Benjamin Girstmair empfiehlt: Feindstudium

Herrjemine!
Ich bin heute (soweit ich weiß) wie jeden Morgen in der Buchhandlung aufgewacht, habe mir meine Zähne abgeputzt, ein paar Kniebeugen gestemmt (zweieinhalb, man will ja den Kreislauf nicht verziehen), habe meine langwierige Schlafmütze auf den vorgesehenen Platz gepfeffert (der sich je nach Gewürzgrad täglich ändert) und eben meine Pfeife vor dem brutzelnden Kaminfeuer entflammt, um mir in aller Ruhe und wohligen Strahlen mein Gehirn struppig zu bürsten, da trauen mir meine Augen nicht!
Geduldig lege ich ihnen dar, dass dieses kalt flimmernde, vorerst nur auf der Netzhaut schmelzende Bild nichts anderes als wattiertes Wasser zum Inhalt reicht, welches seinen Weg durch das dichte Koordinatennetz der meteorologischen Launenhaftigkeit schwebt. Wahr ist was wahr ist*.
Als grundsätzlich Geklärtes die Gemütslage zu beruhigen schien, stockte mir erneut das vorzügliche Langgrundblatt in den Flügeln, erregten doch untersetzte Flügelfüßer mein Misstrauen (im Bild links unten). Ist es denn Zufall, dass mit ihnen plötzlich auch ihr präferietes Klima Einzug hält? Wenn ich mich richtig anstrenge, glaube ich sogar kürzlich hier vor der Tür einen Fisch gesehen zu haben**!
Nun, was für einen Beweis nicht reicht, ist für eine handfeste Paranoia mehr als genug. In einer deartig hochpotentiellen Bedrohungslage, will jeder Vorteil ausgeschöpft werden. Heißt: Intensives Feindstudium, auch um herauszufinden, ob und was wir von den Weißköpfen zu befürchten haben. Ein Glück, dass wir hierbei auf diese äußerst nützlichen, Aufzeichnungen eines Spions zurückgreifen können.
Glück auf!

*Das ist gelogen.
**Könnte aber auch am freitäglichen Markt gewesen sein, zugegeben.