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Rezensionen von Lilli33:
Spannend, aber leicht überfrachtet
Der stille Vogel von Peter Mohlin; Peter Nyström
Spannend, aber leicht überfrachtet
Inhalt:
In einem Vogelnest wird der Knochen eines Kindes gefunden. Schnell erhärtet sich der Verdacht, dass er von einem der vor über 30 Jahren spurlos verschwundenen Brodin-Zwillinge stammen könnte. Die Anwohner der kleinen Siedlung meinen auch sofort zu wissen, wer für den Tod der beiden Jungen verantwortlich ist: ihr Vater, der sich durch seltsames Gebaren nicht gerade viele Freunde gemacht hat.
Der ehemalige FBI-Agent John Adderley, der im Zeugenschutzprogramm lebt und bei der Polizei in Karlstad arbeitet, nimmt sich des Falles an.
Meine Meinung:
Für meinen Geschmack dauert es ein bisschen zu lang, bis richtig Spannung aufkommt. Die Handlung ist sehr komplex und verwickelt, und anfangs müssen eine ganze Menge Personen eingeführt werden, bis die Geschichte schließlich ins Rollen kommt. Aber dann gibt es kein Halten mehr. Es geschieht ein neuer Mord und etliche weitere Verbrechen. Fast jede*r Beteiligte hat etwas zu verbergen und macht sich irgendwie verdächtig. Da kann einem beim Lesen schon mal der Kopf schwirren. Ich fand das etwas überfrachtet und hätte gut auf den ein oder anderen Handlungsstrang verzichten können. Allerdings muss ich zugeben, dass alle folgerichtig ineinander greifen und die Auflösung nachvollziehbar ist.
Dass die Herren Autoren sich künstlerische Freiheiten herausnehmen und es mit der Realitätstreue nicht ganz genau halten, nehme ich ihnen nicht übel.
„Der stille Vogel“ ist bereits der 3. Band dieser Krimi-Reihe, kann jedoch problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wichtige Details aus den Vorgängerbänden werden hier von Zeit zu Zeit eingestreut, sodass man der Handlung auf jeden Fall folgen kann.
Die Reihe:
1. Der andere Sohn
2. Die andere Schwester
3. Der stille Vogel
Der Glaube versetzt Berge
Arthrose endlich heilen von Wolfgang Feil; Tobias Homburg
Der Glaube versetzt Berge
Die Autoren:
Dr. Wolfgang Feil: Biologe und Sportwissenschaftler
Thomas Homburg: Physiotherapeut und Psycho-Neuro-Immunologe.
Die 4 Bausteine der Dr. Feil-Strategie:
Ernährung, Bewegung, Stressabbau, Nahrungsergänzungsmittel
Bei konsequenter Anwendung dieser Bausteine über mindestens 6 bis 9 Monate soll eine bestehende Arthrose heilbar sein, Knorpel sich wieder regenerieren.
Meine Meinung:
Wer wie ich seit Jahren an Arthrose leidet, kennt die Schmerzen, weiß vielleicht auch, dass eine OP nicht unbedingt hilft bzw. nicht auf Dauer. Mit diesem Buch kann man endlich neue Hoffnung schöpfen. Arthrose ist heilbar! - So behaupten zumindest die Autoren. Und ich war erstmal gewillt, ihnen zu glauben, obwohl die Mediziner bisher etwas anderes gesagt haben. Aber es wäre ja nicht das erste Mal, dass ein Irrglaube über Jahre oder Jahrzehnte hinweg bestehen bleibt, bis er widerlegt wird.
Ich habe mir also dieses Buch besorgt und angefangen, es durchzuarbeiten. Ja, es ist richtig Arbeit, denn es fallen viele für Laien schwer verständliche Fachbegriffe und Abkürzungen. Hier muss man sich erst einmal hineindenken.
Zunächst gehen die Autoren auf die Theorie ein. Wodurch wird Arthrose verursacht? Wie kann man sie aufhalten und sogar den Knorpelabbau wieder rückgängig machen? Von bösen M1-Makrophagen ist hier die Rede und von guten M2-Makrophagen. Und von vielen Faktoren, die die einen begünstigen und die anderen verhindern. Ehrlich gesagt, schwirrte mir bald der Kopf und ich habe die Ausführungen einfach hingenommen.
