Benjamin Girstmair empfiehlt: Tag 5 – Experimente

Vollbart.
Ich scherze. Meine Barthaare bleiben drin. #stayathome.

An diesem Tage blieb mein treuer Gefährte das Zweirad ausnahmsweise bei Heu und Zuckerwürfeln im Stall, der die Buchhandlung ist. Oder vielmehr war, da nicht ohne Stolz erwähnt sei, dass ich heute endlich den Müll entsorgt habe, bevor er eine endgültig ernstzunehmende Bedrohung wird.

Doch zurück zum Thema: Die Wege, die die heutige Bücher zurückzulegen hatten, waren entweder zu weit für mich und mein Rad oder so kurz, dass ich einen Umweg fahren müsste, damit ich nicht versehentlich am Ziel vorbeifahre. Daher verließ ich mich auf meine Füße, die mir geblieben sind und die auf den gebotenen Mindestabstand von Nase, Mund und allem, was ich sonst momentan auf meinem Kopf trage, noch etliche Zentimeter drauflegen (was vor allem am Tagesende wirklich von Vorteil ist).

Dazu übergegangen, nun alle Entgegenkommenden zu grüßen oder ihnen zumindest freundlich zuzunicken – die Menschendichte erlaubt es. Nur die besten Absichten verfolgend, scheint mir doch der Erfolg zweifelhaft, da die Bögen, die um mich gemacht werden, wohl nicht unbedingt mit der Einhaltung des Sicherheitsabstandes zusammenhängen.
Daraus abgeleitete Hypothesen:
Nicken in Kombination mit Griff an die Zeitungsjungenmütze wird bei älteren Menschen als respektvoll aufgenommen, bei Jüngeren wird höchstens mitleidig geschmunzelt (manchmal in Kombination mit Fluchtimpulsen), andere Kopfbedeckungsträger freuen sich über die Gelegenheit den Kopf zu lüften und vergelten den Gruß auf die gleiche Weise. Wird verschwörerisch zurückgegrinst und im Augenwinkel die Andeutung einer Geste wahrgenommen, winkt wohl die Aufnahme in geheime Gesellschaften. Da sich das Flüstern über die vorgeschriebene Distanz verliert, weiß ich leider noch nicht welche.
Auf jeden Fall – und das wird mir so langsam klar – sollte man nur bei seltenen Gelegenheiten den Hut oder die Mütze ganz ziehen. Das Fehlen eines herausspringenden Kaninchens ist allzu enttäuschend. Das reicht nun alles noch nicht für eine Studie, wir werden aber sehen wohin uns das alles nicht nochmal führt.
Damit aber genug der spannenden Neuigkeiten vom heutigen Tage, ich möcht euch nicht soviel Zeit stehlen. Es folgen unten ein weiterer lesenswerter Hinweis, bitteschön.

Bis bald, liebe Leute, bleibt besonnen!

Das Stadtblatt Innsbruck hat einen schönen Artikel über mein momentanes Schaffen geschrieben, das ihr ja aus erster Hand kennt (hier zu finden: https://bit.ly/2UusNiG).

Die haben wohl wirklich nichts besseres zu tun. Nein, ich scherze wieder, vielen Dank fürs Befragen und die Idee, es ist mir wirklich eine große Ehre! Und der Bücherstapel von dem darin die Rede ist, der, für den ich keine Zeit gefunden habe und der mich seit Tagen nervös macht: Heute hab ich ihn verräumt. Fast vollständig.