Benjamin Girstmair empfiehlt: Tag 3 – Auf und ab

Versehentlich rasiert.
Verdammt, die Gewohnheit sitzt tiefer als gedacht.
Zugegebenermaßen mit leichter (nicht alkoholinduzierter) Katerstimmung gestartet, manchmal bleibt eben ein wenig Staub auf der sonst so gut durchgeschüttelten Seele. Und der der immerwährende Sonntag auf der Straße trägt dazu auch manchmal etwas bei. Aber was tut man, wenn das so ist? Richtig, ihr wisst es, weitermachen! Und das hab ich gemacht.

Zweite Liefertour: Aus gestrigen Fehlern gelernt, nur einmal hat das Rad meine Unaufmerksamkeit schamlos ausgenutzt und ist umgefallen. Aber das passiert den besten, das ist das Gesetz der Straße. Ich kenne es nun zur Genüge.
Auf dem Weg alle LieferbotInnen mit einem Tippen auf meine Zeitungsjungenmütze anständig und hochachtungsvoll gegrüßt, Rettungswägen ebenso. Offensichtlich sind einige noch nicht so lang dabei wie ich, nur so kann ich mir die teilweise recht verwirrt bis verängstigten Blicke erklären.

Nachmittags neben schnell voranschreitenden Arbeiten an etwas in Bälde zu präsentierendem, eine Bestandsaufnahme gemacht. Auf unseren Tischen hätte locker eine Matratze Platz. Ein Schlauchanschluss findet sich bei der Hintertür (Planschbecken!), ein prickelnd- und prackelndes Feuer zur Nahrungszubereitung am Sparkassenplatz wär schnell gemacht. Aber wohl nicht ratsam – schnellere Hausmeister (ein Gruß an dieser Stelle). Nach einer Lösung wird eifrig gesucht.

Oh, und weil die Frage aufkam: Kann man nun schamlos die schwer in den Griff zu bekommende Buchsucht ausleben, weil es nun ja auch als Solidarität mit lokalen Buchhändlern gilt? Ja, das ist vollkommen zulässig, zweifellos und hochoffiziell unterschrieben, liebe nicht ganz unbekannte Kundin, nicht wahr Sebastian Kurz?

Soviel erstmal zu heutigen Ereignissen. Möge die Gelassenheit mit euch sein, verschwendet Zeit mit Genuss und passt auf euch auf.

P.S.: Eigentlich sollte eine Impression meines Lieferweges heute hier aufscheinen, mein Telefon, das auch Kamera ist (so was!), hatte aber was dagegen. Daher gibt’s nun den wirklich schönen neuen (und geerbten) Kopfschmuck des Ferdinandeums.