Schnell störten mich aber zwei Dinge, die auf mich hochgradig unseriös wirkten: Es werden immer wieder „Erfahrungsgeschichten“ geheilter Patienten eingestreut, die stark an Lobhudelei erinnern. Bei den Tabellen sind die Mengenangaben mal in Gramm, mal in Milligramm, und zwar innerhalb derselben Tabelle. Das ergibt keinen Sinn, außer vielleicht Effekthascherei.
Nun kommen wir zu den 4 Bausteinen der Dr. Feil-Strategie. In puncto Ernährung warten etliche Einschränkungen auf die Patient*innen. Es gilt so viele Inhaltsstoffe zu meiden, die entzündungsfördernd wirken. Gleichzeitig soll die Aufnahme entzündungshemmender Inhaltsstoffe vermehrt erfolgen. Kompliziert wird es, wenn ein und dasselbe Lebensmittel beides enthält. Soll man nun oder lieber doch nicht? Hier hoffte ich, dass der Rezeptteil am Ende mir die Wahl abnehmen würde, was er natürlich auch tat, allerdings ist die Anzahl der Rezepte doch sehr dürftig. Es gibt lediglich 5 „Basisrezepte“, die man immer wieder zu sich nehmen sollte (Gewürzquark, Gewürzschokolade, Kräuterkraft-Drink, Kurkuma-Kokosmilch und Salatsoße) sowie 9 „Einstiegsrezepte“. Hier musste ich besonders über das Rezept „Griechischer Jogurt mit Walnüssen“ lachen. Denn wer hätte das gedacht? Man nehme griechischen Jogurt, hacke Walnüsse und mische sie unter den Jogurt. Aber ich muss zugeben, auf die empfohlene Honigzugabe wäre ich nicht gekommen ;-) Es gibt aber auch tatsächlich noch einige brauchbare Rezepte.
Der Baustein Bewegung hat mir am besten gefallen. Hier werden einige Übungen für alle beschrieben sowie spezielle Übungen, die für bestimmte Gelenke hilfreich sind, nämlich für Hüfte, Wirbelsäule, Hand und Knie. Als Hilfsmittel werden hier zum Teil eine Faszienrolle und Tennisbälle gebraucht. Zu jeder Übung gibt es einen QR-Code, über den man zu einem sehr anschaulichen Trainingsvideo gelangt.
Für den Baustein Stressabbau gibt es zum Beispiel Atemübungen und Visualisierungsübungen, die man gut im Alltag einbauen kann.
Schließlich wird eine Nahrungsergänzung empfohlen, da nur durch die beschriebene ausgewogene Ernährung nicht alle für die Heilung notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge aufgenommen werden können. Es werden zwar verschiedene Produkte von verschiedenen Firmen aufgeführt, aber nur das bei Weitem teuerste enthält wirklich alle von Dr. Feil empfohlenen Nährstoffe. „Zufällig“ ist das entsprechende Unternehmen im Besitz von Feils Familienangehörigen.
Fazit:
Einige gute Ansätze, teilweise aber für Laien unverständlich und verwirrend bis nutzlos. Wirkt auf mich wenig seriös, sondern dient meiner Meinung nach als Werbung für die Familienprodukte.
Bombenterror im Namen des Klimaschutzes
Stummer Schrei von Arne Dahl
Bombenterror im Namen des Klimaschutzes
Inhalt:
Zuerst explodiert der BMW eines Stahl-Bosses, dann ein Marketingmanager der Autoindustrie. Die Polizistin Eva Nyman erhält einen Brief mit einer weiteren Bombendrohung. Der Wortlaut erinnert sie sofort an ihren ehemaligen Chef Lukas Frisell, der vor Jahren den Dienst quittiert hat und seitdem im Wald lebt.
Ist er der Terrorbomber, wie der Täter von der Presse genannt wird?
