei dem Clara sich als Heldin erweist, kehren sie Nairobi den Rücken. Clara wird neue Justizministerin und sieht endlich ihre große Chance gekommen.
Womit sie nicht gerechnet hat: dass sie ihre vergangenen Taten einholen und ihre dunkle Vergangenheit durch eine Podcast-Redaktion ans Licht zu kommen droht.
„Düsteres Tal“ ist der dritte Band rund um Clara Lofthus und bietet neben Spannung wieder sehr interessante Protagonisten, allen voran Clara selbst. Die Figuren werden tiefgründig gezeichnet und tragen die Geschichte maßgeblich mit. Das politische Minenfeld wird darüberhinaus authentisch dargestellt, überstrahlt aber definitiv von Claras Vergangenheit und ihren Geheimnissen. Auch ihre Gedankengänge und ihre Taten bringen so viel Spannung in den Thriller, manchmal glaubt man kaum, wie sie agiert. Ein toller Thriller - düster, intelligent und temporeich - der so viele Spannungsfelder gekonnt ineinander verwebt und das Ende lässt hoffen, dass wir vielleicht nochmal von Clara Lofthus lesen werden. Große Leseempfehlung von mir.
Tolles Setting, viel Drama
The Penguin Paradox von Greta Milán
Für Veterinärmedizinerin Emerie geht ein Traum in Erfüllung: sie darf an einer Forschungsreise in der Antarktis teilnehmen und dort weiter das Verhalten der Pinguine erforschen, um so ihre Doktorarbeit weiter voranzutreiben. Einziger Wermutstropfen: sie kann Beckett, den Teamleiter, nicht ausstehen.
Doch stimmt ihr Bild von ihm mit der Realität überhaupt überein?
Nicht nur das tolle Cover hat mich sofort angesprochen, sondern auch das Setting: Eine Forschungsstation in der Antarktis, Erforschung von Pinguinen im Mix mit Emotionen zwischen den Hauptcharakteren klingt nach einem lesenswerten Buch. Leider konnte es nur in Teilen meine Erwartungen erfüllen. Die Beschreibungen der Landschaft, der Forschungsstation und den Pinguinen fand ich absolut gelungen. Weniger gefallen haben mir leider die beiden Hauptcharaktere als auch deren Verhalten. Emerie ist stur und hat lauter negative Vorurteile, vor allem Beckett gegenüber und Beckett selbst ist mir schon fast zu sehr Gutmensch, hat keine herausfordernde Eigenheiten oder Ecken und Kanten, was im Endeffekt für mich nicht authentisch ist und mich auch zusehends beim Lesen genervt hat. So hat dieses ewige Hin und Her zwischen den Beiden für mich auch alles andere überdeckt und war omnipräsent. Der Schreibstil als auch die Nebencharaktere haben neben dem Setting aber trotzdem dazu beigetragen, dass ich das Buch beendet habe, ich wollte auch wissen, wie sich alles entwickelt. Für mich ein nettes Buch für zwischendurch, mehr leider nicht.
Warmherzige Geschichte
Das Jahr voller Bücher und Wunder von Libby Page
Tilly bekommt an ihrem Geburtstag einen ungewöhnlichen Anruf. Ihr verstorbener Mann Joe hat in Alfies Buchhandlung ein Geschenk hinterlegt: ein Jahr lang jeden Monat ein Buch. Tilly ist seit Joes Tod nicht mehr dieselbe, aber sie gibt den Büchern und damit verbundenen Ideen eine Chance… und die führen sie zu den unterschiedlichsten Orten, aber auch wieder näher zu ihr selbst und ihrem Herz.
Ein Jahr voller Bücher - was für eine schöne Idee und die Autorin hat die Geschichte dazu wunderbar umgesetzt. Ein Roman, der einen beim Lesen tief berührt und die Reise mit Tilly lässt unglaublich viele Emotionen fühlen. Der Schreibstil trägt dieses eine Jahr mit Tilly wunderschön mit und auch wenn einige traurige Momente dabei sind, lernt Tilly durch die Bücher wieder zu leben, zu lachen und Joe trotzdem nicht zu vergessen. Auch in Trauer darf irgendwann wieder Hoffnung und die Liebe zum Leben keimen - dass wird in diesem Roman einfühlsam aufgezeigt. Ein Buch, dass ich unglaublich gern gelesen habe. Leseempfehlung von mir.
Düster und spannend
Garden Girls von Jessica R. Patch
FBI-Agent Tiberius Granger erlebt in seinem Beruf immer wieder grausame Fälle. Doch der aktuelle Fall, an dem er mit seinem Team arbeitet, scheint eine neue Stufe zu erreichen. Die Opfer alles Frauen mit Blumennamen und diese finden sich in Tätowierungen auf deren Körper wieder. Vor ihrem Tod müssen sie Schreckliches erlebt haben.
