Benjamin Girstmair empfiehlt: Hirn

The lunatic is in my head

Manchen durchaus ein Begriff, vielen oft Ärgernis (und zugleich Ursprung und notwendiger Teil dieses Ärgernisses), und trotz manch hämischen Bonmots, prangt neben der Position “Gehirn” bei keinem Menschlein ein Zeichen des Schwundes auf der persönlichen Inventurliste der Organe.
Nun wäre es ein Leichtes diesem wunderbaren Gehirn hier ein Loblied zu schreiben, vor allem weil es sich das sozusagen selbst macht, weswegen wir eure Geduld und diesen knappen Platz verwenden wollen, um das Gegenteil zu machen.
Enervierend zum einen, dass es sich nicht denken lässt, immer ist es schon da, ja beansprucht sogar alles Runde sogleich für sich. Als immerwährender Sklave seines Wohlwollens windet man sich unter seinen grausamen Spielen: Was man haben will, dass kriegt man nicht, und was man haben kann, das gefällt nicht. Weiters verwechselt es Dinge, erkennt Leute nicht oder vergisst unhöflicherweise ihre Namen, lässt fallweise nicht durchblicken, ob es sich um eine gute oder echt schlechte Idee handelt, impft uns das Gift der Nostalgie und nur manchmal wirft es uns hungernden Glücklichen den Knochen einer Idee hin. Und ab und an, wenn man sich schlafen legt, – und das ist vielleicht das Empörendste – entscheidet sich das Gehirn dagegen.
So. Erledigt. Zumindest in Ansätzen. Warum das Gehirn aber trotzdem eigentlich total cool ist, lässt sich in diesem wunderschönen wissensreichen Buch nachlesen. Ein neurowissenschaftlicher Sachcomic von Verlag Antje Kunstmann unter Führung der klügsten Hirnforscher und ihrer noch klügeren Gehirne. Zur Selbstbeweihräucherung des Gehirns sozusagen. Und/oder zum Vergnügen und zum Gedankenausbau.

Denn weiterhin gilt: “Got to keep the loonies on the path”.