Meine Meinung:
„Stummer Schrei“ ist der Auftaktband einer neuen Reihe des erfolgreichen schwedischen Autors Arne Dahl. Obwohl es gleich mit viel Action los geht, konnte mich das Buch nicht von Anfang an packen. Von den Figuren war mir keine wirklich sympathisch. Von einem „eingeschweißten Team“ wie es in der Kurzbeschreibung heißt, würde ich bei den Ermittlern nicht sprechen. Ich hatte eher das Gefühl, jeder wurstelt vor sich hin, ohne sich mit den anderen abzusprechen. Jeder hat Geheimnisse vor den anderen und mit gegenseitigem Vertrauen ist es auch nicht weit her.Dadurch fiel es mir zunächst recht schwer, mich auf die Geschichte einzulassen. Anfangs gibt es vor allem die Bombenanschläge, aber wenig Polizeiarbeit. Alles fokussiert sich auf den einzigen Verdächtigen - bis diesem ein kleiner Coup gelingt. Nun wird es interessanter und richtig spannend, sodass ich immer mehr in den Bann dieser Story gezogen wurde und am Ende fast traurig war, dass es vorbei ist. Wobei - vorbei ist es noch lange nicht, wie der Cliffhanger am Ende des Buches vermuten lässt.
KI-Thriller mit Horrorelementen
Die Burg von Poznanski Ursula
KI-Thriller mit Horrorelementen
Inhalt:
Der Milliardär Nevio hat die alte Burg Greiffenau in ein Escape-Room-Spektakel verwandelt, gesteuert von einer KI. Zu einem Testlauf sind fünf ganz verschiedene Menschen eingeladen: Maxim Ascher, der selbst eine Escape-Room-Kette betreibt, Yvonne Rothe, eine Influecerin, der Mittelalter-Experte Lothar Melerski, der Schwimmer Emil Strauss und die rätselbegeisterte Petra Seifert.
Gemeinsam mit Nevio und seinem IT-Experten Jannek begeben sich die Testpersonen in die Keller der Burg und damit in die Hände der KI …
Meine Meinung:
Ursula Poznanski kann mich mit ihren Geschichten immer wieder begeistern, egal ob es sich um Kriminalromane, Thriller, Jugendbücher, Dystopien oder was auch immer handelt. Auch „Die Burg“ habe ich sehr gerne gelesen und wurde dabei gut unterhalten. Ein Meisterwerk ist es in meinen Augen jedoch nicht ganz.
Was sonst normalerweise für Spannung sorgt, sind verschiedene Perspektiven und Cliffhanger vor dem Wechsel zwischen ihnen. Bei diesem Buch hat mich das allerdings ein wenig gestört, weil in Alissas Perspektive einfach nicht so viel passiert. Alissa ist eine Angestellte der Burg, die das Escape-Abenteuer im Kontrollraum verfolgen soll, was jedoch schon bald sabotiert wird. Ihre Versuche, alles wieder zu richten, wirken ein wenig hilflos. Viel lieber hätte ich da mehr oder weniger durchgehend Maxims Sicht im Untergrund gelesen. Hier passieren die wirklich wichtigen Dinge, denn die Ki treibt ein böses Spiel mit den Teilnehmern.
Es werden schockierende, horrorartige Szenarien beschrieben, die für zartbesaitete Lesende eventuell unangenehm sein könnten, die man sich nach der Beschreibung aber gut vorstellen kann. Zunächst fand ich die Ereignisse in den verschiedenen unterirdischen Räumen sehr spannend und fantasievoll ausgearbeitet, aber irgendwann fing es an sich zu wiederholen, sozusagen das Gleiche in Grün. Die Handlung dreht sich etwas im Kreis und kommt nicht voran.
Trotzdem war ich einigermaßen gefesselt und durch Poznanskis eingängigen Schreibstil lässt sich das Buch von vorne bis hinten flott lesen. Die Auflösung ist logisch und überraschend, aber für meinen Geschmack ein bisschen zu einfach. Hier hätte ich mir noch ein bisschen mehr Raffinesse gewünscht.
Hochspannung mit sympathischen Ermittlern
Kaltblütige Lügen von Karen Rose
Hochspannung mit sympathischen Ermittlern
Inhalt:
Detective Kit McKittrick ist Polizistin mit Leib und Seele. Nach einem anonymen Hinweis findet sie im Park die Leiche einer jungen Frau, gefesselt mit pinken Handschellen - dem Markenzeichen eines seit Jahren gesuchten Serienmörders. Wird es diesmal gelingen, ihn zu schnappen?
Meine Meinung:
Karen Rose kannte ich bisher nur dem Namen nach.
