Icon Kontrast wechseln
Logo Buchhandlung Haymon

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Natalie:

Schatten aus der Vergangenheit…

Das Haus der Libellen von Emma Behrens

Früher waren Sophie, Emilia und Noah unzertrennlich, Sophie und Noah auch ein Paar… bis vor 5 Jahre, als Noah einfach ohne Vorwarnung aus Sophie’s Leben verschwand. Seitdem herrscht Funkstille. Als Sophie jedoch unerwartet von Emilia einen Brief bekommt, kehrt sie in die Villa von Gutenbach zurück…

Das Buch wird aus Sophie‘s Sicht erzählt und bietet immer wieder Rückblenden in die Kindheit bzw.

Jugend der Drei. Diese haben mir sehr gut gefallen, da man hier einiges erfährt und so auch gewisse Verhaltensweisen, vor allem bei den Geschwistern, viel besser nachvollziehen kann.
Der Schreibstil war für mich angenehm und leicht zu lesen. Vor allem die düstere und auch fast schon etwas magische Atmosphäre der alten Villa kam richtig gut rüber. Die Charaktere waren alle sehr unterschiedlich, viele waren mir auch nicht unbedingt sympathisch, manches definitiv toxisch. Ich fand sie aber im Gesamtkontext passend und authentisch.

Was mir allerdings doch über weite Strecken etwas fehlte, waren richtige Spannungsmomente. Die Geschichte plätschert gut dahin, allerdings dauert es ziemlich lange bis tatsächlich etwas Wesentliches passiert. Vielleicht hätte man es an manchen Stellen ein wenig kürzer gestalten können. Jedoch hat mich das Ende dann wieder sehr positiv gestimmt.

Zusätzlich positiv erwähnen möchte ich die Infos rund um Libellen, da hab ich einiges Neues erfahren.

Für mich war es trotz kleiner Kritikpunkte ein eher unaufgeregtes, jedoch gelungenes Buch, welches ich trotzdem gern gelesen hab.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

genial, rasant, Jan Beck

Das Haus der Libellen von Emma Behrens

Fünf Menschen, gefangen in Glaskästen, die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun haben. Der Nachtmann hält sie gefangen und wird jede Nacht einen von ihnen töten, sollte es niemand schaffen, seine Forderungen zu erfüllen. Ein perfides Katz- und Mausspiel beginnt, in dem das Ermittlerduo Inga Björk und Christian Brand versuchen, dem Täter auf die Spur zu kommen und nebenbei noch mit persönlichen Nebenschauplätzen kämpfen müssen.

Menschliche Abgründe sich auftun, eine rasante Entwicklung, ein tolles Ermittlerduo, ein vermeintlich perfekt vorbereiteter Täter und vor allem was für ein Ende. Jan Beck versteht es einfach, was einen Thriller ausmacht, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.

Hat mir schon Band 1 „Das Spiel“ richtig gut gefallen, hat „Die Nacht“ es für mich definitiv noch getopt! Was für ein page turner, der nach dem Lesen ein Blickfang im Bücherregal ist. Absolute Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

27x tierische Geschichten

Mittagsschlaf mit Murmeltier von Jürgen Teipel

Jürgen Teipel hat in seinem Buch 27 Erzählungen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gesammelt, die alle von ganz besonderen Tier-Mensch-Beziehungen handeln. Die Geschichten erzählen sowohl von Haustieren als auch von Nutz- und Wildtieren.

Dabei hat jede Erzählung nicht nur aufgrund der besonderen, tierischen Charaktere seine ganz eigene Note, sondern auch, weil jede Geschichte authentisch und somit in einer anderen Art und Weise erzählt wird.

Manchmal waren die Formulierungen vielleicht nicht so, wie man es sonst aus Büchern gewöhnt, aber als Leser sollte man sich daran nicht stören und dies als Vielfalt jedes Einzelnen sehen.

Das Buch zeigt jedenfalls wie einzigartig, klug und liebevoll Tiere sind und welche besonderen Beziehungen zu uns Menschen bzw. auch untereinander entstehen können, wenn wir uns darauf einlassen. Zusätzlich hat das Buch auch einige interessante Fakten bereit, die man nicht unbedingt alle kennen wird.