Und wäre das nicht genug, scheint der Fall für Tiberius ein persönlicher werden… wird auch die Schwester seiner früheren Liebe vermisst. Nicht nur die Ermittlungen rasen, sondern auch ein Hurrikan, der sich der Küste North Carolinas nähert…
Das tolle Cover hat auf den Thriller aufmerksam gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht - ein Thriller voller Spannung und perfider Wendungen, der von toll ausgearbeiteten Charakteren begleitet wird. Der Spannungsbogen ist auf jeder Seite spürbar, Verschnaufspausen für die Leser oder das FBI-Team gibt es so gut wie gar nicht, der Täter scheint Tiberius regelrecht zu verhöhnen. Auch die Einblicke in Tiberius private Vergangenheit bringen Spannung rein. Alles in allen ein toll konstruierter Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat. Leseempfehlung von mir.
Kleinstadt-Romance
Juniper Hill | Die Edens 2 | von Devney Perry
Memphis zieht mit ihrem kleinen Sohn nach Montana - je weiter weg von zuhause, umso besser. Dort will sie sich ein neues Leben aufbauen, ohne ihre bisherigen Privilegien. Sie hat eine Stelle als Hausmädchen im Eloise Inn ergattert. Mit Knox begegnet sie dabei nicht nur dem Bruder ihrer Arbeitgeberin, sondern auch dem besten Koch in Qincy… und ihrem Vermieter.
Beide sind von der Situation nicht sehr angetan, bis sie sich besser kennenlernen… und merken, dass jeder ein Päckchen zu tragen hat.
Die Fortsetzung der Reihe finde ich durchaus gelungen. Durch den Perspektivenwechsel zwischen Memphis und Knox bekommt man beim Lesen viele Eindrücke, die einen die jeweiligen Situationen verständlicher machen. Das Kleinstadt-Feeling kommt dabei besonders zur Geltung, lässt einen Schmunzeln, aber auch mal die Augen verdrehen. Die beiden Hauptcharaktere durchleben eine gute Entwicklung, was ich als sehr authentisch wahrgenommen habe, auch wenn mir das Gefühlsleben zwischen ihnen manchmal etwas arg schnell vor sich ging. Wer eine feine Kleinstadt-Romance mit etwas Spannung und vielen Emotionen mag, wird mit „Juniper Hill“ das richtige Buch in Händen halten. Für mich persönlich hätte manches Drama weniger auch gereicht und vor allem der zweiten Epilog war mir zu viel des Guten. Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen und kann es empfehlen. 3,5* von mir.
Düsterer und rasanter Agenten-Thriller
Kälter von Andreas Pflüger
Herbst 1989: Luzy Morgenroth, eine vermeintlich unscheinbare Polizistin, verbringt ein unaufgeregtes Leben auf der nordfriesischen Insel Amrum. Bis ein Killerkommando die Idylle zerstört und Luzy ihr altes Ich wieder zu Tage fördert, von dem kaum jemand weiß: das einer Elite-Agentin. Denn der Todfeind lebt…
„Kälter“ ist ein absolut packender, aber auch grausamer Agenten-Thriller, der beim Lesen volle Konzentration verlangt, um sich nicht im Dschungel der ganzen Geheimdienste und deren Machenschaften in Zeiten des Kalten Krieges zu verlieren.
Man rauscht mit Luzy als Hauptprotagonistin durch die Seiten, bei denen die Handlungen präzise wie ihre Schüsse auf die Gegner serviert werden. Aber der Thriller lebt nicht nur davon, sondern auch durch die Gegensätze, die Andreas Pflüger immer wieder einstreut - sei es eine Prise Humor oder schlicht auch Menschlichkeit. So verfolgt man die Geschehnisse bspw. in Israel, Berlin oder Wien - sowohl 1989 als auch mit Rückblenden acht Jahre zuvor, welche nach und nach einiges klarer machen. Der Thriller punktet zudem mit Tiefe bei den Charakteren als auch den Handlungen und könnte hinsichtlich so einigen Werten leider nicht aktueller sein. Große Leseempfehlung von mir.
Tolle Fortsetzung
Lügennebel von Viveca Sten
Sechs Freunde wollen sich vom Studienstress erholen und verbringen ihre Skiferien in Åre in einem abgelegenen Ferienhaus. Die Stimmung ist ausgelassen bis eine von ihnen tot im Schnee liegt. Hauptkommissarin Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog stehen vor einem Fall in dem jeder jeden verdächtigt und sich mit Lügen herauszureden versucht… beste Freunde? Das war einmal…
Jedes Mal warte ich sehnsüchtig auf den neuen Band dieser Reihe und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.