„Kaltblütige Lügen“ ist als Auftaktband einer neuen Reihe perfekt, um sich mit der Autorin anzufreunden. Ich habe dieses Buch geradezu verschlungen, so hat es mich gefesselt. Rose schreibt sehr spannend und empathisch. Zu ihren Figuren habe ich sehr leicht Zugang bekommen, und die „Guten“ waren mir durchweg sympathisch, sodass ich ihnen bei den Ermittlungen gerne über die Schulter geschaut habe. Dabei erweisen sie sich keineswegs als glatt und langweilig, sondern sind mit Ecken und Kanten ausgestattet, die sie interessant machen, aber nicht abstoßend wirken, wie bei vielen anderen Krimi-Ermittlern.
Neben Kit spielt auch der Psychologe Sam Reeves eine bedeutende Rolle. Sein Leben wird durch das Verbrechen komplett auf den Kopf gestellt. Als er versucht, der Polizei zu helfen, gerät er sogar selbst unter Verdacht.
Es gefiel mir sehr gut, wie die kleinteilige Polizeiarbeit beschrieben wird und auch, was das Verbrechen mit den Ermittlern macht. Karen Rose lässt uns hier in die Psyche der Detectives blicken, wodurch man viele Handlungsweisen gut verstehen kann.
Mit fortschreitender Handlung erkennt man immer mehr, dass der Fall größer ist als ursprünglich angenommen. Wer dahintersteckt, wird erst gegen Ende klar und hat mich wirklich überrascht. Dabei ist es gut nachvollziehbar und logisch.
Fazit:
Karen Rose konnte mich mit ihrem neuen Thriller hundertprozentig überzeugen. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Fall für Kit McKittrick und freue mich darauf.
Ein herrlich spannendes Verwirrspiel
Oxen. Pilgrim von Jens Henrik Jensen
Ein herrlich spannendes Verwirrspiel
Inhalt:
Nach seiner Gefangenschaft im Keller einer alten Ziegelei, während der er um sein Leben kämpfen musste, versucht der Ex-Elitesoldat Niels Oxen, wieder in der Gegenwart Fuß zu fassen, indem er sich auf eine Art Pilgerwanderung begibt. An deren Ende wartet schon der Ex-PET-Chef Axel Mossmann auf ihn mit einem harmlos wirkenden Auftrag.
Auch Margrethe Franck, die vorübergehend vom Dienst beim PET suspendiert wurde, ist mit von der Partie. Doch Oxen ist außerdem immer noch hinter einem der Männer aus dem Keller her, dem bislang unbekannten Mörder des Bruders von Sally Finnsen, einer Kripo-Beamtin aus Kopenhagen.
Meine Meinung:
Dies ist der 6. Band um den ehemaligen Elitesoldaten Niels Oxen. In den ersten drei Bänden ging es um die Zerschlagung einer Geheimorganisation, des sogenannten Danehof. Diese drei Bände sollte man in Folge lesen. Im 4. und 5. Band geht es aber um andere Gegner, sodass man diese gut ohne Vorkenntnisse genießen kann. Der 6. baut aber wieder auf den Ereignissen, die im 5. Band erzählt werden, auf. Diesen sollte man daher besser zuvor gelesen haben.
Mit „Pilgrim“ hat Jens Henrik Jensen wieder einen richtig guten Teil seiner Oxen-Reihe verfasst. Die Story ist unheimlich verzwickt und verschachtelt, sodass man sehr lange Zeit keinen Schimmer hat, wie alles zusammenhängt, wer mit wem und warum. Besonders Axel Mossmann spielt hier wieder eine geniale Rolle als undurchschaubarer Freund oder doch eher Feind - wer weiß das schon? Niels Oxen und Margrethe Franck entwickeln sich in eine gute Richtung weiter. Und auch, dass Sally Finnsen hier viel Raum bekommt, fand ich klasse. Die junge Kriminalpolizistin hat eine ganze Menge auf dem Kasten und wirkt neben Oxen und Franck kein bisschen blass. Somit gibt es eine ganze Menge interessante Figuren.
Die Handlung entwickelt sich zunächst langsam und ruhig, um dann immer mehr Fahrt aufzunehmen. Zuletzt wird man mit so vielen überraschenden Wendungen konfrontiert, dass man fast nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Aber im Endeffekt erweist sich alles als plausibel und logisch. Das ist wirklich klasse gemacht.