Nicht alle Geschichten haben mich gleichermaßen angesprochen, jedoch hab ich das Buch gern gelesen und kann es jedem Tierfreund weiterempfehlen. Von mir gibts 3,5 ⭐️

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

Berlin in der Nachkriegszeit und zwei starke Frauen

Stunden des Aufbruchs von Nina Konstantin

Wir begleiten die 19-jährige Charlotte ins Berlin der 1950ger Jahre. Charlotte musste schon früh als Waise für sich selber sorgen. Die Aufnahme bei ihrer Tante und ihrem Onkel ist geprägt von Ausbeutung als Arbeitskraft und sexueller Bedrängung durch ihren Onkel.
Als sie schließlich wegläuft, wird sie von einem amerikanischen Offizier aufgenommen.

Zwischen ihnen entwickelt sich zuerst eine Freundschaft, welche schließlich in Liebe übergeht. Um den GI bei der Aufklärung eines Mordfalls zu helfen, nimmt sie Arbeit im Midnight, einem Tanzlokal an. Vera, die Besitzerin, traut Charlotte anfangs nicht wirklich viel zu. Bald merkt aber auch sie, dass Charlotte viele Talente besitzt, die sie für den weiteren Erfolg ihres Midnights nutzen möchte.
Immer öfter steht Charlotte zwischen den Interessen von Vera und ihrem GI. Aber auch ihre eigenen Interessen schwanken und sie merkt, dass sie nicht allem gerecht werden kann. Auch das Geheimniskrämerei sowohl vor dem Offizier als auch vor Vera kann nicht auf Dauer funktionieren. Zudem Vera in dunklere Machenschaften verwickelt ist, die auch vor Charlotte nicht halt machen…

Der Roman nimmt den Leser ein Jahr im Leben der beiden Frauen mit. Ein Jahr, in dem Berlin nicht nur immer noch mit den Folgen des Krieges zu kämpfen hat, sondern auch ein geteiltes Berlin ist, immer noch Besatzungen vor Ort sind, gleichzeitig aber auch ein Aufschwung zu spüren ist und sich viel verändern wird.

Die Autorin schafft es meiner Meinung nach sehr gut, das Nachkriegsleben in Berlin darzustellen. Die Charaktere sind im Wesentlichen sehr greifbar, wenngleich auch nicht immer sympathisch. Vor allem Charlotte durchlebt in diesem Jahr eine große Entwicklung.

Mich persönlich konnte der Roman im ersten Drittel am meisten fesseln, je näher das Ende kam, umso vorhersehbarer wurden einige Handlungen. Auch manche Charakterzüge bzw. Verhaltensweisen von einzelnen Protagonisten waren mir etwas zu überzogen und nicht immer authentisch.

Trotz kleiner Kritikpunkte war das Lesevergnügen über weite Strecken gegeben und ich bin gern mit Charlotte durchs Berlin 1951/52 gereist.

Von mir gibts 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

Wer fürchtet sich vorm bösen Mann?

Der böse Mann: Thriller von Catherine Shepherd

Ein neuer Fall für Laura Kern und ihre Kollegen, der mit einer Leiche umwickelt mit Stacheldraht am Hals und einer Message startet, welche darauf schließen lässt, dass es sich dabei nicht um das erste Opfer handelt. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse…

Wieder einmal schafft es Catherine Shepherd den Leser ab der ersten Seite zu fesseln und macht den Thriller zu einem wahren page turner.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und macht ordentlich Tempo. Oftmals enden die Kapitel mit einem Cliffhanger, bevor es dann mit einem anderen Schauplatz weitergeht, was die Spannung nur noch größer werden und die Neugierde weiter steigen lässt. Viele Wendungen als auch das Wechseln zwischen einzelnen Personen und Sichtweisen halten den Spannungsbogen konstant hoch und als Leser kann man das Buch so fast nicht aus der Hand lesen. Mit vielen Spannungsmomenten aber auch persönlichen Geschichten der Protagonisten liegt mit diesem Laura Kern Thriller ein absolutes Lese-Highlight vor, welches ich nur empfehlen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