Wieder hat mich die Kombi aus klug inszenierten Fall und der Ermittlungsarbeit von Hanna und Daniel gespannt durch das Buch fliegen lassen. Die privaten Themen der beiden lassen dabei die gesamte Geschichte authentisch und nahbarer wirken. Besonders spannend war auch die Gruppendynamik der Freunde mitzuverfolgen. Dadurch ergaben sich immer wieder neue Wendungen und als Leser wusste man bis zur Auflösung nicht, ob nicht doch jemand sehr viel mehr zu verbergen hat. Dazu noch das sehr bildhafte und toll beschriebene Wintersetting Schwedens: all das ergibt für mich wieder einen tollen Krimi und für mich bleibt diese skandinavische Reihe eine der besten. Leseempfehlung.
Absolut berührend
Was man nicht sieht, ist doch da von Margit Weiß
Tirol im Jahr 1954: Der zehnjährige Hans Dakosta wird ohne Vorwarnung aus seiner Familie gerissen und in eine Erziehungsanstalt gebracht. Die vermeintlichen Vorwürfe: sittliche Verwahrlosung. Dort herrschen raue Sitten, die auch immer noch vom Gedankengut der Nazis in sich tragen. Während die Eltern versuchen, Hans wieder nach Hause zu holen, ist für Hans selbst nur der Gärtner der Anstalt ein kleiner Lichtblick…
Der Roman umfasst keine 200 Seiten und trotzdem wird eine Geschichte erzählt, die tief berührt.
Die Autorin verwendet dabei einen schnörkellosen Schreibstil in kurzen Kapiteln. Genau diesen Schreibstil empfinde ich als absolut passend und die Tragweite der Geschehnisse kommt mit voller Wucht beim Leser an. Durch die unterschiedlichen Perspektiven wird die Handlung noch verstärkt, die Emotionen, Ängste und die noch immer unverarbeiteten Geschehnisse des Krieges kommen unverfälscht zur Geltung. Margit Weiss „spielt“ auch mit dem Gegensätzlichen - der Grausamkeit, die Hans erleiden muss und gleichzeitig aber beispielsweise der Menschlichkeit und Wärme, die ihm der Gärtner entgegenbringt.
Gerade die leisen Töne im Buch hallen am lautesten nach und der Titel „Was man nicht sieht, ist doch da.“ könnte für mich nicht passender gewählt sein.
Der Roman ist definitiv kein leichter Lesestoff, aber ein so wichtiger, um nicht zu vergessen… auch, dass es unendlich viele solcher Schicksale wie jenes von Hans gegeben hat…
Im Gesamten leider nicht ganz mein Buch
Knäckeblut von Björn Berenz
Der Winter hat in Småland Einzug gehalten und die Bewohner freuen sich auf den Kunsthandwerkermarkt auf dem Tingsmålahof. Auch Buchhändlerin Ina ist begeistert bei den Vorbereitungen und freut sich auf die kommende Zeit. Doch dann wird plötzlich jemand vermisst und Ina ist sicher, dass hier mehr dahintersteckt und beginnt zu recherchieren…
Der Klappentext verspricht Cosy Crime und über weiten Strecken kann das Buch damit auch punkten.
Jedoch ist gleichzeitig der Funken beim Lesen für mich nie so ganz übergesprungen. Die eigentliche Story wurde für meinen Geschmack zu gewollt von vielen kleinen Nebenschauplätzen abgelenkt und ich bin mich auch mit Ina nicht so richtig warm geworden. Sehr gelungen fand ich aber den Schreibstil als auch das tolle schwedische Setting - ich hatte sofort Lust so einen Markt zu besuchen und die Bewohner des Ortes kennenzulernen. Auch die schwedischen Ausdrücke zu Beginn von jedem Kapitel mochte ich sehr. Alles in allem für mich leider nicht ganz das Buch, welches mich gefesselt konnte, aber sicher schöne Lesestunden bringen kann.
Solider Krimi
Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste von Kelly Mullen
Rosemary „Mimi“ bekommt von ihrer Nachbarin Jane eine Einladung zu einer Party, die sie nicht absagen kann. Notiz zur Einladung: in diesem Fall würde ihr dunkelstes Geheimnis ans Licht kommen. Mimi nimmt ihre Enkelin Addie als Unterstützung mit. Die vermeintlich illustre Runde wird je unterbrochen als die Gastgeberin tot aufgefunden wird.
Jeder scheint verdächtig und Mimi und Addie wird schnell klar, dass der Mörder unter ihnen ist und der Schneesturm sie gleichzeitig von der Außenwelt abschneidet…
Die Idee zu diesem Krimi klingt vielversprechend und über weite Strecken weiß dieser auch gut zu unterhalten. Vor allem Mimi und Addie sind interessante Charaktere, die anderen bleiben daneben jedoch etwas blass. Die Story wird zumeist gut und durchwegs spannend erzählt, so manche Länge ergibt sich beim Lesen trotzdem. Alles in allem ein eher cosy Krimi, der für Zwischendurch nette Lesestunden bringt.