Die Reihe:
1. Oxen. Das erste Opfer
2. Oxen. Der dunkle Mann
3. Oxen. Gefrorene Flammen
4. Oxen. Lupus
5. Oxen. Noctis
6. Oxen. Pilgrim
Unterhaltsam, aber wenig Tiefe
Endling von Jasmin Schreiber
Unterhaltsam, aber wenig Tiefe
Inhalt:
Zoe ist Biologin und forscht in München. Ihre Familie - alkoholkranke Mutter, schrullige Tante Auguste und sechzehnjährige Schwester Hanna - hat sie in den letzten Jahren aufgrund wiederkehrender Pandemien kaum gesehen. Da bittet die Mutter sie, während deren Reha ein Auge auf Hanna und Auguste zu haben.
Schon bald muss Zoe einsehen, dass sie hier so einiges verpasst hat. Die drei Frauen müssen sich einander erst wieder annähern und tun dies auf einem Roadtrip, denn Augustes Freundin Sophie ist verschollen. Die Spuren führen Zoe, Hanna und Auguste nach Italien zu einem mysteriösen Dorf, in dem nur Frauen leben.
Meine Meinung:
Von Jasmin Schreiber habe ich bereits „Marianengraben“ und „Der Mauersegler“ gelesen und war schlicht und ergreifend begeistert. Beide Bücher haben mich tief berührt. „Endling“ ist dies leider nicht gelungen. Ich bin mit den Charakteren einfach nicht warm geworden.
Die Handlung lässt sich zunächst ganz gut und interessant an. Wir befinden uns im Jahr 2041. Die Unterschiede zur Jetztzeit erweisen sich als durchaus nicht unwahrscheinlich. Der Umwelt geht es noch schlechter als heute, viele Arten sind vom Aussterben bedroht, die Rechte der Frauen wurden wieder mehr eingeschränkt und so manche muss gar um ihr Leben bangen. Dagegen kämpft Zoe, wenn auch ein bisschen halbherzig und ohne großen Erfolg.
Der Roadtrip der drei Frauen ist stellenweise ganz witzig zu lesen, hat aber auch ernste Seiten. Es werden viele Themen angerissen, aber leider für meinen Geschmack nicht ausreichend vertieft. Den Erzählstil empfand ich trotz Ich-Erzählerin als eher distanziert, sodass mich die Schicksale der Protagonistinnen nicht mitnahmen.
Wie von der Autorin gewohnt, sind auch diesmal wieder viele Fakten aus der Biologie eingestreut - auf Dauer waren es mir zu viele, zumal durch diese Ablenkungen von der Handlung der Lesefluss ein wenig leidet.
Der Roman ist im Großen und Ganzen ganz unterhaltsam, aber es fehlt ihm an Tiefe. Zudem entwickelt sich die Geschichte immer mehr in eine nicht greifbare, mystische Richtung, was ich nicht so gelungen finde. Einige wichtige und gute Denkansätze sind aber auch vorhanden.
Interessantes, aktuelles Thema
White Zero von Thilo Falk
Interessantes, aktuelles Thema
Inhalt:
Deutschland und die angrenzenden Gebiete leiden unter einem besonders kalten Winter, der plötzlich über das Land hereinbrach. Das öffentliche Leben ist fast lahmgelegt, das Leben der Menschen in höchstem Maß bedroht.
Ein Krisenstab aus verschiedenen Experten versucht, die Ursache dieser unerwarteten Eiszeit herauszufinden.
Als die Geophysikerin Dr. Jana Hollmer zielführende Hinweise erhält, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und gegen einige Widerstände.
Meine Meinung:
Thilo Falk ist das Pseudonym eines deutschen Journalisten. Bis dato war er mir unbekannt, und „White Zero“ konnte mich auch nicht so packen, dass ich Lust auf mehr bekam.
Zu Anfang werden unheimlich viele Personen eingeführt, scheinbar zusammenhanglos und in allen Winkeln der Erde verstreut. Kaum hatte ich mich in einem Szenario eingelesen, wurde ich schon wieder herausgerissen und ans andere Ende der Welt katapultiert. Manche Figuren fand ich sympathisch, andere weniger, manche interessant, andere weniger, manche nur nervig. Und außer dass alle unter dieser eisigen Kälte leiden, passiert gefühlt erstmal gar nichts. Nach 250 Seiten musste ich tatsächlich nochmal aufs Cover schauen. Ja, das steht „Thriller“. Aber wo blieb der nur?