Eine starke Frau im Bauwesen…

Das Fundament der Hoffnung von Ladina Bordoli

Das Buch spielt in den 1950ger Jahren in einem kleinen Dorf in Italien. Die Rolle der Frau war klar vorgegeben, umso mehr erregt die 19-jährige Aurora Aufsehen, als sie nach dem Tod ihres Bruders versucht die Zukunft der Familie zu retten, indem sie beginnt, in der Baufirma ihres Vaters Daniele zu arbeiten beginnt.

Dieser ist aufgrund von Depressionen arbeitsunfähig. Das stößt bei den Dorfbewohnern auf großes Unverständnis, egal wie viel Talent Aurora mitbringt. Michele, der in der Firma von Daniele arbeitet, scheint Aurora helfen zu wollen…
Schwierige Zeiten warten auf Aurora, welche von der Autorin authentisch und emotional packend erzählt werden. Für mich wurden die damaligen Lebensverhältnisse toll dargestellt. Vor allem die Rolle der Frau und den Einschränkungen, was eine Frau nicht tun durfte, wird gut rübergebracht. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und lässt einen durch das Buch fliegen. Ein paar kleine Kritikpunkte fallen für mich nicht groß ins Gewicht, ich habe das Buch gern gelesen und freue mich auf die Fortsetzung dazu - dies war Band 1.
Von mir eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

gelungener Krimi aus der Weimarer Republik

Zum Sterben zu viel von Lotte Kinskofer

Ein Kriminalroman, der ohne viel Blut und Brutalität auskommt und trotzdem bis zum Schluss spannend ist.

Der Krimi spielt in den 1920ger Jahren in München. Ein bekannter Heimatdichter wird ermordet aufgefunden. Aufgrund des Bekanntheitsgrades soll der Schuldige so schnell wie möglich gefunden werden.

In einem Schreiner scheint dieser gefunden zu sein, wovon Kommissar Wurzer jedoch nicht überzeugt ist und ohne dem Wissen seines Chefs weiter ermittelt.

Der Krimi aus der Weimarer Republik liest sich flüssig, der Schreibstil schafft es, einen in die Geschichte zu ziehen. Der Leser lernt die Charaktere gut kennen und wird nicht durch unnötige Nebenschauplätze abgelenkt. Ich habe den Krimi als sehr authentisch empfunden, es wird toll herausgearbeitet, was es damals hieß, arm oder reich zu sein, wie schnell jemand als Schuldig eingestuft wurde und vor allem, welche Rolle damals den Frauen zugeteilt war.

Schön zu sehen, dass es aber auch damals schon Frauen gab, die für ihre Meinungen kämpften uns sich nicht so schnell unterkriegen lassen.

Ein Krimi, der durchwegs einige Überraschungen bereithält, die Spannung auf der Suche nach dem Mörder bleibt bis zum Schluss aufrecht und der sympathische Kommissar wird schnell ins Herz geschlossen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

Was machen Verluste mit einer Familie?

Die Wütenden und die Schuldigen von John Düffel

Was machen Verluste mit einem Menschen? Wie geht jeder Einzelne damit um? Vier auseinander gerissene Familienmitglieder gehen ganz unterschiedlich damit um, alleine und doch miteinander verwoben.

Tiefgründig und aber auch sehr ehrlich und klar formuliert, schafft es der Autor die Beweggründe, Gedanken und Gefühle der einzelnen Familienmitglieder an den Leser zu übermitteln.

Die erlittenen Verluste - aktuelle, wie fehlende Freiheit durch Quarantäne oder auch vergangene, wie der Verlust eines geliebten Menschen - spielen eine zentrale Rolle, genauso wie der Umgang der Familienmitglieder damit.

Das Buch berührt, weil es jedem von uns so gehen könnte. Es ist aus dem Leben gegriffen, wo nicht immer ein „Ende gut, alles gut“ wartet. Es zeigt, dass es nicht immer einfach ist eine Familie zu sein, es sich aber immer darum zu kämpfen lohnt und Chancen für Veränderung warten.

