Benjamin Girstmair empfiehlt: Oh, behave!

Vielleicht ist es alles andere als ein Zufall, dass unser nonchalanter Buchhinweis dieses Mal den Gipfel des guten Benehmens erklimmen muss. Möglicherweise stellen sich nämlich die Manieren so mancher Mitlesender nach sorgfältiger Prüfung, eventuell sogar auf den flüchtigsten Blick als restaurierbedürftig heraus. Ist das im Bereich des Möglichen? „Nein“, werden nun viele mit zur Schau getragener Empörung rufen. „Nein, ich gehöre nicht zu denjenigen, die kleine Kätzchen mit Blasinstrumenten traktieren, eine Schlange ist für mich ein kulturelles Heiligtum, kein Getier, keineswegs bin ich einer der garstigen Zeitgenossen, denen bei Tafel der Ellbogen auskommt, wahrlich, mein Gewissen ist klar wie Jägerschnaps.“
Ich höre euch. Nur, ist dem wirklich so? Hat euch nicht eben jener der Trank der Selbstgewissheit den Blick vernebelt, die lange Zeit in der Barbarei der Beliebigkeit eure Sinne abgestumpft, die sich ständig verändernden Vorzeichen eure Vorstellungen zwischen Gut und Böse verwischt? Lest es nach, in der definitiven Enzyklopädie der Etikette. Übrigens auch bestens geeignet als stummer Kommentar in Geschenkform.

Und weil ich jetzt ein wenig ob der perfiden Technik über mich selbst erschrocken bin, schäme ich mich und füge hinzu: Benehmt euch! Wie auch immer! Aber seid halt mal nett zu einander.