Benjamin Girstmair empfiehlt: Seifenblasen fallen in die Nachmittagswolken …

Seit uns der Esel in der Nacht verloren hat (manche nennen es auch Geburt), sind wir angehalten auszuhalten und festzuhalten, da die Realität (ein irreführender Name) angeblich das einzig wirklich Wirkliche und sowieso normal wäre. Ein sogenannter Lug- und Trugschluss, der stillschweigend mitunter sogar die umsichtigsten Menschen in Milchglasfolie einzuwickeln vermag. Dabei herrscht innerhalb dieser engen Grenzen öfter als anderswo Griesgrämigkeit: Die Himmel wie auch Augen regnen zuverlässig, man ruiniert sich im Sumpf der Unfreundlichkeiten das ganze schöne Nervenkostüm, während man über Zeitstricke fällt und Wände sich Raum schaffen. Dort, wo alles eher zum Trauma als zum Traum tendiert. Schrecklich.
Da zieht man besser um, dahin wo Harikafulas lauern, fußfreie Vögel schweben, Schlaraffen aus dem Tummeln nicht mehr herauskommen, Quadratmenschen ohne Klopfsauger locker durch dreieckige Türen passen, Pasteten Ferngespräch heißen und Ferngespräche Mieswurz, obwohl es sie gar nicht gibt (fragt mich nicht warum), den ganzen Tag Goldfrapp läuft (wenn man mag), und wo Wunderlichkeit Standard ist und Standart nichts bedeutet. Und wo vor allem endlich mal alle Ruhe geben, um sich um Wichtigeres als wichtig gemachtes kümmern. Herrlich.
Nun, praktischerweise braucht man für die Reise dorthin kein goldenes Ticket oder dergleichen, dieses feine Büchlein von Alberto Manguel im Folio Verlag/Editore sollte reichen. Als Inspiration oder Zufluchtsort gleichermaßen. Echt jetzt. Eskapismus? Mitnichten. Sabotage der Deutungshoheit mindestens.

Imagine.