Von mir jedenfalls eine Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

Das Leben einer imponierenden Persönlichkeit

Die Wütenden und die Schuldigen von John Düffel

Das Buch erzählt die Geschichte einer wahrlich bemerkenswerten Frau aus dem 17./18. Jahrhundert. Maria Sybilla Merian vereint zwei Lieben - die Kunst der Naturmalerei und das Erforschen von der Natur. Maria verlässt dafür ihren Mann und zieht mit den beiden Töchtern schlussendlich nach Amsterdam.

Doch ihr Herz zieht sie ins ferne Surinam mit all seinen noch nicht entdeckten Naturschätzen, wie Schmetterlinge, Raupen und andere Kleintiere. Sie möchte diese unzähligen Geschöpfe erforschen und zeichnen und sie so in ihrer Heimat und darüber hinaus bekannt machen. Für diesen Traum lebt sie und setzt mit Unterstützung ihrer Töchter alles daran. Mit ihrem Mut und ihrer Hartnäckigkeit schafft Maria es tatsächlich bis nach Surinam….

Der Roman erzählt, angelehnt an das wahre Leben von Maria Sybilla Merian, von ihren - für damalige Zeiten sehr unkonventionellen - Wünschen, Träumen und Taten. Ihre Liebe zur Natur und ihren Bewohnern ist bemerkenswert. Die Autorin schafft es mit ihrem Roman fesselnd über Maria zu berichten und uns heute ihr Wirken näher zu bringen. Ein absolut atemberaubender und bildhaft geschriebener Roman über diese tolle Frau, in dem man einiges lernen kann. Von mir eine klare Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie

bekannte Themen zum Klimawandel unter dem Aspekt Gesundheit

Überhitzt von Claudia Traidl-Hoffmann; Katja Trippel

Das Buch greift überwiegend bereits bekannte Themen, welche den Klimawandel betreffen, auf: Hitze, Allergien, Mikroorganismen, Mücken und Naturgefahren. Jeder, der also aufmerksam durchs Leben geht, wird all diese Begrifflichkeiten schon gehört bzw. darüber im Zusammenhang mit dem Klimawandel gelesen haben.

Trotzdem liefert das Buch meiner Meinung nach darüber hinaus zu jedem dieser Themen einige interessante Fakten, die vermutlich nicht jedem bekannt sein werden - gerade unter dem Gesichtspunkt Gesundheit.

Herausheben möchte ich die zwei letzten Kapitel, in dem es um den Zusammenhang unserer mentalen Gesundheit und den Fakten, welche Rolle unser Gesundheitswesen im Klimawandel spielt. Ich denke, dass diese Themen nicht überall im Bezug auf den Klimawandel Beachtung finden und daher ist es schön, dass diese hier miteinbezogen werden.

Alle Kapitel werden mit wissenschaftlichen Fakten, Experten aber auch persönlichen Meinungen aufgebaut. Trotzdem bleiben sie gut verständlich. Konkrete Beispiele - hauptsächlich aus Deutschland - finden ebenfalls Platz. Das ein oder andere hätte man sich meiner Meinung nach sparen können, jedoch helfen solche Anschauungen für das Verständnis meines Erachtens.

Auch wenn es hier vor allem um die Folgen für die Gesundheit durch den Klimawandel geht, fehlen mir in dem Buch bspw. die Bereiche Ernährung und Landwirtschaft - diese beeinflussen ja auch deutlich den Klimawandel und haben somit im Weiteren auch wieder gesundheitliche Folgen.

Zusammenfassend ist das Buch für jeden zu empfehlen, der zu bekannten Klimathemen unter dem Schwerpunkt Gesundheit konkrete Beispiele oder vl auch nicht ganz so bekannte Fakten nachlesen möchte. Vieles ist aber schon bekannt - kann durch das Buch aber jedenfalls nochmal vertieft werden und so hoffentlich noch mehr zur Aufklärung beitragen.
Von mir gibt‘s 3,5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Natalie