Immerhin zog die Spannung in der zweiten Hälfte des Buches an, die einzelnen Handlungsfäden wurden nach und nach verknüpft und das Buch gipfelt schließlich in einem Showdown.
Das Thema dieses Romans fand ich unheimlich interessant, ungeachtet dessen, ob das Szenario realistisch ist. Das Werk enthält viele wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Fakten und kämpft mit dem Zaunpfahl für den Klimaschutz. Das finde ich auch absolut gut und wichtig, aber als Unterhaltungsliteratur kann es bei mir nicht genug punkten, schon gar nicht als Thriller.
Guten Appetit!
Agonie von Lea Adam
Guten Appetit!
Inhalt:
Mira Mönchhagen setzt sich als Influencerin für das Tierwohl ein. Doch dann wird die junge Frau bestialisch ermordet, zerlegt wie ein Schwein. Hasskommentare gibt es auf ihrem Kanal zur Genüge, aber ist hier wirklich der Mörder zu finden? Milo und Vince vom LKA Hamburg hängen dem Täter immer einen Schritt hinterher, und der denkt noch lange nicht daran, mit dem Morden aufzuhören.
Meine Meinung:
„Agonie“ ist der 2. Band dieser Reihe aus der Feder des Autorinnenteams Regina Denk und Lisa Bitzer, das unter dem Pseudonym Lea Adam schreibt, kann aber wie auch der Vorgänger „Stigma“ als Einzelband gelesen werden, da die Kriminalfälle in sich abgeschlossen sind.
Das Buch hebt sich durch viel Blut aus der Masse der Thriller hervor. Gegenüber Gewaltszenen sollte man nicht zimperlich sein, denn die Autorinnen ersparen den Leser*innen keine Details. Dabei werden vor allem auch Szenen aus der Tierhaltung bzw. Tierschlachtung beschrieben, die einem wirklich den Appetit verderben können. Aber natürlich ist es wichtig, auch in Unterhaltungsromanen immer wieder auf die Missstände in der Fleischbranche aufmerksam zu machen, um vielleicht irgendwann doch ein Umdenken der Verbraucher zu bewirken.
Für die Leserschaft ist schon früh ersichtlich, wer für die Morde verantwortlich ist, während die Polizei bis kurz vor Schluss im Dunkeln tappt. Das nimmt einem ein wenig von der Spannung, es bleibt aber trotzdem noch genügend übrig. ;-)
Die Reihe:
1. Stigma
2. Agonie
Ein ziemlich anderer Krimi
Anatomie eines Mordes von Wolfgang Burger
Ein ziemlich anderer Krimi
Ich mag Wolfgang Burgers Heidelberg-Krimis mit Alexander Gerlach sehr gerne und freute mich auch auf diese Neubearbeitung eines älteren Werks abseits dieser Reihe, das ich noch nicht kannte. Leider kann dieses Buch mit den Gerlach-Krimis nicht mithalten. Es ist ja oft so, wenn nach einigen erfolgreichen Büchern auch die Anfangswerke noch einmal aufgelegt werden, dass sie einfach nicht überzeugen können, sonst wären sie wohl damals schon Bestseller geworden.
;-) Da hilft in diesem Fall auch eine vollständige Überarbeitung nicht. Der Kriminalroman ist unter dem Titel „Der Mord des Hippokrates“ bereits 2003 im Leda-Verlag erschienen.
Der angesehene Arzt Dr. Bernhard Quentin ermordet eine junge Frau, eine Griechin, die kaum Deutsch spricht. Wie es dazu kommen konnte, verstört ihn selbst vielleicht am meisten. Als Ich-Erzähler rollt er den Fall auf, berichtet über eine kurze Zeitspanne vor der Tat, über die Tat selbst und was danach geschah. Die erste Hälfte empfand ich dabei als ziemlich zäh und unglaubwürdig. Wolfgang Burger konnte mich hier nicht fesseln. Erst nach und nach kommt Spannung auf, obwohl vieles recht vorhersehbar ist. Gegen Ende war ich dann bis zu einem gewissen Maß doch fasziniert von dieser Story, zumal sie einfach mal total anders ist als das Gewohnte.











