Benjamin Girstmair empfiehlt: Kunst ist …

…schwierig. Zuerst einmal muss ein Gedanke, sei er flüchtend oder festgezeckt, gebannt werden, in feinsinniger Arbeit, aus talentrührendem Geschick oder – wie so manch einer behauptet(e) – in gottgegebenem Schöpfungsprozess zur Idee mutiert werden [sic!]. Der dies und auch folgende Schritte zustandebringende Herz-Kopf-Apparat hieße dann gemeinhin KünstlerIn. Jene(r) transplantiert das Rohmaterial sodann aus kopfigen Gefilden in ein der Idee gefälliges Medium, die Idee wird zur Form. Wer aber glaubt, dass jetzt endlich einmal genug sein muss, der staune ob folgendem. Allen Formen gemein ist, dass sie zu Grenzen nur eines sagen, nämlich: „Ist mir egal“. Dies eint sie wiederum mit den ungemein wendigen Gedanken, worauf an diesem Punkt in innerer Verflechtung von vorne begonnen werden muss. Ist dies, oft auch mehrmals, getan, steht man (sitzt auf/badet in/hört/schmeckt/fühlt/etc) im Prinzip vor einem Kunstwerk.
So läuft das. Oder zumindest so ähnlich. Ist man auf der Empfangsseite, geht’s aber erst recht wieder los mit dem Zinnober. Verstanden werden will sie, die Kunst, als hätten wir nicht schon genug zu tun. In Zirkeln und Strudeln und Kleinem und Großem und Stürmen und so.
Mitleid sei Dank gibt es von feiner Klugheit durchzogene Bücher wie dieses vom Midas Verlag, welches uns unfachkundig-dröge Glotzenden das Fischen lehrt. Verschiedenste Ansätze bildnerischer Kunst werden verständlichst erklärt, was folglich zur Selbstanwendung der Werkzeuge verführt – perfide. Do it yourself, verdammich! Sympathischerweise bleibt auch der Zeigefinger stecken, weil Kunst bekanntlich für alle ist. Oder gegen alle. Naja, eigentlich ist das auch kompliziert, führt aber nun sogar mir zu weit. Man merke sich aber allenthalben das pläsierliche Buch. Und das funktioniert am besten indem man es liest.

Kunst – schräg, spitz und gleich hoch wie Dreieck.